Jetzt schlägt die Stunde der Platzwarte

Fussball

Die Platzwarte waren in den vergangenen Wochen die einzigen, die die Fußballplätze betreten durften. Jetzt können sie zeigen, wie die Anlagen nach der Corona-Pause in Schuss sind.

Dorsten

, 10.05.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Platzwarte RW Deuten

Hendrik und Jürgen Brüggemann (v.l.) halten seit einem Jahr den Rasenplatz des SV Rot-Weiß Deuten in Schuss. © Privat

Die Fußballplätze in Dorsten waren lange leer. Nur ganz selten sah man jemanden auf den Plätzen rumschleichen. Die Platzwarte waren die einzigen, die die Anlagen noch betraten. Denn auch wenn keine Kreide gezogen, keine Löcher gestopft, und keine Netze aufgehangen werden mussten, blieb genug Arbeit an ihnen hängen, damit die Plätze jetzt, wo es endlich wieder erlaubt ist, auch im entsprechenden Zustand sind.

Die fußballfreie Zeit haben die Platzwarte vor allem genutzt, um kleinere Reparaturen zu erledigen. Detlef Schulhof, Platzwart des BVH Dorsten, erzählt: „Unkraut muss gezupft werden, die Anlage vom Dreck, der noch anfällt, befreit werden. Wir waren immer noch voll ausgelastet.“ Im Clubheim wurden Spinnenweben entfernt, lockere Stühle stabilisiert.

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Klar, die Arbeit war etwas weniger stressig als sonst. Wenn am Abend ein Spiel wäre und Schulhof sich vormittags beeilen müsste, um die Anlage in Schuss zu bekommen, bekommt der Platzwart der Holsterhausener den einen oder anderen Schweißtropfen mehr auf die Stirn, als es zuletzt der Fall war. Aber auch so gab es genug zu tun für Dorstens Platzwarte.

Detlef Schulhof, BVH Dorsten

Detlef Schulhof ist beim BVH Dorsten von montags bis freitags jeden Vormittag im Einsatz. Daran hat auch Corona nichts geändert. © Andreas Leistner

Die Pflege des Hybrid- und des Rasenplatzes in Holsterhausen übernimmt derzeit die Stadt. „Die Plätze werden von der Stadt Dorsten gemacht. Der Hybridplatz ist gedüngt, gelüftet und es wurde nachgesät“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Uli Canovi. Der Platz solle jetzt in Ruhe wachsen.

RW Deuten pflegt den Rasen seit einem Jahr selbst

In Deuten, wo der heimische Verein Rot-Weiß die Rasenplatzpflege vor einem Jahr von der Stadt Dorsten übernommen hat, haben sie ebenfalls alles getan, um den Rasenplatz in einen guten Zustand zu bekommen. Und weil dank Corona über Wochen nicht darauf gespielt wurde, sagt Platzwart Hendrik Brüggemann, der sich die Arbeit mit seinem Vater Jürgen teilt: „Der Rasen ist in einem richtig guten Zustand. So gut war er in den vergangenen Jahren nie.“

Ein bisschen stolz sind die zwei derzeit schon auf „ihren“ Rasen. Gedüngt und vertikutiert haben sie ihn bereits. Regelmäßig sind sie nun auf der Anlage am Bahndamm, mähen und sprengen, um den Rasen in diesem guten Zustand zu halten. „Schöner wäre es“, sagte Brüggemann, „wenn wir auch selber drauf spielen dürften.“ Das war vergangene Woche. Jetzt kann dieser Wunsch fast schon wieder Wirklichkeit werden – auch wenn ein bisschen Schusstraining lange noch kein richtiges Spielen ist.

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Dem Stürmer der Deutener Reserve fehlt nach getaner Arbeit auf jeden Fall der Sport. Eines hat sich allerdings auch während der Corona-Zeit nicht verändert: Nachdem alles erledigt ist, gibt es im Vereinsheim nach wie vor das verdiente Pils aus dem Kühlschrank.

Das ist beim BVH Dorsten nicht mehr möglich. „Wir haben alle Kühlschränke ausgeräumt“, berichtet Vorsitzender Uli Canovi. Bald könnten sie aber wieder gefüllt werden, zumindest, sobald die Kontaktbeschränkungen aufgehoben sind. Denn größere Arbeiten, die Platzwart Schulhoff nicht allein angehen kann, wollen sie beim BVH in den kommenden Wochen und Monaten gemeinsam angehen. „Bei den Trainerbänken am Hybridrasenplatz soll eine Barriere hinkommen, und dann soll da auch gepflastert werden“, sagt Canovi.

Momentan muss das das aber noch warten. Solange die Kontaktsperren in Kraft sind, dürfen nicht so viele Leute mithelfen, um gemeinsame Arbeiten zu erledigen. Selbst wenn die Abstandsregeln eingehalten würden, dürften sich nicht mehrere Helfer versammeln.

Ein weiteres größeres Projekt, das erst einmal in der Warteschleife hängt, ist der Umbau der Kabinen. „Da wollte die Stadt eigentlich im März ihr O.K. gegeben haben“, sagt der Vorsitzende des BVH. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie fiel das aber aus. Der Umbau der alten Kabinen muss also ebenfalls weiter warten. „Aber sobald die Stadt sich dazu äußert und wir auch mit mehreren Leuten anpacken können, weil die Kontaktsperren aufgelöst sind, machen wir uns daran“, verspricht Canovi.

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