Tag X: Nicht alle Tennisvereine sind dafür gewappnet

dzTennis

Der Westfälische Tennisverband hofft auf die Öffnung der Tennisanlagen ab dem 4. Mai. Daher bereiten sich die Vereine auf diesen Tag vor. Der WTV hat ihnen Richtlinien an die Hand gegeben.

Castrop-Rauxel

, 30.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

In Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern darf trotz der Corona-Krise schon wieder das Tennisracket geschwungen werden. Die Clubs in Westfalen hoffen auf eine Rückkehr auf ihre Anlagen nach dem 3. Mai. Da die Vorbereitung für das Wiederaufnehmen des Spielbetriebs unter Umständen etwas Zeit benötigt, will der WTV seine Vereine auf den Tag X vorbereiten.

Clubs müssen Corona-Beauftragten benennen

Er hat „Richtlinien für das Tennisspielen im Verein“ erstellt, an die es sich unbedingt zu halten gilt. Dazu gehört die Benennung von Corona-Beauftragten, die zum Beispiel dafür sorgen sollen, dass Desinfektionsmittel und Papierhandtücher zur Verfügung stehen oder dass die Abstandsregeln bei Spielerbänken und die Markierung in Wartebereichen beachtet werden. Wie sehen die Vorbereitungen in den Tennisvereinen unserer Stadt aus? Wir erkundigten uns bei den Vertretern der fünf Castrop-Rauxeler Clubs.

Der TC GW Frohlinde ist nach den Worten ihres Vorsitzenden und Sportwarts Ulrich Viefhaus sehr gut gerüstet für einen möglichen Auftakt in der nächsten Woche: „Die Plätze sind in sehr gutem Zustand, allerdings haben wir die Netze noch nicht aufgehängt. Das könnte als Einladung zum Saisonauftakt missverstanden werden!“

Ulrich Viefhaus, Vorsitzender und Sportwart des TC GW Frohlinde an der Merklinder Straße.

Ulrich Viefhaus, Vorsitzender und Sportwart des TC GW Frohlinde an der Merklinder Straße. © privat (TC GW)

Was die Hygienevorschriften anbetrifft ist der Club im Süden von Castrop-Rauxel offenbar bestens vorbereitet. Dazu sagt Viefhaus: „Unser Corona-Beauftragter Martin Kentner ist absoluter Fachmann, da er beruflich mit Hygieneartikeln zu tun hat. Wir haben bereits vor längerer Zeit Desinfektionsmittel bestellt, teilweise auch in großen Kanistern. Somit können wir die Sanitärbereiche täglich gründlich reinigen.“

Die Toiletten des Clubs von der Merklinder Straße sind getrennt von den geschlossenen Umkleidekabinen und daher problemlos für die Spieler zugänglich. Auf dem Platz werden die Spielerbänke mit großem Abstand positioniert. Zusätzlich stehen Feuchttücher zur Reinigung bereit.

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Wie sich die Organisation des Spielbetriebs entwickelt, bleibt nach Aussage von Ulrich Viefhaus abzuwarten. „Wir appellieren erst einmal an die Vernunft der Spieler, den erforderlichen Abstand bei der Platzreservierung zu wahren. Vielleicht müssen wir aber doch den Mitgliedern zunächst eine Art „Tennis-Sheriff“ zur Seite stellen“, fügt Viefhaus augenzwinkernd hinzu.

Brinkhoff: „Spielzeiten für bestimmte Altersgruppen“

Auch der TC Castrop 06 ist nach Aussage des Vorsitzenden Christof Wannemüller bestens auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs vorbereitet: „Unsere Corona-Beauftragten Michael Müller und Dr. Jens Brinkhoff haben alle notwendigen Hygienemaßnahmen in die Wege geleitet.“ Demnach stehen ausreichend Spender mit Desinfektionsmitteln und Papierhandtücher in den Sanitärbereichen zur Verfügung.

Dr. Jens Brinkhoff ist einer der beiden Corona-Beauftragten des TC Castrop 06.

