Tennis-Herren des TuS Ickern treten nicht an - Tönnies trägt die Schuld

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Das ist eine Überraschung: Nach dem dritten Westfalenliga-Spieltag gab es die Nachricht, dass die Tennis-Herren des TuS Ickern die Schläger komplett in den Taschen lassen.

Ickern

, 28.06.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bevor sie einen einzigen Filzball über das Netz geschlagen haben, endet für die Tennis-Herren des TuS Ickern die Westfalenliga-Saison. „Wir werden die Mannschaft zurückziehen“, erklärte TuS-Geschäftsführer Heiko Sobbe am Sonntagnachmittag (28. Juni) gegenüber unserer Redaktion. „Wir wissen nicht, wie die Lage in fünf Wochen sein wird. Wir wissen nur, dass Herr Tönnies unsere Saison kaputtgemacht hat.“

Das Duell am dritten Westfalenliga-Spieltag gegen den TC Herford sollte am Kattenstätter Busch steigen. Weil Herford in der Nähe des Kreises Gütersloh* liegt, wo sich über 1500 Mitarbeiter eines Schlachtbetriebs mit Corona infiziert haben. hatten Herford und Ickern sich entschlossen, das Spiel nicht auszutragen.

Keine Sanktionen, keine Absteiger

In der vom Westfälischen Tennisverband (WTV) wegen der Coronakrise ausgerufenen „Übergangssaison“ ist das ohne Sanktionen möglich. Auch Absteiger wird es in diesem Sommer keine geben.

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Vor dem ersten Spieltag hatten TuS Ickerns Herren einen möglichen Start-Verzicht in der Westfalenliga für sich ausgeschlossen. Aufgrund von zurückgezogenen Konkurrenten hatten die Ickerner an den ersten beiden Spieltagen spielfrei. Das dritte Duell wurde am Donnerstag abgesagt. Nun endet also die Spielzeit der Ickerner Herren, bevor sie überhaupt angefangen hat. Die Partie gegen Herford sollte zunächst am 8. August nachgeholt werden, eine Woche vor dem Ende der Tennis-Sommerpause. Danach standen noch zwei Partien auf dem Spielplan, gegen Hiltrup und Wanne-Eickel.

Bedenken wegen Infektionszahlen

Doch das scheint den Verantwortlichen des TuS Ickern zu riskant. „Unser Corona-Beauftragter Dr. Andreas Schumacher hat ebenfalls Bedenken geäußert, weil die Zahl der Infektionen rund um Herford derzeit wieder ansteigt“, sagt Sobbe, „das gesundheitliche Risiko ist einfach zu hoch.“ Außerdem wolle man nicht riskieren, die Tennisanlage am Kattenstätter Busch nochmal schließen zu müssen.

Maximilian Flüggen hat in dieser Westfalenliga-Saison keine Verpflichtungen mehr gegenüber der ersten Mannschaft. Er soll nun für die Reserve in der Ruhr-Lippe-Liga aufschlagen.

Maximilian Flüggen hat in dieser Westfalenliga-Saison keine Verpflichtungen mehr gegenüber der ersten Mannschaft. Er soll nun für die Reserve in der Ruhr-Lippe-Liga aufschlagen. © Volker Engel

Der Wunsch nach Sicherheit - und zwar Planungssicherheit - steckt ebenfalls hinter dem Rückzug der Ickerner Herren. Die TuS-Spieler Vadym Ursu (Ukraine) und Dan-Alexandru Tomescu (Rumänien) saßen vor dem dritten Spieltag mit Flugtickets und negativen Coronatests auf gepackten Koffern - dann kam die Absage. „Luca Sobbe möchte das eine oder andere Turnier spielen, das kann er aber nicht, wenn er für die Mannschaft zur Verfügung stehen muss“, so Heiko Sobbe.

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Flüggen für Reserve am Ball

Und auch für Maximilian Flüggen, der extra für das Duell gegen Herford seinen Kurzurlaub vorzeitig beendet hatte, schafft der TuS nun Fakten. „Er wird für die zweiten Mannschaft spielen können“, sagt Sobbe, „auch wenn das vielleicht für den TC Castrop 06 nicht ganz so schön ist.“ In der Ruhr-Lippe-Liga treffen die Herren des TuS Ickern II und der TC Castrop 06 am Sonntag, 16. August, zum Lokalderby aufeinander.

* In einer ersten Version hatten wir geschrieben, Herford liege im Kreis Gütersloh. Herford ist aber die Kreisstadt des Kreises Herford. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
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Duell der Tennis-Herren des TuS Ickern in der Westfalenliga mit dem TC Herford wurde abgeblasen. Der Grund dafür ist die Angst vor einer Ansteckung mit Corona. Von Christian Püls

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