Warum beim Sieg des FC Frohlinde die Polizei anrücken musste

dzFußball-Landesliga

Der Landesligist FC Frohlinde (1.) gewann am Donnerstagabend mit 2:0 gegen Firtinaspor Herne (4.). Doch der Ausgang der Partie geriet aufgrund eines Polizeieinsatzes in den Hintergrund.

Frohlinde

, 19.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Dietrich Liskunov und Kevin Brewko erzielten die Tore für den FC Frohlinde (1.) beim 2:0-Sieg in der Fußball-Landesliga gegen Firtinaspor Herne (4.). Der Fußball geriet indes zur Nebensache. Am Schluss musste gar die Polizei gerufen werden.

Nämlich zum Schutz des jungen Schiedsrichters Yannik Rupert aus Dortmund, vor dessen Kabine sich nach Spielschluss Spieler aus der Nachbarstadt drohend aufgebaut hatten. Der Referee zeigte in der 26. Minute einem Gäste-Spieler die Rote Karte nach einem Foulspiel an der Mittelinie und verwies gleich danach einen weiteren Akteur aus der Nachbarstadt nach einer Rudelbildung mit Gelb-Rot vom Platz. Der Schiedsrichter hatte fortan alle Spieler und anscheinend die gesamte mitangereiste Fan-Gemeinde aus Herne gegen sich.

Herner zerstören Banden und Werbetafeln in der Brandheide

Er wurde auf Übelste beleidigt, mit Ausdrücken, die hier nicht erwähnt werden. Staffelleiter Helmut Engelage (Herne) konnte das als Zuschauer zwischen den Trainerbänken miterleben und hören. Er hatte sich direkt nach dem Spiel mit dem Betreuer von Firtinaspor, Steffen Baum, unterhalten. Ein Statement zu den Vorkommnissen wollte der Funktionär nicht abgeben: „Ich muss erst den Bericht des Schiedsrichters abwarten.“

Dabei blieb es nicht nur bei den verbalen Entgleisungen. Wie Werner Hülsmann vom FC Frohlinde nach Spielende erzählte, kommen zerstörte Banden und abgerissene Werbetafeln neben der Trainerbank der Gäste dazu. Im wahrsten Sinne des Wortes „brannte die Brandheide“. Frohlindes Trainer Michael Wurst sagte: „Ich muss den jungen Schiedsrichter loben, der seine Linie durchgezogen hat.“

Warum beim Sieg des FC Frohlinde die Polizei anrücken musste

Die Sportanlage Brandheide des FC Frohlinde © Tobias Weckenbrock

Es hätte ein schönes Fußballfest werden können. 365 Zuschauer passierten das Kassenhäuschen an der Brandheide. In der heutigen Zeit schon eine Seltenheit. Das Spiel begann wie erwartet. Die Gäste als beste Rückrunden-Mannschaft kamen gut ins Spiel. Den Hausherren merkte man in einigen Situationen die Last der drei Niederlagen in Folge an. Es gab viele hektische Aktionen. Selbst als Frohlinde in zweifacher Überzahl agierte, dauerte es bis zur 56. Minute ehe Dietrich Liskunov mit einem feinen Schuss von der linken Seite ins rechte Winkeleck den Weg zum Sieg einleitete. Chris Matuszak hatte vorgelegt, wie auch auf Kevin Brewko, der das 2:0 (80.) erzielte.

Timo Erdmann ist gegen Günnigfeld wieder dabei

Nach dem aufreibenden Spiel am Donnerstagabend müssen die Frohlinder Fußballer am Ostermontag beim VfB Günnigfeld antreten. Die Gastgeber stehen mit erst 16 Punkten auf dem letzten Platz und haben am Donnerstagabend eine 1:8-Klatsche beim SV Brackel kassiert. Eindeutiger könnten also die Gegensätze in diesem Spiel nicht sein. Der FC Frohlinde ist als Spitzenreiter natürlich der Favorit. Das Trainer-Duo Stefan Hoffmann und Michael Wurst kann dazu auf Timo Erdmann setzen. Der Mittelfeldmann hat seine fiebrige Erkältung überwunden, wie er am Spielfeldrand am Donnerstag erzählte.

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