Die Schermbeckerin Talina Lorei reitet mit Obelix in die Schlacht um Ruhm und Ehre

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Für die Schermbeckerin Talina Lorei war es ein neues Abenteuer: Zusammen mit ihrem Pferd Obelix nahm sie an einem Wettkampf im mittelalterlichen Reiten teil. „Ein aufregendes Wochenende.“

Dorsten

, 24.04.2019, 13:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schermbecker Reitamazone Talina Lorei hat mit mittelalterlichen Ritterturnieren ein neues, spektakuläres Betätigungsfeld gefunden. Als „Talina von Lichtenstein“ zog sie mit ihrem Streitross „Obelix“ in die Schlacht um Ruhm und Ehre.

Begonnen hat alles auf einem Wanderritt in Wesel im vergangenen Herbst. Dort lernte sie Sven Bossmann kennen, der als „Sigurd von Bornheim“ die „Kranenburger Turmreiter“ befehligt. Die Turmreiter sind ein Zusammenschluss von Reitern, die großen Spaß am mittelalterlichen Reiten haben. Lorei ließ sich davon inspirieren und sagte ihre Teilnahme an der nächsten Veranstaltung zu.

Rund 6.000 Zuschauer

Dafür bot das Turnier auf Schloss Berlepsch mit einem großen Ritterturnier genau den richtigen Rahmen. Als Hauptattraktion der gesamten Veranstaltung verfolgten rund 6.000 Zuschauer das Geschehen auf dem Turnierplatz.

Am Anreisetag wurden alle Ritter durch den Herold in die Turnierregeln eingewiesen. Er sagte scherzhaft: „Die Organspendeausweise habe ich für alle dabei“.

Mit der großen Waffen- und Rüstungsschau wurde das Turnier eröffnet. Dafür begaben sich alle 21 Ritter hoch zu Ross in die Arena. Bei dieser ritterlichen Wettkampffolge müssen unter anderem beim „Ringestechen“ aus der Galoppade aufgehängte Ringe mit der Lanze gestochen werden.

Talina Lorei auf ihrem Pferd Obelix

Talina Lorei auf ihrem Pferd Obelix © Horst Lehr

Beim Axtritt wird dem Ritter zuerst eine Streitaxt gereicht, die er danach sicher im Zielbereich versenkt soll. Das „Hälse schlagen“, bei dem auf Pflöcken befestigte Helme abgeschlagen werden, und der Staffelritt waren weitere Wettkampfdisziplinen. Die Ritter erhielten für jeden Erfolg Punkte. Nach der Auswertung aller Ergebnisse zeigte sich „Talina von Lichtenstein“ zuerst überrascht, freute sich dann aber über den so noch nicht erwarteten zweiten Rang des Tages.

Am zweiten Wettkampftag folgte mit dem „Tjost“, dem Lanzenduell zweier Ritter auf ihren Rössern, die Königsdisziplin des Turniers.

Dabei reiten die Gegner auf einer rund 60 Meter langen Kampfbahn, die durch die „Palia“ (hölzerne Trennwand) mittig getrennt ist, gegeneinander an. Die verwendete Waffe ist eine speziell präparierte Lanze deren Spitze aus leichtzerbrechlichem Balsaholz gefertigt ist. Bei einem Körpertreffer bricht diese sofort ab und der Kampf ist beendet.

Der Kopf darf nicht getroffen werden

Gezielt wird auf die Körperzonen zwischen Hüfte und Hals, aber auch das Schild des Reiters ist eineTrefferzone. Der Kopf darf nicht getroffen werden. Im Moment des Aufeinandertreffens in voller Galoppade entscheiden die Agilität des Reiters, eine perfekte Pferdebeherrschung und die richtige Technik über den Sieg.

Und hier zeigte sich wieder einmal, das „Obelix“ noch immer voller Energie steckt. Obwohl er erstmalig startete, reagierte er blind auf die kleinsten reiterlichen Hilfen und ermöglichte damit seiner Reiterin sich bis ins Halbfinale vor zu kämpfen. Hier kreuzte Lorei insgesamt sieben Mal die Lanze und stand am Ende im Finale. Dabei musste sie einen schweren Treffer am Oberschenkel wegstecken, blieb aber trotzdem im Sattel.

Für Talina Lorei war es die erste Teilnahme bei so einem Turnier.

Für Talina Lorei war es die erste Teilnahme bei so einem Turnier. © Privat

Die Ritter nahmen ihre Startposition in der Mitte des Parcours ein und nach dem Kommando des Herolds schloss Lorei ihr Visier und nahm Tempo auf. Dabei hielt sie die Lanze fest unterm Arm eingeklemmt und hatte nach etwa fünf Sekunden den ersten Kontakt mit dem Gegner. Am Ende konnte sie ihren Gegner „Dirk von Dhur“ zwar nicht niederringen, ritt aber als Zweite aus der Arena.

Ihren Erfolg beim ersten Start führt sie auf ihre große Erfahrung im Tenpegging zurück. „Dort ist das Waffenreiten eine Paradedisziplin“, sagt sie. Und mit Ihrem „Obelix“ hat sie ein sehr schnelles und wendiges Pferd. „Das war ein wirklich aufregendes Wochenende mit Suchtfaktor“, bilanziert sie.

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