Spielpläne: Auswärtsmarathon für heimische Clubs

CASTROP-RAUXEL Die Fußball-Saison 2008/09 hat es in sich. Vor allem das Ende der Hinrunde. Das beschert den heimischen Amateurkickern in diesem Jahr Heim- oder Auswärtsspiele gleich in Serie.

von Von Carsten Loos

, 25.07.2008, 12:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Amateurfußballer, wie hier jene des Landesligisten VfB Habinghorst (schwarze Trikots), bekommen es in der Saison 2008/09 mit einem veränderten Spielplan zu tun.

Die Amateurfußballer, wie hier jene des Landesligisten VfB Habinghorst (schwarze Trikots), bekommen es in der Saison 2008/09 mit einem veränderten Spielplan zu tun.

Da muss etwa der Bezirksliga-Aufsteiger SuS Merklinde an fünf Spieltagen viermal auswärts ran - um dann, beim sofort anschließenden Rückrunden-Auftakt ein fünftes Spiel auf fremdem Platz bestreiten zu müssen.

Oder der neue Landesligist Spvg Schwerin mit fünf Auswärtsspielen innerhalb von sieben Spieltagen. In dieser Zeitspanne darf dagegen der Klassenrivale VfB Habinghorst fünfmal daheim auflaufen.

VfB-Trainer Dieter Beleijew hält die diesjährige Ansetzung der Spieltage für "sehr ungewöhnlich". Er sieht aber aus sportlicher Sicht weder einen Vor- noch Nachteil: "Wir können ja nichts dran ändern." Da ist er sich einig mit Peter Wach, Geschäftsführer der Spvg Schwerin: "Für uns ist nur ein Nachteil, wenn wir nicht auf Kunstrasen antreten dürfen."Schlüsselzahl ist schuld

Der Bezirksliga 15-Staffelleiter Karl-Heinz Messerschmidt (Dortmund) erklärt die Situation: "Die neue Konstellation liegt am veränderten Musterspielplan." Die Spielpläne der einzelnen Ligen werden im Fußball, wie in den meisten anderen Sportarten auch, Jahr für Jahr nach einem festgelegten Schema erstellt. Dabei bekommt jede Mannschaft eine so genannte Schlüsselzahl zugeordnet, die den Gegner an den verschiedenen Spieltagen bestimmt.

Nur wurden diesmal zwei Spieltage vom Ende der Hinrunde nach vorn verlegt: der 10. Spieltag an die vierte Stelle (14. September) und der 14. Spieltag an die neunte Stelle (12. Oktober). Diese Sonntage seien für die unteren Ligen erstmals spielfrei gewesen. Für höhere Ligen dagegen nicht, wie Alfred Link, der Staffelleiter der Westfalenliga (vormals Verbandsliga), erklärt: "Wir kommen dem Wunsch der Vereine nach, die sich über spielfreie Termine im September und Oktober beschwert haben."

Das war in der Bezirksliga 15 bislang nicht so. Weshalb etwa in Dortmund der Trainer des Fußball-Bezirksligisten Westfalia Huckarde, Thomas Behlke, die Situation seines Teams, angesichts von vier Heimspielen an den fünf letzten Hinrunden-Spieltagen, etwas kritischer sieht: "Egal, wie das zustande kam, das kann nicht angehen."Rückrunde läuft regulär

Die Rückrunde verläuft ines, anders als Behlke ("Vier Auswärtsspiele in fünf Wochen") in seinem Ärger sagte, ganz regulär, ohne verschobene Spieltage - beginnend mit dem 16. Spieltag (7. Dezember) und endend mit dem 30. Spieltag (7. Juni).

Ebenso wie die Bezirksliga-Saison sind auch die Kreisligen geplant. Wo dann in der Kreisliga A auf die DJK Victoria Habinghorst sogar sechs Auswärtsspiele an sieben Spieltagen zum Hinrunden-Ausklang und Rückrunden-Beginn warten. Trainer Christian Franke zeigte sich davon überrascht: "Sportlich kann ich mir darüber noch keine Meinung machen." Aber für einen Verein sei es vom finanziellen Standpunkt nicht günstig, über eine so lange Zeit kein Heimspiel austragen zu können.Karneval bleibt spielfrei

Man habe sich bei der Planung für die Ligen in Westfalen an die Vorgaben aus dem Rahmentermin-Kalender des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) halten müssen, sagte Reinhold Spohn (BW Börnig), Vorsitzender des Fußballkreises Herne/Castrop-Rauxel und Mitglied des Fußball-Ausschusses im Fußball und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW): "Die jetzigen Pläne sind allemal besser als Mittwoch-Spieltage."

Immerhin, eines bleibt auch in der Saison 2008/09 unangetastet: das spielfreie Karnevals-Wochenende vor Rosenmontag.

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