Youngster der SG Castrop strahlt Torgefahr mit dem Ball in der Hand aus

dzFußball-Bezirksliga

Die SG Castrop hat einen Rohdiamanten in der eigenen Fußball-Jugendabteilung gefunden. Diesen bauen die Bezirksliga-Trainer aktuell bereits in ihre Mannschaft ein.

Castrop

, 30.01.2020, 14:31 Uhr / Lesedauer: 3 min

Welcher Fußball-Verein hätte so etwas nicht gerne? Eine Verstärkung für die erste Senioren-Mannschaft direkt aus dem eigenen Junioren-Bereich. Der Bezirksligist SG Castrop ist in der Winterpause fündig geworden. Luce-Pascal Schneider heißt der junge Kicker mit vollem Namen, der seit Mitte Januar im Senioren-Team für frischen Wind sorgt.

Youngster der SG Castrop strahlt Torgefahr mit dem Ball in der Hand aus

Auch mit dem Ball in der Hand ist Luce Schneider gefährlich. Seine Einwürfe landen weit im Feld, sind gefühlt wie Flankenbälle. © Volker Engel

In vier Testspielen hat der vereinsinterne Neuzugang sieben Tore geschossen. Dafür stand er in den Partien nie die vollen 90 Minuten auf dem Platz. SG-Trainer Tino Westphal hat mit Spielertrainer Dennis Dannemann nunmehr „Luce“, so wird er nur gerufen, fest in das Senioren-Team befördert. Der SG-Coach hatte den in Castrop-Rauxel geborenen Spieler in der A-Jugend vor einem Jahr noch unter seinen Fittichen - und ist völlig überzeugt von dessen Fähigkeiten und Torgefahr.

Westphal erzählte, dass Luce Schneider ihn kürzlich noch auf etwas hinweisen konnte. Tino Westphal hatte gegenüber dem Reporter dieser Zeitung von 50 Toren in der Saison 2018/19 berichtet. Die offizielle Internetplattform fussball.de registrierte in der Kreisliga A für Schneider 37 Treffer. Der Youngster betonte, dass er mit jenen 59 Kreisliga-Toren bei den B-Junioren aus der Saison 2017/18 ja auf über 100 Treffer käme.

Wanderschaft nach Obercastrop, Sodingen und Frohlinde

Eine beachtliche Treffer-Quote. Kann der Fußballer, der im Juli 2019 erst 18 Jahre alt geworden ist, diese Gefahr auch vor dem Tor bei den Senioren entfachen? Westphal ist sich sicher und sagt: „Ansonsten hätten wir ihn nicht hochgezogen.“ Denn auch das Gesamtpaket stimmt. Wie Westphal ist auch Timo Muth, der aktuelle A-Jugend-Trainer von Luce Schneider, überzeugt.

Jetzt lesen

Muth war es, der den Spieler nach dessen fußballerischer Wanderschaft von der SG Castrop zum SV Wacker Obercastrop, zum SV Sodingen und zum FC Frohlinde führte, in die B-Jugend zur SG zurückholte. Muth betont: „Ich bin mit Luce vor zwei Jahren Meister mit den B-Junioren geworden. Ich kenne ihn seit seiner Geburt.“ Der Nachwuchskicker sei „ein feiner Kerl, der weiß, wo das Tor steht“. Muth: „Ich bin gespannt, wie er sich in der Bezirksliga schlägt.“

Dank an den Trainer mit Hattrick

In den Testspielen hat er bei den Senioren schon aufhorchen lassen. Gleich im ersten Spiel schoss er beim 3:2 gegen den DSC Wanne II (Kreisliga A) in der ersten Minute sein erstes Tor. Ein Zufall? Nein. Drei Tage später kam der Nachwuchskicker erst in der zweiten Halbzeit beim 6:0 gegen SC Pantringshof (Kreisliga C) ins Spiel. Er dankte es seinen Trainern mit einem Hattrick binnen 18 Minuten.

Jetzt lesen

Beim 3:2-Sieg gegen VfB Habinghorst (Kreisliga A) schoss er wieder zwei Treffer. Die hätte er auch beim 1:1 gegen den SuS Merklinde (Kreisliga A) verdient gehabt. Den Ausgleich hatte er gemacht, der zweite Treffer wurde per Handspiel auf der Linie gerettet, nachdem Luce Schneider den Ball quer in der Luft wie ein Karate-Tiger mit der Hacke (Westphal) auf das Tor katapultierte. Der Elfmeterpfiff blieb aus.

Kein Grund zum Abheben

Es gibt anscheinend nur Lobenswertes von dem jungen Mann zu berichten. Westphal glaubt auch nicht, dass der erfolgreiche Junge abheben wird: „Er kommt aus gutem Hause und ist bei uns super aufgenommen.“ Und lernwillig sei der Spieler, der beidfüßig die Kugel beherrscht, auch. Damit nicht genug, nennt Trainer Westphal weitere Attribute seines Talents: „Der hat mit seiner Körpergröße von 1,81 Metern einen guten Kopfball und seine Einwürfe kommen wie scharfe Flanken in den Strafraum.“

Neuer Spitzname bahnt sich an

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Jedes Training würde Luce Schneider alles abfragen, was möglich ist. Seit Dienstag hat sich der A-Junior selbst eine neue Aufgabe auferlegt. Er war beim 5:3-Sieg der zweiten Mannschaft der SG (Kreisliga B) gegen SF Hafenwiese (Kreisliga C) unter den Zuschauern. Sein Trainer Tino Westphal, der mitspielte, erzielte vom Anstoßpunkt weg einen Treffer. Luce Schneider habe danach zu seinem Coach gesagt: „Das werde ich jetzt auch trainieren.“

Jetzt lesen

Ob bei aller Treffsicherheit noch niemand auf einen Spitznamen wie Lucky Luke, dem Comic-Helden für Luce gekommen sei? Darauf antwortete Westphal: „Eine gute Idee, vielleicht bringen wir die demnächst ein.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt