BSV Wulfen holt einen echten Big Man

dzBasketball

Um seine Körpergröße dürften ihn alle Basketballer beneiden, um seinen Arbeitgeber viele andere Männer. Michael Haucke ist 2,10 m groß und arbeitet bei Hunkemöller.

Wulfen

, 03.07.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Mittwoch stellte der BSV Wulfen den 34-Jährigen als nächsten Neuzugang für sein Regionalliga-Team vor.

Deutsche Spieler dieser Größe und dieses sportlichen Formats sind rar gesät. Dass Haucke den Weg nach Wulfen fand, hat der BSV deshalb gleich mehreren glücklichen Umständen zu verdanken. Der erste: Haucke kennt Wulfens neuen Trainer Gary Johnson aus gemeinsamen Zeiten bei den AstroStars Bochum. Die waren nach Eintracht Stahnsdorf einer der Pro-B-Clubs, für die Michael Haucke in seiner rund 15-jährigen Senioren-Karriere auflief. 2010 spielte er mit Stahnsdorf auch schon gegen Wulfen, und das war Punkt zwei, der für den BSV sprach.

“Wulfens Fans stachen heraus“

Denn natürlich könne er sich an jeden Verein, gegen den er gespielt habe erinnern, sagte Haucke. „Aber Wulfen stach da mit seinen Fans wirklich heraus. Das war selbst für Pro-B-Verhältnisse schon außergewöhnlich. Und natürlich ist es cool, wenn man vor so einer Kulisse spielt.“

BSV Wulfen holt einen echten Big Man

Überragend: Michael Haucke (2.v.l.) bei der Vorstellung mit BSV-Hauptsponsor Heinz Schrudde, dem Sportlichen Leiter des BSV Philipp Lensing, Johannes Becker von der Vereinten Vlksbank und BSV-Geschäftsführer Holger Zarth (v.l.). © Andreas Leistner

Punkt drei auf der Habenseite des BSV war schließlich Hauckes berufliche Entwicklung. Seit einigen Monaten ist er in Vollzeit berufstätig. Da ließ sich Pro-A-Basketball, wie er ihn zuletzt für Schalke 04 betrieben hatte, nicht mehr mit restlichen Leben in Einklang bringen. Basketball wollte Haucke aber weiter spielen, also musste ein Verein in der Nähe seines Wohnorts Bochum her. Haucke hatte Kontakt zu diversen Clubs, doch am Ende gaben die Punkte eins und zwei den Ausschlag für Wulfen.

Fitness und Ehrgeiz stimmen

Dass die Wulfener einen Basketball-Rentner verpflichten, der es langsam ausklingen lässt, müssen sie nicht befürchten. „Wir haben Michael beim Training gesehen und kennen seinen Fitnesszustand“, sagte BSV-Vorsitzender Christoph Winck. Und Haucke selbst lässt keinen Zweifel daran, dass sein Ehrgeiz ungebrochen ist: „In Schalke hatte ich zuletzt rund zehn Minuten Spielzeit und kam auf 2,1 Punkte im Schnitt. Ich hatte da auch viel Spaß, aber ich weiß, dass in der Regionalliga anderes von mir erwartet wird, und ich freue mich auf diese Rolle. Ich habe sie in vielen Vereinen schon gespielt, und ich will sie jetzt, wo ich ja keine 20 Jahre mehr auf dem Niveau spielen werde, wiederhaben. Und ich denke, dass ich das kann.“

Seine Position und Spielweise beschreibt Michael Haucke dabei als „klassischer Innenspieler. Ich liebe es, Würfe zu blocken oder mit dem Rücken zum Korb aufzuposten“. Würfe von außen habe er ebenfalls im Repertoire, „aber aktiv suchen tue ich die nicht“.

Nichts mit den Produkten zu tun

Und der Job beim Dessous- und Wäsche-Händler Hunkemöller? Mit 2,10 m wäre Haucke der geborene Security-Mann oder Türsteher ... Doch er winkt ab: „Ich habe Immobilienwirtschaft studiert und bin dafür zuständig, die Instandhaltung der rund 400 Hunkemöller-Filialen in Deutschland zu koordinieren. Mit den Produkten habe ich nichts zu tun.“ Mann kann nicht alles haben.

Lesen Sie jetzt