Wacker Obercastrop brennt auf Westfalenliga-Premiere gegen 2613-Seelen-Dorf

dzFußball-Westfalenliga

Die lange Wartezeit hat ein Ende: Am Sonntag, 6. September, beginnt das Abenteuer Westfalenliga für den SV Wacker Obercastrop. Der erste Gegner kommt aus dem sauerländischen Gerlingen.

Obercastrop

, 04.09.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Erin-Kampfbahn an der Karlstraße erlebt eine Premiere. Noch nie hat ein Fußballteam aus Obercastrop in der Westfalenliga gespielt. Noch nie kamen Gegner, von denen man vorher kaum etwas gehört hat. Wie der FSV Gerlingen, der am Sonntag rund 100 Kilometer hinter sich bringen muss, um zum Spiel zu kommen.

Gäste waren abgeschlagenes Schlusslicht

Dauerkarte im Angebot

  • Der SV Wacker Obercastrop verkauft Saison-Dauerkarten ab Samstag, 5. September, ab 10 Uhr in der Erin-Kampfbahn.
  • Die Preise liegen bei 105 Euro (Vollzahler), 75 Euro (Rentner oder Schwerbehinderte) sowie 30 Euro (Frauen).
  • Der Vorsitzende Martin Janicki wirbt dafür mit dem Slogan „15 Spiele zahlen, zwei geschenkt“.
  • Gültig ist die Dauerkarte für alle Sonntagsspiele an der Karlstraße. Westfalenpokal- und Kreispokal-Spiele müssen allerdings extra bezahlt werden.

Gerade der Corona-Abbruch sorgt dafür, dass es zu diesem Vergleich überhaupt kommt. Dass die Obercastroper Kicker von Trainer Aytac Uzunoglu auch ohne Saison-Abbruch in die Westfalenliga aufgestiegen wären, betonen viele. Gerlingen hat indes von dem „Aus“ profitiert. Abgeschlagen mit erst zwei Siegen auf dem Konto standen die Sauerländer aus dem 2613-Seelen-Dorf quasi schon vor dem Abstieg in die Landesliga, ehe die Serie eingefroren wurde. Selbst der Sportliche Leiter der Sonntags-Gäste, Stefan Büdenbender, hatte in einem Gespräch unserer Redaktion unter der Woche gesagt: „Wir müssen ehrlich sein: Wir wären abgestiegen.“

Wie wird es am Sonntag? Liegt hier die große Chance für den SV Wacker, direkt die ersten Punkte zu holen? Steffen Golob, Co-Trainer der Obercastroper, ist vorsichtig und sagt: „Wir wollen unser Spiel durchziehen. Aber wir haben auch Respekt vor den Gerlingern, weil die schon wissen, wie es ist, in der Westfalenliga zu spielen.“ Beide Vereine wissen allerdings nicht, was jeweils auf sich zukommt. Gerlingens Trainer Stefan Breuer sagte: „Ich kenne die Wacker-Mannschaft überhaupt nicht, vielleicht bekomme ich ja noch einige Informationen.“

Auch Wacker-Mann Golob liegt bei seiner Aussage auf ähnlicher Wellenlänge: „Gerlingen ist eine große Unbekannte. “

Fehlt bei der Wacker-Westfalenliga-Premiere: Aufstiegs-Keeper David Scholka.

Fehlt bei der Wacker-Westfalenliga-Premiere: Aufstiegs-Keeper David Scholka. © Volker Engel

Personell gibt es bei den Obercastropern einige Ausfälle: Bastian Fritsch hat weiterhin Schmerzen unter einem Fuß. Martin Kapitza fällt mit seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel aus dem Kreispokal-Finale gegen den FC Frohlinde (2:0) aus. Stefan Kitowski befindet sich auf einer Reise. Wie auch Torwart David Scholka, der nach seiner Hochzeit vor 14 Tagen in die Flitterwochen abgedüst ist. Neuzugang Nils Gehrmann gibt somit sein Debüt in einem Pflichtspiel.

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Eng wird eng auf der Karlstraße

Der 1. Vorsitzende Martin Janicki wartet auf einen „spannenden Tag für den Verein“. Er selbst fährt am Montag in die Flitterwochen und kann so noch am Sonntag wieder als Stadionsprecher agieren. Ein Problem sieht der Wacker-Chef in dem Verkehrsaufkommen. Wie Gerlingens Sportlicher Leiter Büdenbender erzählte, werden Spieler und Fans (50 Gästefans sind zugelassen) nicht mit einem Bus, sondern mit ihren Autos aus dem Sauerland anreisen. Janicki sagte: „Das könnte eng an der Karlstraße werden. Gerlingen, das habe ich gehört, ist bekannt für seine Fankultur.“

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