Wacker Obercastrop darf den Stadtmeister-Pokal behalten

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Die Fußball-Stadtmeisterschaft ist ein absoluter Höhepunkt eines jeden Fußballjahres in Castrop-Rauxel. In diesem Jahr fallen sie aus, obwohl sie theoretisch stattfinden könnten.

Castrop-Rauxel

, 27.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fußball-Stadtmeisterschaft war in der Vergangenheit oft der Höhepunkt in der Saisonvorbereitung der Castrop-Rauxeler Vereine. Für sie geht es hier nicht nur um Preisgelder, sondern auch um das Prestige, sich Stadtmeister nennen zu dürfen. Jahr für Jahr kämpfen die Mannschaften um diesen Titel. 2020 ist wegen des Coronavirus aber alles anders.

Frohlinder verzichten

Denn in diesem Jahr wird kein Stadtmeister auf dem Feld gekürt werden. Das bestätigte Jürgen Ewers, Geschäftsführer des FC Frohlinde, der in diesem Jahr das Turnier ausgerichtet hätte, auf Anfrage. „Wir haben noch nichts in die Richtung geplant und werden das auch lassen, weil uns das zu unsicher ist“, sagte Ewers.

Normalerweise hätte die Senioren-Stadtmeisterschaft im Juli an der Brandheide stattfinden sollen. „Wir wissen ja aber gar nicht genau, wie das mit dem Thema Zuschauer ist“, sagte Ewers.

Das sei am Ende auch eine Kostenfrage. Da es für die Mannschaften auch Preisgelder gibt, befürchtet der Verein, auf den Kosten sitzen zu bleiben, wenn wegen fehlender Zuschauer die Einnahmen von Essen- und Getränkeverkauf ausblieben. „Mit nur 100 Zuschauern ist das Projekt ein Verlustgeschäft. Und der Aufwand, ein Hygienekonzept aufzustellen, auf dessen Einhaltung wir achten müssen, lohnt sich nicht“, sagte Ewers.

Ausfall trotz Lockerungen

Deshalb wird das Turnier in diesem Jahr nicht stattfinden, obwohl nach einer Lockerung der Coronaschutzverordnung vom 15. Juni wieder bis zu 30 Personen an der frischen Luft Kontaktsport betreiben dürfen. In einer Pressemitteilung vom 23. Juni erklärte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) zudem, dass er Testspiele unter Auflagen genehmigen werde. Eine Vorgabe ist jedoch, dass die Zuschauerzahl auf 100 Personen beschränkt ist. Mehr dürfen nicht rein.

Zu diesem Zeitpunkt stand eine Absage aber ohnehin schon fest. Das bestätigte auch Carsten Cwik, Leiter der Sparte Fußball im Stadtsportverband (SSV). Der SSV hielt eine Ausrichtung der Stadtmeisterschaft ebenfalls nicht für sinnvoll. „Der FC Frohlinde würde einfach enorme Verluste haben. Es sei auch fraglich gewesen, wie viele Vereine überhaupt teilgenommen hätten“, sagte Cwik. Titelverteidiger SV Wacker Obercastrop darf den Stadtmeister-Pokal dadurch behalten und muss ihn erst 2021 zur Verfügung stellen.

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Schon die Junioren-Stadtmeisterschaften, die ebenfalls der FC Frohlinde ausrichten sollte, sind ausgefallen. Eigentlich war das Turnier im Juni geplant. Und auch auf das Thema Hallenstadtmeisterschaften im Winter blickt Cwik eher skeptisch. „Ich werde die Turniere ausschreiben. Wer sie ausrichten möchte, kann sich bewerben“, sagt Cwik. Allerdings glaubt er, dass es schwierig werden könne, Vereine zu finden, die Gastgeber sein wollen. Immerhin gebe es aber schon einen Bewerber, den er allerdings noch nicht nennen wolle, sagt Cwik.

Frohlinde bleibt Gastgeber

Für die Stadtmeisterschaften auf dem Feld im nächsten Jahr gibt es schon einen Gastgeber. Weil der FC Frohlinde die Stadtmeisterschaften bei den Senioren- und Junioren in diesem Jahr nicht ausrichten konnte, hat der Verein im kommenden Jahr das Anrecht darauf, betonte Cwik.

Und auch für die Nachwuchskicker gibt es ein Trostpflaster: Einen Tag, nachdem der FLVW Testspiele bei den Senioren wieder erlaubt hatte, verkündete er auch ein Datum für die Junioren. Sie dürfen ab dem 1. Juli wieder in Testspiele gegeneinander antreten.

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Die Fachbereiche Sport sehen jedoch erhebliche Probleme bei der Nutzung von Kabinen und Duschräumen, teilten die Verantwortlichen des Fußballkreises Herne/Castrop-Rauxel mit. Auch wenn auf Spielfeld der Kontaktsport gestattet sei, gelte in den Kabinen und Duschräumen die Einhaltung der Abstände. Dies schließe eine Kabinennutzung nahezu aus.

Ein weiteres Problem sieht der Kreis im Erfassen der auf dem Platz anwesenden Zuschauer (maximal 100 Personen). Neben der Erfassung der Daten muss auch eine Einverständniserklärung der jeweiligen Person eingeholt werden, dass die Daten erfasst werden dürfen. Wird diese verweigert, darf die Person die Anlage nicht betreten.

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