Dorstener Duo spielt Futsal

Unisport

DORSTEN „Futsal“? Wenn man Thorsten Buchholz und Steffen Bonnekamp (geb. Gött) zum ersten Mal von ihrer neuen Leidenschaft reden hört, ruft es meist Achselzucken hervor und manch einer denkt, er hätte doch wieder „Fußball“ verstanden.

von Von Kristoff Gött

, 18.08.2009, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dorstener Duo spielt Futsal

Futsal fasziniert sie: Steffen Bonnekamp (li.) und Thorsten Buchholz (re.).

Seit 1989 ist Futsal sogar die einzige offiziell anerkannte Hallenfußballvariante der FIFA. „Deutschland ist hier das Entwicklungsland“, sagt Steffen Bonnekamp, der früher beim SV Dorsten-Hardt kickte und 2005 im Rahmen seines Studiums an der Uni Essen zum ersten Mal mit Futsal in Kontakt kam: „Es ist eine tolle Alternative zum Fußball, besonders, wenn man. wie ich, seine Fußballschuhe wegen Verletzungen an den Nagel hätte hängen müssen. Dennoch: Überall spielen die etablierten Teams in den Hallen noch den herkömmlichen Fußball.“ 2008 hat Bonnekamp (30) mit dem Team „Futsalicious Essen“ der Universität zum ersten Mal im Ligabetrieb des FVN (Fußballverband Niederrhein), einem von drei Verbänden in NRW, gespielt und Lehrgeld bezahlt: Am Ende hatten wir keine Punkte aber viele neue Erfahrungen.“ Da er die Trainer-C-Lizenz des DFB hat, betreut er, zusammen mit zwei Sportstudenten, als Spielertrainer seit dieser Saison die „Futsalicious Essen“. Das Saisonziel, besser zu sein als 2008, ist inzwischen erreicht und es winkt sogar der Aufstieg in die NRW-Liga des WFLV-Verbandes.

Die ersten beiden der NRW-Liga spielen dann um die inoffizielle, weil nicht repräsentative, Deutsche Meisterschaft mit, die der DFB in der Kategorie „Breitensport“ seit 2006 ausrichtet. Vorreiter ist hier unter anderem die Mannschaft des UFC Münster. FIFA-Forderungen nach der flächendeckenden Durchsetzung des Futsal kommt man beim DFB aber eher schleppend nach: „Erst nach der Frauen-WM 2011 will man sich angeblich zu weiteren Entscheidungen durchringen“, so Futsal-Schiedsrichter Matthias Terhorst. Beim Futsal wird, ähnlich wie dem Basketball, „körperlos“ gespielt. Der Fokus liegt klar auf Taktik, Passspiel, dem Spiel ohne Ball und Technik. Das kommt auch gestandenen Defensivspielern wie Thorsten Buchholz nicht ungelegen: „Ein guter Fußballer kommt ohne Grätschen aus“, sagt der Schermbecker, der beim SVS alle Jugendmannschaften bis zur Oberliga durchlief. Zum Futsal kam er durch Schulfreund Bonnekamp, der ihn nach Essen einlud. Überzeugt hat ihn dann das Spiel an sich.

Am Wochenende gab Thorsten Buchholz bei „Futsalicious Essen“ sein Debüt, ausgerechnet im Spitzenspiel gegen den Führenden der FVN-Liga, die „Futsal Lions“ aus Düsseldorf. In einem spannenden Spiel verloren die taktisch sehr diszipliniert und aufopferungsvoll spielenden Essener unglücklich mit 2:4. Damit büßten sie zwar den zweiten Tabellenplatz ein, haben als Dritter an den verbleibenden drei Spieltagen aber noch alle Chancen auf den Aufstieg. „Professionalisierung“ heißt die nahe Zukunft des Futsals in Deutschland. „Futsalicious Essen“ will sich in Kürze als „richtiger“ Verein neu gründen. Auf Gegner aus Dorsten werden Bonnekamp, Buchholz und Co. trotzdem wohl noch lange warten müssen. Trotz der vielen Fußballvereine gibt es in der Lippestadt kein einziges Futsal-Team. Noch nicht?

Lesen Sie jetzt