Christina Honsel erlebt Wechselbad der WM-Gefühle

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Zarte Hoffnung, herbe Enttäuschung, grenzenloser Jubel – Hochspringerin Christina Honsel durchlebte am Wochenanfang sämtliche Gefühlswelten.

Dorsten

, 18.09.2019, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Insgeheim hatte Christina Honsel auf ihre erste WM-Teilnahme hintrainiert. Die Qualifikationshöhe für die Titelkämpfe vom 27. September bis 6. Oktober in Doha/Katar lag bei 1,94 m. Honsel war bei der U23-EM 1,92 m gesprungen. „Vielleicht“, so hoffte die Dorstenerin, „reicht das noch zum Nachrücken.“

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So richtete sie ihr Training darauf aus und wartete. Bis zum Meldeschluss am Sonntag. Und bis Montagmorgen. Nichts. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte sich nicht gerührt. Brigitte Kurschilgen, Honsels Trainerin bei der LG Olympia Dortmund, überbrachte ihr die schlechte Nachricht.

Am Wochenende schwand die Hoffnung

“Da war ich natürlich ziemlich traurig“, berichtete sie am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion. Am Wochenende habe sie sich zwar langsam darauf eingestellt, dass der Traum vom ersten internationalen Start bei den Frauen platzen könnte. „Aber trotzdem ...“

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Doch dann kam der Dienstag. Kam der nächste Anruf von Birgit Kurschilgen und die erlösende Botschaft: Die IAAF hatte Christina Honsel doch noch zur WM eingeladen. „Da hab‘ ich mich natürlich mega gefreut“, erzählte die 22-Jährige − und bereute gleich, dass sie am Wochenende und am Montag das Training ein wenig hatte schleifen lassen: „Die optimale Vorbereitung ist das natürlich nicht.“

Trainingslager in der Türkei

Wenige Sekunden später hatte sie ihren Optimismus aber schon wieder gewonnen: „Die drei Tage werden schon nicht so ins Gewicht fallen.“ Schließlich geht es schon am Donnerstag zum Trainingslager nach Belek in die Türkei. Dort holt sich die Hochspringerin den letzten Schliff, bevor es Mittwoch kommender Woche weiter nach Doha geht.

Dort erwarten die Leichtathleten bei ihren Titelkämpfen aktuell Temperaturen um die 40 Grad. Doch darum macht sich Christina Honsel wenig Gedanken: „Ich habe gehört, das Stadion sei heruntergekühlt.“

“Wenn du neben einer Weltmeisterin sitzt ...“

Viel mehr beschäftigt sie sich mit Herausforderungen anderer Art: „Bei den internationalen Wettkämpfen geht es ganz anders zu als auf nationaler Ebene. Da gibt es zwei, drei Callrooms, und es dauert sehr lange, bevor du überhaupt ins Stadion kommst. Bei der U23-EM habe ich gezeigt, dass ich damit eigentlich gut klar komme. Aber wenn da eine Weltmeisterin neben dir sitzt, wirst du schon ein wenig nervöser als sonst.“

Ernst wird es für Christina Honsel gleich am ersten WM-Tag am 27. September (Freitag). Um 17.40 Uhr deutscher Zeit beginnt die Qualifikation. Ihr Traum soll aber noch ein paar Tage länger dauern. Bis Montag. Da steigt das Finale.

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