Historisches Déjà-vu: Wacker Obercastrop und FC Frohlinde stehen im Kreispokal-Endspiel

Fußball

Glückwunsch an den SV Wacker Obercastrop und den FC Frohlinde zum Einzug in das Kreispokal-Endspiel. „Das hat es noch nie gegeben!“ - Nein, das stimmt nicht.

Castrop-Rauxel

, 09.08.2020, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ende Mai 2014 standen sich der FC Frohlinde (l/Jimmy Thimm) und der SV Wacker (r/mit Bastian Fritsch) schon einmal in einem Kreispokal-Endspiel gegenüber.

Ende Mai 2014 standen sich der FC Frohlinde (l/Jimmy Thimm) und der SV Wacker (r/mit Bastian Fritsch) schon einmal in einem Kreispokal-Endspiel gegenüber. © Jens Lukas

Es war am 29. Mai 2014. Für Castrop-Rauxel ein sport-historischer Tag. Denn im Endspiel des Fußball-Kreispokal-Wettbewerbs standen sich zwei Castrop-Rauxeler Mannschaften an der Brandheide gegenüber: der FC Frohlinde und der SV Wacker Obercastrop.

Mit 2:1 hatte damals der Gastgeber FCF die Nase vorn. Sechs Jahre und fast drei Monate später war dieses Duell wieder möglich - und somit ein historisches Déjà-vu. Der SV Wacker machte am Samstag seine Hausaufgaben – vom Elfmeterpunkt gegen den SV Wanne 11.

Der aktuell größere Halbfinal-Coup gelang Frohlinde mit dem letztlich deutlichen 4:1-Sieg gegen den Westfalenligisten DSC Wanne. Und sorgte damit für die Neuauflage des Fußball-Leckerbissens aus Castrop-Rauxeler Sicht.

Leser Thomas Stankowski hat einen wichtigen Hinweis gegeben: Das 2014er-Endspiel war nicht die Premiere eines rein Castrop-Rauxeler Endspiels. Das hatte es bereits in den 1980er Jahren gegeben - auf neutralem Platz zwischen dem SuS Merklinde und Eintracht Ickern (mit Trainer Klaus Prahl). Martin Broll, aktuell Sportlicher Leiter von Merklinde, meint: „Das müsste 1981 gewesen sein. Danach hat der SuS danach im Verbandspokal gespielt, soweit ich mich erinnern kann.“

Schade ist, dass beim Kreispokal-Endspiel 2020 wahrscheinlich nur 300 Zuschauer der Partie vor Ort sehen dürfen. Am Vatertag 2014 waren es 800 Fans gewesen. Wahrscheinlich ist das Interesse nochmals so groß, das Kartenkontingent leider nicht.

Ruhr Nachrichten-Reporter Jürgen Weiß schrieb damals:

Als der „Ur-Frohlinder“ Michael Janus in der 88. Minute den Ball zum 2:1 im Kreispokal-Finale in die Maschen des SV Wacker Obercastrop (Bezirksliga) jagte, war die Glückseligkeit bei den Kreisliga-A-Fußballern des FC Frohlinde komplett.

Zuvor hatte der hoch aufgeschossene Maximilian Ruffer per Kopfball das 1:0 des Obercastropers Stefan Kitowski aus der 55. Minute zum 1:1 (75.) egalisiert. Der Jubel an der Brandheide verbreitete sich wie Flächenfeuer auf trockenen Wiesen. Hier FCF-Trainer Jürgen Litzmanski in einer großen Spielertraube, dort Wacker-Coach Andreas Dornieden, der seine auf dem Boden liegenden Akteure trösten musste. Das waren Bilder, die Szenen aus den nationalen und internationalen Profi-Etagen, national wie international der vergangenen Wochen glichen. Mit dem Erfolg hat sich der Kreispokalsieger FC Frohlinde auch die Teilnahme am Westfalenpokal gesichert.

Das Wetter war nicht so wie angesagt, doch das angekündigte Fußball-Spektakel hielt, was es versprach. Rund 800 Zuschauer hatten sich eingefunden, um am recht kühlen „Vatertag“ das aus Castrop-Rauxeler Sicht einzigartige Kreispokal-Finale zwischen zwei heimischen Mannschaften mitzuerleben. Hier der FC Frohlinde, gerade frisch gebackener Aufsteiger, dort der gestandene Bezirksligist aus Obercastrop.

Doch auch die Kicker aus der Erin-Kampfbahn konnten letztlich die Frohlinder in ihrem Erfolgsdrang nicht stoppen. Nach der Fußball-Feldmeisterschaft im vergangenen Sommer, dem Hallentitel im Winter und dem Aufstieg in die Bezirksliga nun also der finale Erfolg gegen den künftigen „Klassenkameraden“. Frohlinde stand schon vor dem Anpfiff Kopf. Die Parkplätze proppenvoll, die Autos reihten sich gar die Merklinder Straße bis in den Nachbar-Stadtteil hinein.

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Da passte es auch, dass vor dem Spiel noch der Schlager „Ich bau dir ein Schloss“ aus den Lautsprechern dröhnte, denn „Luftschlösser“, die sich schnell auflösen, sind im Frohlinder Tal nicht in Sicht.

Die Gäste aus Obercastrop hatten lange Zeit am Pokalsieg gearbeitet und mussten schließlich doch der eigenen Kraft Tribut zollen. Dabei hatten sie noch direkt nach der Halbzeitpause einen Zahn zugelegt und Vorteile erarbeitet. Nicht von ungefähr fiel da das 1:0 von Kitowski, das Bastian Fritsch mit einer kraftvollen Aktion vorbereitete. Doch mit der Kraft war es dann vorbei. Die muskulären Probleme von Kitowski, Marcel Herder und Myron Dretakis, waren der Anfang von Wackers Ende. Auf der Gegenseite flammte der Freudenfunke an der Brandheide.

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