Wie Ken Schulz vom Defensivmann zum (fast) besten Torjäger in Castrop-Rauxel wurde

dzSV Wacker Obercastrop

In dieser Saison hat Ken Schulz von Wacker Obercastrop II bereits 21 Tore auf dem Konto. Sollte nach der Corona-Krise weitergespielt werden, kann er einen persönlichen Rekord knacken.

Obercastrop

, 24.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor zwei Wochen war die Welt noch eine andere. Ein Kreisliga-B-Spiel in Castrop-Rauxel - Normalität. Heute aufgrund der Corona-Krise undenkbar. Und doch gelang Ken Schulz an jenem 8. März, dem letzten Spieltag vor der Pandemie, etwas außergewöhnliches: Fünf Treffer erzielte der Angreifer des SV Wacker Obercastrop II beim 7:2-Pflichtsieg über Arminia Sodingen.

In der Castrop-Rauxeler Torjägerliste sprang er mit 21 Toren von Platz fünf auf zwei. Nur Cihangir "Django" Sahinli (Eintracht Ickern) steht noch vor ihm. Der Routinier wird erstmal nicht nachlegen können, da er verletzt ist.

Schulz könnte aber noch einige Tore erzielen, sollte der Fußballkreis seinen Spielbetrieb wieder aufnehmen. Noch ist unklar, wie das gehandhabt werden soll. Bis einschließlich 19. April hat der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen alle Partien abgesagt. Danach soll es laut Spielplan für Wacker II mit dem Lokalduell gegen die SG Castrop II (9.) weitergehen.

Trainer Christian Heyn hatte eine Idee

Während Sahinli seit Jahren verlässlich knipst, ist Wacker-Mann Schulz erst frisch an der Torjäger-Spitze. In der vergangenen Saison traf der Obercastroper 33 Mal. „Im Sturm spiele ich ja erst seit einem Jahr", sagt Schulz am Telefon. Wie bitte?

Genauer gesagt seit dem 17. März 2019. Gegen Eintracht Ickern schnürte Schulz prompt einen Dreierpack.

Ken Schulz möchte einen neuen persönlichen Rekord aufstellen. Er profitiere beim SV Wacker II vor allem von einem starken Mittelfeld.

Ken Schulz möchte einen neuen persönlichen Rekord aufstellen. Er profitiere beim SV Wacker II vor allem von einem starken Mittelfeld. © Volker Engel

„Mein Trainer Christian Heyn hatte damals die Idee, mich vorne reinzustellen", erinnert sich der Angreifer, der in der Saison davor nur fünf Tore machte. Kein Wunder: Er war Mittelfeldspieler, meist im defensiven Bereich. Fast auf den Tag genau ein Jahr danach ist er auf gutem Weg, seinen persönlichen Rekord einzustellen.

Ken Schulz profitiert vom starken Mittelfeld

Dabei hatte er Mitte der Hinrunde einen kleinen Durchhänger, der inzwischen überwunden scheint. Die Partie gegen Sodingen war das beste Beispiel dafür. „Ich bekomme viele Chancen und muss meist nur noch den Fuß hinhalten", sagt der 28-Jährige. Er profitiere vom Mittelfeld. „Da muss ich viele Namen nennen: Marco Kraschewski, Joshua Stammers, Alkan Erdogrul oder Muhammet Okutucu. Dazu Myron Dretakis, der sich als Außenverteidiger oft mit einschaltet." Und vorne drin steht Ken Schulz, der spätberufene Torjäger.

Verbesserungsmöglichkeiten sieht er aber noch. Wacker II belegt aktuell Rang sieben. Nach unten ist man abgesichert, der Aufstieg ist kein Thema. „Es geht nur um die Goldene Ananas", gesteht Schulz. Ziele seien aber noch da. Ein paar Ränge soll es nach oben gehen und möglichst viele Castrop-Rauxeler Klubs sollten am Saisonende hinter Obercastrop sein, wenn es nach Schulz geht.

Platz drei, die Reserve von Eintracht Ickern, ist sieben Zähler entfernt. Dazwischen steht Victoria Habinghorst. „Wir müssen uns vor niemandem verstecken. In den vergangenen Jahren hatten wir jedoch einen viel breiteren Kader. Die Qualität ist noch da, bei einigen Spielen war echt Not am Mann", sagt Schulz. Unterstützung kam oft von den Alten Herren.

Enge Duelle um den Aufstieg mit Frohlinde II

Vor ein paar Jahren hatte Wacker II noch um den Kreisliga-A-Aufstieg gespielt und sich ein spannendes Duell mit der Reserve des FC Frohlinde geliefert. Anschließend rückte die Tabellenspitze der B-Kreisliga weiter auseinander. Mit dem FC Castrop-Rauxel und VfB Habinghorst hatte die Klasse in den beiden vergangenen Jahren stets eine dominierende Mannschaft zu bieten. Nun hat sich Eintracht Ickern schon einen beruhigenden Vorsprung aufgebaut.

Zunächst wird es also nichts mit dem Aufstieg. „Mit Wacker Obercastrop in der Kreisliga A zu spielen, wäre aber ein Traum von mir. Ich bin hier sehr glücklich", so Schulz. „Ich hoffe, dass ich noch ein paar gute Jahre habe." Die passende Position hat er inzwischen ja gefunden.

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