Athletik International will Flüchtlinge integrieren

Vereinsgründung

Athletik International Dorsten will Flüchtlinge über den Sport in der Lippestadt integrieren. Am Sonntag feierte der Verein seine Gründung.

DORSTEN

, 09.10.2017, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Athletik International will Flüchtlinge integrieren

Zur Gründungsfeier von Athletik International Dorsten konnten Vorsitzender Sven Müller (3.v.r.o.) und seine Mitstreiter auch Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff (5.v.l.o.) begrüßen.

Athleik International Dorsten ist kein Sportverein wie jeder andere. Und das nicht nur, weil dort unter anderem auch Cricket gespielt wird. „Wir wollen Flüchtlinge, die in Dorsten leben, über den Sport mit Dorstener Bürgern zusammen bringen“, beschrieb Vereinsvorsitzender Sven Müller am Sonntag bei der AID-Gründungsfeier auf dem Sportgelände an der Marler Straße die Idee, die hinter der Gründung des neuen Clubs steht.

Denn Sport mit Flüchtlingen betreiben der Diplom-Sportlehrer und seine Mitstreiter bereits seit einigen Jahren. Das Problem: Die Flüchtlinge blieben dabei weitgehend unter sich. „Es ist schön, die Menschen mit dem Sport zu beschäftigen“, sagte Müller: „Aber Integration ist das natürlich noch nicht.“

Zunächst bei der LGD

Zunächst erfolgten die Angebote für die Bewohner der Unterkunft an der Bochumer Straße, aber auch für die im Stadtgebiet verteilt lebenden Flüchtlinge in Gruppen der Leichtathletik-Gemeinschaft Dorsten. „Dort“, so Sven Müller, „sind wir auch alle nach wie vor Mitglied.“ Der Impuls, einen eigenen Verein zu gründen, ging dann von Petra Kulhoff aus, die in der Dorstener Stadtverwaltung die Flüchtlingsarbeit der zuständigen Stellen koordiniert.

„Wir dachten, dass wir auf diese Weise so manche bürokratische Hürde leichter nehmen könnten“, berichtete Norbert Weiß, wie Sven Müller eines von zehn Gründungsmitgliedern von Athletik International Dorsten. Zuerst einmal bauten sich aber bei der Gründung selbst neue Hürden auf. „Das war schon recht kompliziert“, gab Sven Müller zu.

Und es gab nicht nur bürokratische Probleme. Im Dorstener Sportausschuss formulierten Politiker und andere Dorstener Sportvereine ihre Bedenken, ob die Flüchtlinge nicht in ihren Gruppen besser aufgehoben seien.

„Da spielten sicher Befürchtungen eine Rolle, der neue Verein könne Trainingszeiten der bestehenden Clubs für sich in Anspruch nehmen“, meinte Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff bei der Gründungsfeier. Die Unsicherheit über die Heimat von Athletik International sei aber nach dem Bürgervotum pro Sekundarschule in Dorsten erst einmal vom Tisch: „Für die nächsten vier, fünf Jahre bleibt die Sportanlage an der Marler Straße ja nun bestehen.“

Cricket-Demonstration

Eine Sorge weniger also, für die Vereinsgründer. Bis zur funktionierenden Integration sehen Sven Müller und seine Mitstreiter auf jeden Fall noch einen langen Weg vor sich. Vielleicht hilft ja die Faszination des Cricket-Spiels, das junge Männer aus Afghanistan und Pakistan am Sonntag bei der Feier demonstrierten. Bürgermeister Tobias Stockhoff staunte auf jeden Fall: „Viel dynamischer, als man denkt.“

Infos zu Athletik International Dorsten per E-Mail unter  svenk.mueller@web.de

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