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Das Spitzenspiel der 2. Regionalliga 2 zwischen den TuS 59 HammStars und dem BSV Wulfen war an Dramatik kaum zu überbieten. Getoppt wurde es nur vom eigenen Liveticker.

von Andreas Leistner

Wulfen

, 24.09.2018 / Lesedauer: 3 min

Um 20.30 Uhr schaue ich am Samstag zum ersten Mal in den Liveticker, den der Wulfener Fanclub Wulfen Xtream zum Topspiel des ersten Spieltages zwischen dem TuS 59 HammStars und dem BSV Wulfen anbietet. Was ich sehe, beruhigt und verwirrt mich gleichermaßen.

Wulfen führt 27:11. Aber es soll noch das erste Viertellaufen. Dabei hat das Spiel doch um 19.30 Uhr angefangen. Was ist da los? Doch das Rätsel löst sich beim Blick in die Bildergalerie schnell auf: Korb kaputt. Der Spielbeginn hat sich verzögert. Doch das hat offenbar eher die Gastgeber als die Wulfener aus dem Konzept gebracht. 31:14 heißt es nach zehn Minuten und beim Seitenwechsel noch 53:40. Es wird also enger. Hohe Führungen haben dem BSV noch nie gut getan. Ich hoffe an meinem Laptop, dass es diesmal anders ist. Ist es aber nicht.

Nach 30 Minuten hat Hamm den Rückstand auf die ominöse Zehn-Punkte-Marke reduziert. Das wird eng.

33:31 Minuten sind gespielt, als Hamm zum ersten Mal ausgleicht. 78:78 heißt es, und ich kann förmlich hören, wie die Hammer Fans Morgenluft wittern. Jetzt bloß gegenhalten und nicht überrollen lassen!

34:42 Minuten: Wulfen kontert. 85:79 heißt es nach einem erfolgreichen Dreier. Wer ihn gemacht hat, schreibt der Liveticker nicht, und kurz darauf irritiert er mich zusätzlich. Es steht nur noch 84:81. War es doch kein Dreier? Ist Wulfen ein Punkt geklaut worden? Es soll nicht der letzte Moment sein, bei dem ich im Trüben fische. Die Nervosität wächst.

37:07 Minuten: Der Wulfener Dreier zum 87:81 beruhigt mich ein wenig. Das könnte reichen. Die Fingernägel bohren sich nicht mehr ganz so heftig in meine Arme.

38:15 Minuten: Der nächste Dreier. 90:84 für den BSV. Hamm nimmt eine Auszeit. Es sieht gut aus.

38:55 Minuten: Die Fingernägel krallen sich wieder ins Fleisch. Nur noch 90:88.

39:20 Minuten: War alles umsonst? Hamm führt 91:90.

39:42 Minuten: Der Liveticker springt auf 92:91 für Wulfen. Hamm hat noch 18 Sekunden für seinen letzten Angriff. Ich warte. Springt die Anzeige noch um? Sie tut es nicht. Es vergeht eine Minute. Zwei. Heißt das, dass Hamms Angriff erfolglos war? Meine Hoffnung wächst. Sonst müsste doch im Ticker was passieren. Doch dann der Schock: Es steht plötzlich 91:91! Wie ist denn nun schon wieder ein Punkt verloren gegangen? Aber es hilft nichts − Verlängerung.

0:00 Minuten: Na super! Die Zeitanzeige funktioniert nicht mehr. Ich weiß also nicht mehr, wieviel Zeit noch bleibt. Ich sehe nur, wie sich Hamm auf 99:94 absetzt. Das ist in der Verlängerung ein Pfund. Das muss der BSV nervlich erst einmal wegstecken. Aber wie lange ist um Himmels Willen noch zu spielen?

0:00 Minuten: Es geht hin und her. Oft nur über Freiwürfe. Bei Hamms 103:101-Führung nimmt der BSV eine Auszeit. Es muss um den letzten Angriff gehen.

0:00 Minuten: 103:103, und ab in die zweite Verlängerung. In der legt diesmal Wulfen vor, und der Vorsprung wächst Punkt für Punkt. Am Ende reicht‘s. 115:107 zeigt der Liveticker statt 114:107, und für micht steht fest: Das nächste BSV-Spiel seh‘ ich mir lieber wieder in der Halle an.

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