Timo Jogwer verschwand plötzlich von der Wartburginsel - und findet Glück in der Nachbarschaft

dzWas macht eigentlich...?

Beim RV Rauxel wirkte Timo Jogwer als Spieler und Funktionär. Mit 12 Jahren kam er auf die Wartburginsel und feierte später mit den Herren 40 Erfolge. Er ging, als sich das Team trennte.

Castrop-Rauxel

, 18.05.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tennisspieler Timo Jogwer und der RV Rauxel wurden jahrelang in einem Atemzug genannt. Doch vor zwei Jahren verschwand Jogwer plötzlich von der Wartburginsel. 2017 hatte er mit den Herren 40 noch das Endspiel um die Westfalenmeisterschaft erreicht. Durch das 3:6 beim THC Münster verpassten die Rauxeler allerdings den Aufstieg in die Regionalliga. In den beiden vorangegangenen Hallen-Spielzeiten hatten sie es jeweils ins Westfalenliga-Endspiel geschafft.

Als Kind schwang Jogwer zunächst beim TC BW Wanne den Schläger, dort trainierte ihn Harald Bultmann. Mit zwölf Jahren wechselte Jogwer - gemeinsam mit Bultmann - zum RV Rauxel. „Dies war rückblickend für mich eine unglaublich wichtige Entscheidung“, erklärt Johwer, „beim RVR habe ich eine für den Tennissport eher ungewöhnliche Atmosphäre kennengelernt. Dort war Tennis kein Einzel- sondern ein Mannschaftssport.“

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Über Jahrzehnte gemeinsam am Ball

Ein fester Stamm von Spielern wuchs auf der Wartburginsel heran. Mit Andreas Hoffmann und Colin Jost spielte Jogwer bereits 1993 bei der ersten Herren-Mannschaft zusammen. 30 Jahre lang war Jogwer für verschiedenen RVR-Teams am Ball - und feierte Erfolge.

2004 wurde er mit den Herren Vize-Westfalenmeister. Mit den Herren 30 erlangte er dann den Westfalenmeister-Titel und schaffte somit den Sprung in die Regionalliga. Dort hielten sich die Rauxeler einige Jahre, wurden einmal Vize-NRW-Meister. Mit den Herren 40 gelangte Jogwer zu mehreren Westfalenliga-Endspiele - zuletzt im Jahr 2017.

Die Herren 40 des RV Rauxel im Jahr 2016: (v.l.) Colin Jost, Andreas Hoffmann, Sebastian Freund, Andreas Block, Timo Jogwer und Roland Sümpelmann.

Die Herren 40 des RV Rauxel im Jahr 2016: (v.l.) Colin Jost, Andreas Hoffmann, Sebastian Freund, Andreas Block, Timo Jogwer und Roland Sümpelmann. © Volker Engel

Während der Saisonplanung für 2018 platzte dann die Bombe: Das Team, das teilweise über Jahrzehnte gemeinsam gespielt hatte, löste sich auf. 14 Tage vor dem Ende der Wechselfrist. Sebastian Freund schloss sich dem Dortmunder TK RW an. Marc Kiwitt ging zum Ratinger TC. So fand „diese lange RVR-Geschichte dann ein weniger schönes Ende“, so Jogwer, „nach dem Vize-Westfalenmeister-Titel im Sommer 2017, hatten wir eigentlich geplant, unverändert in die nächste Saison zu gehen.“

Chance beim TC Parkhaus in Herne

Somit verblieben nicht genügend Spieler an der Wartburginsel, um eine komplette Westfalenliga-Saison zu bestreiten. In der Kürze der Zeit gelang es auch nicht, andere Spieler auf die Wartburginsel zu holen. „Diese Situation war deshalb besonders bitter, weil sich deshalb ein Team auflösen musste, in dem Spieler über viele Jahrzehnte miteinander gespielt haben“, so Jogwer, „unser oberstes Ziel war, weiter zusammen zu spielen.“ Und so entschloss sich der Lehrer (Sozialwissenschaften und Sport), den Verein zu verlassen, in dessen Vorstand er acht Jahre gewirkt hatte und zehn Jahre für den Herren-Leistungsbereich verantwortlich war.

Timo Jogwer spielte bis zum Jahr 2018 für den RV Rauxel.

Timo Jogwer spielte bis zum Jahr 2018 für den RV Rauxel. © Volker Engel

Andreas Hoffmann, Colin Jost, Henrik Sobzcak, Andreas Block und Jogwer ergriffen die Gelegenheit, die sich ihnen beim TC Parkhaus Wanne-Eickel bot. Dort konnten sie weiterhin - zusammen mit den Wanner Spielern - weiterhin gemeinsam in der Westfalenliga antreten. Mit dem neuen Parkhaus-Team gewann Jogwer 2019 sowohl im Sommer als auch im Winter der Westfalenmeister-Titel.

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Zehnfacher Deutscher Meister

Auch Jogwers Weg zu zehn DM-Titeln im Beach-Tennis führte über den RV Rauxel, wo er zu Beginn des neuen Jahrtausends ein Plakat zu den Westfalenmeisterschaften in Hagen sah. Gemeinsam mit Jan Nottenkämper trat Jogwer zwölfmal bei den Deutschen Meisterschaften im Doppel an, zehnmal gewann das Duo. „Wir hatten zuvor keine Ahnung, wie das Spiel genau funktioniert“, erklärt Jogwer, „wir wussten aber, dass das genau unser Ding sein würde. Wir hatten halt schon immer ein Faible für Stopps, Lobs und Kleinfeld-Tennis.“ Zweimal siegte er im Mixed an der Seite von Maren Eckard (damals noch Scholz).

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