Alte Herren des SV Schermbeck gingen auf Spendentour

Fußball

Als großzügige Spender erwiesen sich die Fußballer der Alten Herren des SV Schermbeck. Dafür begaben sie sich in den vergangenen Wochen auf eine ganz besondere Tour.

Schermbeck

, 16.03.2021, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Alte Herren des SV Schermbeck spendeten 1710 Euro.

Als Mitglieder der Alten Herren der Fußballabteilung des SV Schermbeck 2020 überreichten Peter Anders, Michael Sawatzki, André Niebuhr, Nicolai Böing, Jörg Fröhlich und Oliver Deus (stehend v.l.). in der Volksbank Anke Hoyer und Dieter Schmitt (sitzend v.l.) sowie den online zugeschalteten Wilhelmsburger Fußballfreunden jeweils 570 Euro. © Helmut Scheffler

Obmann Oliver Deus überreichte am Samstag im Beisein der Vereinsmitglieder Peter Anders, Nicolai Böing, André Niebuhr, Jörg Fröhlich und Michael Sawatzki in der Volksbank Schermbeck jeweils einen Scheck über 570 Euro an die online zugeschalteten befreundeten Fußballer in Hamburg-Wilhelmsburg und an die Vorstandsmitglieder zweier Schermbecker Gruppen.

Jahrzehntelange Freundschaft mit Wilhelmsburgern

Die „Alten Herren“ des SV Schermbeck verbindet mit den Fußballern aus Wilhelmsburg eine tiefe Freundschaft. Der 1967 gegründete norddeutsche Verein ist keine Spielgemeinschaft im üblichen Sinne, sondern besteht aus ehemaligen Liga- Fußballspielern aller Wilhelmsburger Vereine. Sie tragen ausschließlich Freundschaftsspiele aus und kämpfen nicht um Punkte, sondern für lerngeschwächte und gehandicapte Kinder sowie für behindertengerechte Einrichtungen auf der Elbinsel. 2020 durfte man auf 53 Jahre Spendenerfolg mit einer Spendensumme von mehr als 1 Mio. Euro zurückblicken. Mittlerweile zählen auch regionsnahe Mannschaften wie z.B. der VfB Kirchhellen oder SuS Stadtlohn zu den regelmäßigen Turnierteilnehmern.

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Wegen der coronabedingten Turnierabsage war es in diesem Jahr nicht möglich, die Sozialprojekte der Wilhelmsburger AH-Stadtauswahl während eines Besuches mit zu unterstützen. Um diese Tradition jedoch nicht abreißen zu lassen, haben sich die Alten Herren um André Niebuhr, Michael Sawatzki, Oliver Deus und Peter „Picco“ Anders Gedanken gemacht, wie man trotz der schwierigen Zeiten einen Beitrag zur Unterstützung leisten kann. Immerhin nehmen die Alten Herren seit 1976 an diesem Turnier teil. Durch gegenseitige Wertschätzung konnte der SV Schermbeck die Wilhelmsburger fast genauso oft zu Turnieren begrüßen.

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Die Schermbecker organisierten eine Challenge, bei der die von jedem Teilnehmer gelaufenen Kilometer in bare Münze umgewandelt wurden. Für dieses Projekt konnte man einen Sponsor begeistern, der bereit war, für jeden Kilometer 50 Cent zu spenden. Um diese Summe noch ein wenig zu erhöhen, plante man von jedem Teilnehmer zusätzlich eine Startgebühr in Höhe von 10 € zu erheben.

Vier Wochen lang beteiligten sich 40 Personen an der Challenge, 35 davon aktiv. Den Teilnehmern blieb es dabei überlassen, ob sie einen ausgedehnten Spaziergang mit dem Hund machten oder aber sich die Joggingschuhe anzogen. Nur der Einsatz von technischen Hilfsmitteln wie E-Bikes war nicht gestattet. Hätte man zum Start erahnen können, dass das Wetter einem ein paar Eisbrocken zwischen die Beine wirft, hätte man wohl auch Langlaufski erlaubt.

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„Die Teilnehmer haben entweder durch ihr Startgeld oder aber mit einer Geldspende einen Beitrag geleistet“, berichtet Peter Anders. Man habe viele „Uralt-Spieler“ für diese Challenge begeistern können, die zwar nicht mehr regelmäßig mit nach Hamburg fahren; aber immer noch gute Erinnerungen an „Silbersack“ den „Fischmarkt“ und das „Dollhouse“ haben.

Obmann Oliver Deus dankte allen teilnehmenden Akteuren, Spielerfrauen und weiteren Familienmitgliedern, die speziell auch die sportlichen Herausforderungen während des nicht vorhersehbaren Wintereinbruchs mit Bravour lösten. Viel Lob gab es für Günther Beck und Stefan Zens, die mit ihrer Geldspende einen wesentlichen Beitrag zur Gesamtsumme beisteuerten.

Gesamtsumme wurde gedrittelt

Durch Spenden und Startgelder kamen 1710 Euro zusammen, weit mehr, als man erwartet hatte. Bei der angewachsenen Gesamtsumme beschlossen die Alten Herren, den Betrag zu dritteln. 570 Euro wurden an Anke Hoyer, die Kassiererin des Schermbecker Eltern- und Freundeskreises für Menschen mit und ohne Behinderung e.V, überreicht, der seinen Mitgliedern jährlich ein abwechslungsreiches Programm mit mehreren Ausflügen bietet. Die 570 Euro, die Dieter Schmitt als Vorstandsmitglied der „GAGU-Zwergenhilfe“ erhielt, fließen in den großen Topf, mit dessen Hilfe in Sierra Leone das im Jahre 2012 eingeweihte Kinderheim „Home of hope“ unterhalten werden kann, 2016 ein Ausbildungszentrum in Betrieb genommen und eine Schule erweitert werden konnte und derzeit ein Gesundheitszentrum entsteht.

Die Wilhelmsburger Vereinsmitglieder Jörg Reil, Holger Prischmann und Andreas Meyer verfolgten am heimischen Monitor, wie in der Schermbecker Volksbank der für ihren Verein bestimmte Scheck über 570 Euro von André Niebuhr an Jörg Fröhlich überreicht wurde,.

Mit Abschluss der Challenge am 28. Februar wurden insgesamt 3125 km erlaufen. Drei Läufer knackten die 200-km-Marke: 1. Dani Aidarov 223,9 km; 2. Andreas Strelitz 222,3 km; 3. Ria Rittmann 217,4 km).

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