Neue Regel auch zum Handspiel: Wo beginnt eigentlich der Arm?

Fußball

Handspiel, Elfmeterschießen, Sperrstrafen, Abstoß – auch die Castrop-Rauxeler Amateurkicker müssen sich an diese Regeländerungen gewöhnen.

Castrop-Rauxel

von Olaf Krimpmann, Jens Lukas

, 02.09.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Castrop-Rauxeler Kult-Schiedsrichter Dieter Becker und seine Kollegen im Kreis Herne/Castrop-Rauxel müssen sich auf neue Regeln mit Beginn der Saison 2020/21 einstellen.

Der Castrop-Rauxeler Kult-Schiedsrichter Dieter Becker und seine Kollegen im Kreis Herne/Castrop-Rauxel müssen sich auf neue Regeln mit Beginn der Saison 2020/21 einstellen. © Jens Lukas

Schiedsrichter und Fußballer müssen sich für die kommende Saison 2020/21 einige neue Regeln einprägen. Verwarnungen oder Ermahnungen werden nicht ins Elfmeterschießen übertragen, alle Spieler beginnen hier unbelastet „bei Null“.

Wer im Kreispokal vom Platz fliegt, kann die Sperre in einem Meisterschaftsspiel aussetzen.

Die berüchtigte Regel 12

Kein Jahr, in dem den Regelhütern des Fußballs nicht etwas zum Thema Handspiel einfällt. Auch in diesem Sommer gibt es Neues zur berüchtigten Regel 12. Bei der ist bestenfalls theoretisch alles klar – auf dem Platz dagegen blickt kaum einer durch. Schiedsrichter und Fußballer müssen sich eine Klarstellung einprägen. Wo genau der Arm beginnt und die Schulter endet, ist nun „amtlich“ definiert: Die Grenze verläuft bei angelegtem Arm unterhalb der Achselhöhle.

Kein Tor nach einem unbeabsichtigten Handspiel

Zweitens und besonders wichtig für die Stürmer: Ein unabsichtliches Handspiel eines Angreifers wird nur noch dann geahndet, wenn es unmittelbar vor einem Tor oder einer klaren Chance passiert ist. Soll heißen: Wem der Ball vom Arm vor die Füße tropft und einschießt, wird zurückgepfiffen. Lässt der Stürmer danach zwei Gegner aussteigen, zählt der Treffer.

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Zweimal Gelb ist möglich

Ab sofort kann es vorkommen, dass ein Spieler in einer Partie zweimal die Gelbe Karte sieht und doch nicht vom Platz gestellt wird. Nämlich dann, wenn es im Kreispokalspiel oder in einem Relegationsspiel zum Elfmeterschießen kommt. Hier gilt ab sofort: Verwarnungen oder Ermahnungen werden nicht ins Elfmeterschießen übertragen, alle Spieler beginnen unbelastet „bei Null“.

Torhüter sollen beim ersten Vergehen bei einem Strafstoß zunächst mit Verwarnung davonkommen, erst beim zweiten sehen sie die Gelbe Karte. So wollen die Regelhüter allzu schnelle Platzverweise von Torhütern im Elfmeterschießen vermeiden.

Mindestabstand beim Schiedsrichter-Ball

Eine Gelbe Karte gibt es künftig für Kicker, die beim Schiedsrichterball den Mindestabstand von vier Metern nicht einhalten. Keine Karte zeigen darf der Referee ab sofort, wenn er bei einem aussichtsreichen Angriff nach einem Foul oder Handspiel der Verteidiger auf Vorteil entscheidet oder der Freistoß schnell ausgeführt wird.

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Vor einem Jahr hat die FIFA die Regel eingeführt, dass der Ball bei Torabstößen oder Freistößen im eigenen Strafraum den 16er nicht mehr verlassen muss – und Feldspieler dürfen den Ball im eigenen Strafraum annehmen. Dabei muss der Gegner außerhalb des Strafraums bleiben – und darf erst eingreifen, wenn der Ball angenommen wurde. Schneller sollte das Spiel dadurch werden.

Pfiffige Torhüter vom Profifußball bis in die Kreisliga machten sich die neue Regel zunutze. Sie lupften den Ball, ein Kollege spielte per Kopfball oder Brust zurück. So konnte der Torhüter den Ball mit der Hand aufnehmen und weit aus dem 16er schlagen. Das ist nicht mehr gestattet, der Abstoß wird wiederholt – beim ersten Mal noch ohne Disziplinarmaßnahme.

Neuregelung bei Sperrstrafen nach Platzverweis

Zu beachten ist die Neureglung für Sperrstrafen nach Platzverweisen und fünfter Gelber Karte. Ab sofort werden Spielsperren ausgesprochen. Jeder „Sünder“ muss seine Sperre in dem Wettbewerb absitzen, in dem er sich die persönliche Strafe eingehandelt hat – oder in einem höherwertigen. Wer im Kreispokal vom Platz fliegt, kann die Sperre auch in einem Meisterschaftsspiel aussetzen. Die Hierachie lautet: Turnier – Freundschaftsspiel – Pokal – Meisterschaftsspiel.

Ein wiederholtes Ein- und Auswechseln ist möglich

Das Thema Auswechslungen hat zuletzt für Verwirrung gesorgt. Klar ist: Mehr als vier Auswechselspieler auf der Bank geben die aktuellen Corona-Auflagen (die maximal 30 Teilnehmer im Kontaktsport gestatten) nicht her. In Freundschaftsspielen sind allerdings Rückeinwechslungen erlaubt. „Ein wiederholtes Ein- bzw. Auswechseln ist möglich“, heißt es wörtlich in den Durchführungsbestimmungen des Verbandes.

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