Dorstener Oliver Sprungmann feierte Jubiläum in der Grünen Hölle

dzMotorsport

Bei seiner zehnten Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring erlebte der Dorstener Oliver Sprungmann eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle.

Dorsten

, 24.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Bei der 47. Auflage des 24-Stunden-Rennens erlebten 230.000 Zuschauer auf der Nürburgring-Nordschleife einen dramatischen Rennverlauf mit packenden Zweikämpfe, faszinierenden Windschattenduelle und einem regelrechten Favoritensterben in der letzten Rennphase. Mit dabei war auch das OVR Racing Team, in dem der Dorstener Rennfahrer Oliver Sprungmann in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal den Eifelklassiker unter die Räder nahm.

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Schon am Mittwoch begann beim Adenauer Racing Day die diesjährige Achterbahn der Gefühle für das Team mit einem Bad in der Menge begeisterter Fans. Als echter „Eyecatcher“ und Publikumsliebling wurde der Ford Mustang GT von OVR Racing in diesem Jahr erstmalig vom Veranstalter zu diesem besonderen Fanevent im Vorfeld des Rennens eingeladen. Oliver Sprungmann sagt lachend: „Das war völlig verrückt. Wir haben gefühlt wohl 1000 Autogramme geschrieben.“

Erste Schrecksekunde im „Kellenhard“

Danach folgte die technische Abnahme, und in den ersten freien Trainings konnte alle drei Fahrer ihre vorgesehenen Pflichtrunden absolvieren. Allerdings erlebte Sprungmann beim Qualifying am Freitag im Streckenbereich „Kallenhard“ schon die erste Schrecksekunde, als ein BMW plötzlich und unerwartet innen an ihm vorbeizog: „Ich musste dadurch gleich mit zwei Rädern auf die Curbs“, sagte er später beim Boxenstop.

Dorstener Oliver Sprungmann feierte Jubiläum in der Grünen Hölle

Oliver Sprungmann war in diesem Jahr zum zehnten Mal beim 24-Stunden-Rennen dabei. © Horst Lehr

Die immer wieder heikle Startphase erledigte Sprungmann am Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein souverän mit seiner ganzen Routine. Nach Einführungs- und erster Rennrunde ließ er es richtig krachen und brannte im zweiten Umlauf mit 9:48.936 Minuten auch gleich die schnellste Runde auf dem Wagen in den heißen Asphalt der „Grünen Hölle“.

Unfallorgie im Stundentakt

Doch dann erlebte das Team praktisch im Stundentakt eine wahre Unfallorgie mit mehreren Felgenschäden und dem Komplettverlust der Frontpartie. Dazu wurde es für Sprungmann am Ende seines ersten Stints schon richtig hektisch. Nach acht teilweise im Qualifyingmodus gefahrenen Rennrunden nahm der Ford Mustang GT in den engen Kurven nicht mehr richtig das Gas an. Als gleich darauf über den Funk das Kommando „Box, Box, Box“ erklang, dachte der Dorstener: „Wohl nicht mehr genügend Sprit an Bord, das wird eng.“

Dorstener Oliver Sprungmann feierte Jubiläum in der Grünen Hölle

Gleich mehrfach musste der Ford Mustang GT "Bullit" in der Box wieder "zusammengeflickt" werden. © Horst Lehr

Letztendlich wurden alle drei Fahrer Opfer der harten Gangart in den Anfangsstunden des Rennens. Nach mehreren Feindberührungen notierte das Team insgesamt drei Felgenschäden, doch es zeigte sich einmal mehr die Robustheit des „Bullit“, der jeweils mit einem frischen Reifensatz ausgerüstet das Rennen immer wieder aufnahm. Sprungmann sagte später: „Trotz leichter Vibrationen lief das Auto super, und wir haben auf der Döttinger Höhe einen Topspeed von 268 km/h erreicht.“

Rehs wurde abgeschossen

Nach Ralf Csaba übernahm Patrick Rehs als dritter Fahrer das Cockpit. Doch auch er musste in dieser frühen Rennphase einen Rückschlag verkraften, als er von einem übereifrigen Gegner im „Carraciola Karusell“ abgeschossen wurde und sich dabei die Frontpartie des Wagens beschädigte. Nach der Reparatur herrschte kurz nach 20 Uhr erneut Alarmstimmung im Team, als der Rennwagen mit fehlendem linken Scheinwerfer und ohne Frontsplitter erneut unplanmäßig in die Box rollte.

Dorstener Oliver Sprungmann feierte Jubiläum in der Grünen Hölle

Oliver Sprungmann waren die Strapazen im 50 Grad heißen Cockpit nach dem Austeigen deutlich anzusehen. © Horst Lehr

Die hochsommerlichen Außentemperaturen während des gesamten Rennens heizten das Cockpit locker auf über 50 Grad Celsius auf und verlangten damit den Fahrern auch die letzten Konditionsreserven ab. Dem musste auch Sprungmann nach seinem letzten Doppelstint Tribut zollen, als er das Cockpit kurz vor Rennende an Csaba für den Schlusstörn übergab Als er den Helm abnahm, war ihm die Erschöpfung deutlich anzusehen. Er klagte er über Krämpfe und brauchte zuerst eine kühlende Kopfdusche mit Eiswasser. Danach resümierte er aber: „Trotz aller Mühen war es ein super Rennen.“

Am Ende feierte das Team nach 116 gefahren Runden mit einer Gesamtrenndistanz von rund 2950 Rennkilometern überglücklich­ den zweiten Platz in der Klasse AT. Hinter dem unerreichbaren GT3 Cup Porsche war das wie ein Sieg.

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