Tiefe und Cleverness - dagegen war für BG Dorsten und BSV Wulfen nichts zu holen

dzBasketball

Die Generalprobe ist verpatzt. Eine Woche vor dem Derby kassierten die Regionalliga-Herren der BG Dorsten und des BSV Wulfen Niederlagen gegen Köln und Herford.

Dorsten, Wulfen

, 09.11.2019, 23:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

1. Regionalliga West

RheinStars Köln - BG Dorsten

95:77 (50:40)

Das Duell mit seinem Verfolger in der Liste der Liga-Topscorer hat Dorstens Aufbauspieler Adam Pickett mit zwei Punkten gewonnen. Pickettverbuchte am Samstag 22 Zähler, Kölns Tibor Taras „nur“ 20. Doch das Spiel in Köln, das hat Pickett verloren. Denn die Partie bei den RheinStars war eben mehr als nur ein Duell der Topscorer. Und deshalb entschied am Ende die größere Tiefe des Kölner Kaders.

Dorsten hielt zwar bis ins Schlussviertel Kontakt. Für eine Wende kamen die Gäste aber irgendwie dann doch nie in Frage. Da konnte Jonas Peters noch so gut aus der Dreier-Distanz treffen; da konnte Willi Köhler am Korb eine noch so gute Leistung zeigen. Ohne Gerrit Budde, Sven Morlock oder Abnor Voca fehlten den Gästen einfach die Alternativen, um der Qualität des Spitzenreiters Paroli bieten zu können.

BG: Eromonsele (6), Sinnathamby (o.E.), Pelaj (8/2), Penders (2), Schmidt, Köhler (16), Budde (o.E,), Pedroso (2), Pickett (22/2), Peters (21/6).

BSV Wulfen - BBG Herford

82:89 (37:42)

Stand diese Niederlage schon vor Spielbeginn fest? Beim BSV fiel kurzfristig der erkrankte Michael Haucke aus. Da zudem auch Sadiq Ajagbe verletzt war, war die Centerriege der Gastgeber empfindlich dezimiert. Gegen Herfords Litauer Vaidotas Volkus war das ein enormes Handicap. Volkus sollte es am Ende auf 33 Punkte bringen - gegen Haucke hätte das womöglich anders ausgesehen. Doch trotzdem hatte Wulfen am Samstag Chancen auf den Sieg.

Das lag zum einen daran, dass auch Herford nicht komplett antreten konnte und mit Ole Wendt ebenfalls auf einen ganz wichtigen Mann verzichten musste. Das lag aber auch daran, dass die Wulfener ihre Ausfälle zunächst im Kollektiv kompensierten. Thorben Vadder, Nils Peters, Hendirk Bellscheidt und Alexander Winck angelten sich in der Anfangsphase im Verbund die Rebounds, die sonst wohl aufs Konto von Michael Haucke gegangen wären. Wulfen führte 6:1 (3.) und 9:3 (5.), weil Herford zu Beginn der Partie offensichtlich Eingewöhnungs-Probleme hatte und eine Fahrkarte nach der anderen schoss.

Knapp 15 der ersten 20 Minuten lagen die Gastgeber so in Führung, die Herforder nur drei. Doch das waren die letzten vor der Pause. Beim 33:34 lagen die Gäste erstmals vorn, und das 42:37 zur Pause ließen sie sich bis zum Spielende nicht mehr nehmen.

Denn Herfords Offensive baute zwar auf wenigen Spielern auf. Doch Vaidotas Volkus war nicht der einzige Akteur, gegen den Wulfens Verteidigung kein Mittel fand. Der Amerikaner Derylton Hill setzte seinen massigen Körper effektiv ein, war für kleine Gegenspieler zu kräftig und für große zu schnell - 25 Punkte. Hinzu kam Omar Zemhoute, der meist das Zusammenspiel mit Volkus suchte. Machte die BSV-Defense ihn zu, bediente er den Litauer, ansonsten schloss er selber ab - 20 Punkte.

So reduziert das Herforder Spiel auch war, es war letztlich effektiver als das des BSV. Der setzte öfter auf Teamplay, doch die Abschlüsse waren einfach nicht sicher genug. Aus der Dreier-Distanz waren wieder nur zwei Akteure erfolgreich: Bryant Allen (2) und Jonas Kleinert (5). Das machte das Wulfener Spiel ausrechenbar, und in den entscheidenden Situationen fehlte auch die Cleverness. Während Wulfen wichtige Freiwürfe vergab, zeigten die Gäste an der Linie keine Nerven. Als Derylton Hill 17 Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Ballgewinn gegen Bryant Allen holte und gefoult wurde, sorgte er mit zwei Treffern zum 80:85 für die Vorentscheidung. Der BSV foulte anschließend noch zweimal, und beide Male versenkten die Gäste ihre Freiwürfe sicher zum 82:89-Endstand.

BSV: Silic (o.E.), Winck (10), Brozio (o.E.), Allen (26/2), Terboven, Kleinert (19/5), Bellscheidt (14), Vadder (4), van Buer (2), Piechotta (3), Peters (4).

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