Dorstener Profi-Basketballer erkrankt an Corona – und kritisiert die Liga

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Zehn Coronafälle in der eigenen Mannschaft, dazu selbst infiziert. Das ist ärgerlich genug. Ein Dorstener Profi-Basketballer regt sich aber noch mehr über die Haltung der Liga in dem Fall auf.

Dorsten

, 15.11.2020, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit voller Wucht traf die Corona-Welle in der vergangenen Woche einen Basketball-Zweitligisten.

Gleich zehn Spieler und Akteure aus dem Umkreis der ersten Mannschaft des Pro-A-Ligisten Nürnberg Falcons infizierten sich mit Covid 19. Offensichtlicher Auslöser: die Partie gegen Phoenix Hagen am 6. November. Der Frust der Nürnberger richtet sich aber nicht gegen die Hagener.

Moritz Sanders

Das Bad in der Menge ist nur eine schöne Erinnerung. In Coronazeiten ist für Moritz Sanders und Co. daran nicht zu denken. © imago images / Zink

„Mittwochs vor dem Spiel hatte der Trainer von Phoenix einen positiven Testbescheid bekommen“, erzählte Moritz Sanders am Sonntag im Gespräch mit der Dorstener Zeitung. Der Dorstener spielt für Nürnberg und gehört selbst zu den zehn Infizierten bei den Falcons. „Hagen“, so Sanders weiter, „wollte das Spiel bei uns ursprünglich absagen. Doch die Liga hat das nicht erlaubt und wollte unbedingt spielen. Phoenix hat noch Schnelltests durchgeführt, um mit positiven Ergebnissen eine Absage herbeizuführen. Doch als die Tests negativ ausfielen, sagten sie, dann spielen wir halt.“

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Mit verheerendem Ergebnis. „Offensichtlich war ein so genannter Superspreader unter den Spielern. Anders lässt sich die Zahl und die Heftigkeit der Infektionen wohl nicht erklären“, sagt Moritz Sanders. Er selbst hatte „ordentlich Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Das geht mittlerweile wieder, aber ich kann nach wie vor nichts schmecken oder riechen“. Im Vergleich zu einigen Mitspielern sei er aber noch glimpflich davon gekommen: „Es gab keinen ohne Symptome.“

Am heutigen Montag wird Sanders ein weiteres Mal getestet. Die Quarantäne läuft für ihn noch bis zum 20. November. Teamintern variiert das: „Weil die zuständigen Gesundheitsämter von Nürnberg und Bamberg unterschiedlich vorgehen.“ Wenn Sanders am 20. November symptomfrei ist, kann er wieder ins Training einsteigen. Und dann?

“Man darf spielen, aber man kann es nicht“

„Man darf dann wieder spielen, aber man kann es nicht“, sagt er und verweist auf das, was er in der laufenden Saison bei anderen Teams beobachtet hat: „Bayreuth war in der BBL in Quarantäne und hat eine Woche später vom Mitteldeutschen BC 123 Punkte eingeschenkt bekommen.“ Für Moritz Sanders steht fest: „Die Teams, die aus der Quarantäne kommen, haben keine Chance.“

Denn an sich selbst hat er gesehen: „Ich war schon ziemlich außer Gefecht. Das war schon crazy, dass zehn junge Sportler von diesem Virus so umgehauen werden.“

Wie es mit der Saison in der Pro A weitergeht, will der 22-Jährige nicht vorhersagen: „An diesem Wochenende sind alleine schon fünf Spiele ausgefallen, Hagen hat inzwischen acht Coronafälle, Bremerhaven, gegen das wir zwei Tage später gespielt haben, hat zwei.“ Fest steht für Sanders nur, was er vom Vorgehen der Liga hält: „Fahrlässig.“

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