Dr. Jens Brinkhoff ist einer der beiden Corona-Beauftragten des TC Castrop 06. © Volker Engel

Zudem wurde im Vorstand beschlossen, einen Plan zu erstellen, wie das sportliche Geschehen auf der Anlage am Wiedehagen organisiert werden kann. Dazu Dr. Brinkhoff: „Wir werden wahrscheinlich Spielzeiten für bestimmte Altersgruppen ansetzen. Zum einen sollen die älteren Risikogruppen geschützt werden, zum anderen soll der Spielbetrieb etwas übersichtlicher gestaltet werden.“ Der Trainingsbetrieb unter Cheftrainer Vladimir Sajnovic wird vorerst in die vereinseigene Halle verlegt.

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Christof Wannemüller denkt zusätzlich über ein neues Platzbelegungssystem nach, das die Stecktafel auf der Terrasse ersetzen könnte: „Ein Online-Buchungssystem, wie es für die Hallenstunden schon besteht, hätte gewisse Vorteile.“

In Ickern fehlt ein Corona-Beauftragter

Beim TuS Ickern am Kattenstätter Busch ist man noch nicht ganz so weit. Geschäftsführer Heike Sobbe berichtet: „Ein Corona-Beauftragter muss noch ernannt werden. Das ist nicht ganz einfach, denn diese Person muss ja fast ständig auf der Anlage sein.“ Spender und Hygieneartikel sind laut Sobbe bestellt aber noch nicht eingetroffen: „Ich bin aber zuversichtlich, dass es in dieser Woche noch klappt.“

Auch das Platzbelegungssystem muss noch organisiert werden. „In den Stoßzeiten zwischen 17 Uhr und 20 Uhr sollte jemand vor Ort sein, der sich um die Platzverteilung kümmert, eventuell könnten auch die Hallenplätze zusätzlich benutzt werden“, so der Geschäftsführer.

RV Rauxel sperrt die Bänke weg

Mechthild Nuhnen, Vorsitzende der Tennisabteilung des Rudervereins Rauxel, teilt mit, dass die wichtigsten Maßnahmen im Rahmen einer Vorstandssitzung per Videoschaltung in die Wege geleitet wurden: „ Wir werden für die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen sorgen. Desinfektionsmittel und Spender stehen bereits zur Verfügung. Die Bänke außerhalb der Anlage auf der Wartburginsel sind bereits weggesperrt worden, um größere Spieleransammlungen zu verhindern.“

Jochen Goretzky, Tennisabteilungsleiter beim TB Rauxel.

Jochen Goretzky, Tennisabteilungsleiter beim TB Rauxel. © Volker Engel

Dieses Problem stellt sich nach Angaben von Jochen Goretzky, Geschäftsführer der Tennissparte des Turnerbundes Rauxel im Habinghorster Gänsebusch, nicht: „Aufgrund unserer begrenzten Mitgliederzahl ist und bleibt die Platzbelegung sehr übersichtlich. Wir werden uns über die anderen Maßnahmen im Vorstand noch verständigen.“

Dass das Tennisspielen in Corona-Zeiten funktionieren kann, zeigt das Beispiel des Tennisverbands Pfalz. Jan Krämer, Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Verbands, zieht im Gespräch mit unserer Redaktion eine sehr positive Bilanz des Tennisbetriebs seit der Öffnung am 20. April: „Die Vereine haben das sportliche Geschehen sehr gut organisiert. Die Anlagen sind mehrfach am Tag von den Ordnungsämtern kontrolliert worden. Es gab keine Beanstandungen. In den meisten Clubs werden Einzel gespielt, allerdings sind Doppel auch möglich, aber nur mit Familienangehörigen des eigenen Hausstands.“

Offensichtlich haben die meisten Spieler in der Pfalz das vom Verband vorgegebene Motto verinnerlicht: „Kommen - Abstand wahren - Tennis spielen - direkt gehen - daheim duschen“.

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