Spieler attackiert Schiedsrichter - Verein reagiert drastisch

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Bei einem Spiel in Herne ist der Fußball am Sonntag zur Nebensache geworden. Weil ein Spieler den Schiedsrichter angriff, wurde die Partie abgebrochen - mit schweren Folgen für den Spieler.

Castrop-Rauxel; Herne

, 14.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine Szene, die auf einem Fußballplatz nichts zu suchen hat. Nachdem ein Schiedsrichter bei einer Partie in der Kreisliga B2 von einem Spieler attackiert worden war, wurde das Spiel umgehend abgebrochen. Der betroffene Verein hat auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung anschließend umfangreiche Maßnahmen beschlossen.

Aktion hat Auswirkungen

Auslöser der unrühmlichen Situation war ein Platzverweis bei der Kreisliga-B-Partie des SV Holsterhausen II gegen die Spvg Arminia Holsterhausen. In der 37. Spielminute schickte der Schiedsrichter einen Spieler der Arminia beim Stand von 4:1 für den SV mit einer Roten Karte vorzeitig vom Platz.

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Daraufhin brannten bei dem Gästespieler augenscheinlich alle Sicherungen durch und er setzte zu einem Kopfstoß gegen den Schiedsrichter an. Dieser konnte allerdings ausweichen, sodass er bei der gewaltsamen Attacke keine Verletzungen davontrug.

Die Begegnung wurde allerdings umgehend abgebrochen. „Dadurch, dass der Referee ausweichen konnte, blieb er glücklicherweise unverletzt. Aber so eine Aktion hat natürlich auch fernab der körperlichen Komponente durchaus Auswirkungen“, betont der Vorsitzende des Kreis-Schiedsrichter-Ausschusses, Gregor Werkle.

Verein entschuldigt sich umgehend

Die Spvg Arminia Holsterhausen zeigte sich von den Ereignissen äußerst schockiert. Man habe sich anschließend umgehend sowohl bei dem betroffenen Referee als auch dem Verband entschuldigt. Auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung haben die Verantwortlichen des Vereins am Montag zudem das weitere Vorgehen besprochen, erklärt der Vorsitzende Marc Feuerpeil.

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„Wir mussten die Geschehnisse am Sonntag auch erst einmal sacken lassen, um in den Emotionen nicht etwas Falsches zu sagen. Am Montag haben wir dann beschlossen, den ohnehin bereits suspendierten Spieler komplett aus dem Verein zu werfen“, unterstreicht Feuerpeil.

Entscheidung gemeinsam mit Mannschaftsrat getroffen

Das Verhalten des Spielers sei unverantwortlich und man wolle sich in aller Härte davon distanzieren. „Vor allem auch die Mannschaft war von der Aktion geschockt. Deshalb ist die Entscheidung, den Spieler umgehend auszuschließen, im Einklang mit dem Mannschaftsrat gefallen“, so der Vorsitzende, der allerdings auch bekräftigte, dass man ein solches Verhalten von dem Spieler nicht erwartet habe.

Als nächste Instanz befasse sich laut Werkle nun das zuständige Sportgericht mit dem Thema. Bevor man den Spieler schriftlich und somit offiziell aus dem Verein werfe, wolle man das endgültige Urteil abwarten, erklärte Feuerpeil.

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„Der Spieler kann nur bestraft werden, wenn er Mitglied in einem Verein ist. Deshalb werden wir damit so lange warten, bis es eine abschließende Beurteilung gibt. Der Akteur muss für sein Handeln natürlich auch die Konsequenzen tragen.“

Schiedsrichter schon wieder im Einsatz

Ähnlich äußerte sich Staffelleiter Peter Wach, der gleichzeitig Geschäftsführer der Spvg BG Schwerin ist und theoretisch auch eine Strafe hätte verhängen können: „Nachdem ich den Spielbericht plus Sonderbericht gelesen habe, habe ich die Sache aber sofort an die Sportgerichtsbarkeit weitergegeben. Das liegt auch einfach an der Schwere des Delikts.“

Trotz der schlimmen Vorkommnisse hoffe Feuerpeil darauf, dass man den Verein und auch die Mannschaft jetzt nicht aufgrund eines einzelnen Spielers insgesamt verurteile. „Wir können diese Aktion einfach nicht nachvollziehen und hoffen darauf, dass dieses Thema eventuell auch offen in anderen Vereinen besprochen wird, damit so etwas nicht noch einmal passiert.“

Der Schiedsrichter werde übrigens schon am kommenden Wochenende wieder auf dem Platz stehen. „Letztlich entscheiden die Schiedsrichter in solchen Situationen natürlich immer selber, wie sie damit umgehen möchten“, sagt Gregor Werkle. „Vielleicht ist es aber auch nicht schlecht, direkt weiterzumachen, um diese Vorkommnisse erst gar nicht zu nah an sich heranzulassen.“

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