Spvg Schwerin bekommt einen Türkei-Rückkehrer mit Profi-Ambitionen als Verstärkung

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Fußball-Bezirksligist Spvg Schwerin hat sich einen Neuzugang geangelt, der sich zuletzt in der Türkei an einer Profi-Karriere versucht hat.

Schwerin

, 22.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu Beginn des Jahres 2018 trugen seine Gegenspieler die Trikots von Besiktas Istanbul oder Trabzonspor. In der neuen Saison 2020/21 möchte er für die Bezirksliga-Fußballer der Spvg Schwerin zum Beispiel gegen die SG Castrop auflaufen. Die Rede ist von einem Neuzugang am Grafweg, der sich vor nicht allzu langer Zeit an einer Profi-Laufbahn versucht hat.

Kein Auftritt im direkten Duell

Es handelt sich um Ali Caliskan, der vom Liga-Rivalen Teutonia SuS Waltrop (12.) zur Spvg Schwerin (6.) kommt. Der heute 23-Jährige spielte vor zwei Jahren in der Türkei in der U21-Süper-Lig für Sivasspor. Dass ihn sein Weg von Teutonia SuS Waltrop über den VfB Waltrop und die SG Wattenscheid 09 in die höchste Spielklasse im U21-Bereich führte, hatte er seinem Onkel zu verdanken, berichtete Caliskan: „Er hat gute Kontakte zu Malatyaspor, wo ich dann zunächst mit den Profis ins Trainingslager durfte. Da sollte sich dann auch entscheiden, ob ich einen Vertrag bekomme.“ Daraus wurde dort und auch bei Sivasspor allerdings letztlich nichts.

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Der Schweriner Trainer Marco Taschke hatte das Können von Caliskan im Blick. Dabei war der 23-Jährige im Punktspiel-Duell im September in Waltrop gegen Schwerin nicht einmal am Ball. Er fehlte verletzt und konnte nur an der Bande zuschauen, wie die Schweriner mit 3:2 gewannen.

Marco Taschke erklärte am Montag: „Ich kenne Ali noch aus seiner Jugendzeit beim VfB Waltrop und hatte ihn immer wieder auf dem Schirm.“ Taschke war - als Schwerin Anfang November spielfrei hatte - Zaungast der Partie zwischen den SF Stuckenbusch und Teutonia SuS Waltrop (4:1). Hier sah er Caliskan im Einsatz. Taschke: „Ich habe ihn mir nochmals angesehen. Und da war klar: Den müssen wir haben.“

Ali Caliskan konnte beim Spiel von Teutonia SuS Waltrop gegen die Spvg Schwerin (2:3) nur zuschauen.

Ali Caliskan konnte beim Spiel von Teutonia SuS Waltrop gegen die Spvg Schwerin (2:3) nur zuschauen. © Klaus Karickas

Taschkes Trainerkollege Dennis Hasecke meint: „Ali Caliskan kann in der zentralen Position überall spielen: In der Innenverteidigung, auf der Sechser-Position und auch auf der Acht. Für uns wird er für den Spielaufbau wertvoll sein.“ Dass Caliskan offenbar Klasse hat belegt die Tatsache, dass er Anfang des Jahres zum Probetraining beim Oberligisten Westfalia Herne eingeladen war. Hasecke: „Dort ist er letztlich nicht hingegangen, weil seine Berufsausbildung für ihn Priorität hat und ihm nicht die Zeit für einen enormen Trainingsaufwand lässt, wie ihn die Herner betreiben.“

In einem Team mit dem Bruder

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland spielte Ali Caliskan zunächst in der Kreisliga B beim SV Horneburg gemeinsam mit Bruder Nedim Caliskan, der dort Torwart ist. Anfang 2019 wechselte er danach zum Bezirksligisten Teutonia SuS Waltrop. Bei den Nachbarstädtern ist der defensive Mittelfeldspieler aktuell mit sechs Treffern sogar bester Torschütze.

Waltrops Trainer Tim Braun sagt: „Es ist schade, dass er geht. Menschlich und sportlich ist das ein Verlust für uns. Aber, das habe ich ihm auch gesagt. Die Tür bei uns ist immer offen, weil er uns schon in der Winterpause über seine Wechsel-Absichten informiert hat, ohne dass ein Verein feststand.“ Waltrops Sportlicher Leiter Roger Thiedeke: „Ali ist ein feiner Kerl und toller Sportler. Wir wünschen ihm bei seinem neuen Verein alles Gute.“

Vor der Verpflichtung von Caliskan konnte die Spvg Schwerin bereits einige Neuzugänge vermelden: Andre Muth (23 Jahre/FC Frohlinde) und Bruder Lukas Muth (18 Jahre) sowie Abdellatif Chergui (SG Castrop) und Murad Nasri vom abstiegsgefährdeten Bezirksligisten SG Herne 70. Zumindest ein weiterer Neuzugang ist noch in Aussicht.

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