Franjo Lukenda und die BG Dorsten beneiden Sepp Herberger

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Vor der Kölner Woche mit zwei Spielen gegen die RheinStars würde es die BG Dorsten gerne machen wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 54. Kann sie aber nicht.

von Ralf Weihrauch, Andreas Leistner

Dorsten, Wulfen

, 29.02.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

1. Regionalliga West

BG Dorsten - RheinStars Köln

Sa. 19.30 Uhr, KIA Baumann Arena, Juliusstr. 12, 46284 Dorsten.

Die BG Dorsten steht vor einer Kölner Woche. Der souveräne Spitzenreiter der 1. Regionalliga kommt am Samstagabend zum Meisterschaftsspiel und am Donnerstag zum Pokal-Halbfinale in die KIA Baumann Arena.

Der Vergleich mit Sepp Herbergers Taktik von 1954 liegt nahe. Der hätte am Samstag mit einer kleinen Aufstellung gespielt, um die Kölner dann im Pokal-Halbfinale mit einer vollen Bank zu überraschen. Doch das wird Dorstens Trainer Franjo Lukenda nicht tun: „Selbst wenn ich wollte, könnte ich das nicht. Am Samstag wird das Team spielen, das in Essen gewonnen hat. Wer im Pokal auflaufen wird, kann ich jetzt beim besten Willen noch nicht sagen.“

Eromonsele konnte nicht trainieren

Selbst die Essener Aufstellung ist am Samstagabend noch nicht gesichert, denn Jeffrey Eromonsele konnte in der Woche aus Krankheitsgründen nicht trainieren. Mit Rene Penders ist noch nicht zu rechnen, und auch für Mike Nwabuzor kommt ein Einsatz zu früh.

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Der Amerikaner hat mittlerweile eine Gebiss-Schiene bekommen. Er kann halbwegs schmerzfrei am Lauf- und Wurftraining teilnehmen. „Alles, was aber mit Körperkontakt zu tun hat, ist tabu,“ beschreibt Lukenda die Situation des Importspielers. Der Heilungsprozess schreite zwar sehr gut voran, werde aber noch eine Weile dauern.

Die Dorstener haben in der Meisterschaft noch drei Heimspiele gegen Köln, Wulfen und Rhöndorf. Die möglichen Verbesserungen in der Tabelle sind eher unwichtig, dennoch geht die BG Dorsten ambitioniert in die Schlussphase. Lukenda stellt klar: „Die Mannschaft und auch ich wollen jedes Spiel gewinnen. Das sind wir uns, den Fans, dem Vorstand und auch den Sponsoren schuldig.“

Derby nimmt Sonderstellung ein

Allerdings nimmt die Derby-Revanche schon eine Sonderstellung ein. nach der knappen Hinspiel-Niederlage wollen die Dorstener natürlich einen Sieg gegen die Wulfener einfahren. Ganz eventuell könnte man den BSV in der Tabelle sogar noch überholen.

Wenn der Trainer es sich aussuchen könnte, würde er aber lieber im Pokal erfolgreich sein: „Die Saison ist ja gelaufen. Da spielt am Ende ein Sieg mehr oder weniger keine Rolle. Ein Pokalsieg bleibt aber für immer in Erinnerung.“ Insofern ist das Meisterschaftsspiel ein kleiner Test, wie die Kölner ticken. Köln hat es nicht nötig, zu taktieren, und wird schon am Samstag auf Sieg spielen.

BBG Herford - BSV Wulfen

Sa.19.30 Uhr, SH Friedrich-Gymnasium, Werrestr. 9, 32049 Herford.

Die Ausgangslage ist simpel: Wenn die BSV Münsterland Baskets Wulfen in der 1. Regionalliga West noch die Play offs erreichen wollen, müssen sie am Samstag gewinnen. Das Schwierige daran: Sie müssen zum Tabellenzweiten BBG Herford.

Die Herforder werden mit Omar Zemhoute und Jan Brinckmann zwar auf zwei Leistungsträger verzichten müssen. Dafür haben die Ostwestfalen aber in der Winterpause den Litauer Dainius Zvinklys dazubekommen. Zusammen mit seinem Landsmann Vaidotas Volkus, dem US-Amerikaner Derylton Hill und dem erfahrenen Ole Wendt bietet Herford nach wie vor eine der stärksten Anfangsformationen der Liga auf.

Herford kann sich keine Patzer erlauben

Auch auf Motivationsprobleme der BBG darf Wulfen nicht hoffen. Um in den Play offs Tabellenführer Köln bis zum Schluss aus dem Weg zu gehen, ist der zweite Tabellenplatz für die Herforder enorm wichtig. Im Duell mit Ibbenbüren und Rhöndorf dürfen sie sich deshalb keine Patzer erlauben.

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Der BSV steht also vor einer äußerst schweren Aufgabe – und nimmt sie gerade deswegen gelassen. Weil zum Erreichen der Play offs zuviele Faktoren eintreten müssten, sieht Wulfens Trainer Gary Johnson seine Mannschaft in Ostwestfalen ohne jeden Druck. Zumal er eventuell auch noch auf Center Michael Haucke verzichten muss. Der 2,10-m-Mann hatte schon vor zwei Wochen gegen Köln wegen Rückenproblemen pausiert. Sein Einsatz in Herford ist fraglich. Möglicherweise wird er weiter geschont.

Denn der BSV hat, auch wenn er die Play offs verpassen sollte, noch wichtige Saisonziele: den Sieg im Derby-Rückspiel bei der BG Dorsten am 7. März und eine bessere Platzierung als der Lokalrivale in der Abschlusstabelle. Und dazu braucht er Haucke.

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