Michael Wurst wünscht sich eine kompaktere Hallenstadtmeisterschaft

dzRobert-Mathis-Cup

Am Samstag stellte Frohlindes Trainer Michael Wurst eine These auf, mit der die Außenseiter bei der Hallenstadtmeisterschaft vielleicht auftrumpfen. Es geht um die Spielzeit.

Castrop-Rauxel

, 07.01.2020, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstag feierte Michael Wurst, der Trainer des Landesligisten FC Frohlinde, seinen 45. Geburtstag. Am Wochenende stand er während der Castrop-Rauxeler Hallenstadtmeisterschaft hinter der Bank. Ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk wie noch vor einem Jahr mit dem Titelgewinn bekam der Coach diesmal nicht. Der FCF schied in der Zwischenrunde am Sonntag aus.

Bereits am Samstag machte sich Michael Wurst Gedanken zur Zukunft des Turniers – und hatte einen Verbesserungsvorschlag. Die Spielzeit, vor allem in der Vorrunde, solle verkürzt werden. Er sagte: „16 Minuten. Das empfinde ich als brutal lang. 12 Minuten würden pro Spiel auch reichen.“

Puste geht aus

Wurst empfindet es als schade, dass somit einige Überraschungen ausblieben. Ein aktuelles Beispiel am Samstag war für ihn die zweite Vertretung des Gastgebers Victoria Habinghorst. Das Team aus der Kreisliga C habe einige spielstarke Routiniers am Start gehabt. Michael Wurst: „Bis zur zwölften Minuten haben die richtig gut gespielt. Danach ist denen aber stets die Puste ausgegangen. Schade.“

Als Moderator ist Wurst bei den Bochumer SparkassenMasters am Mikrofon. Hier halten es die Gastgeber so, dass die Vorrunden-Duelle 1x12 Minuten lang sind. Michael Wurst: „Dadurch wird das Turnier auch kompakter. Nicht so fitte Spieler können ihr Potenzial ausspielen. Außerdem kann keine Mannschaft mehr so herumtaktieren, wie es der Fall war.“

Michael Wurst wünscht sich eine kompaktere Hallenstadtmeisterschaft

Frohlindes Trainer Michael Wurst empfindet die Spielzeit bei der Hallenstadtmeisterschaft von 1x16 Minuten als zu lang. © Volker Engel

Marc Olschewski, Spielertrainer beim VfB Habinghorst (Kreisliga A), pflichtete dem FCF-Coach bei. Er sagte: „Michael hat recht. 12 Minuten reichen. Dann fällt es auch nicht ins Gewicht, wenn ein nicht so fitter Spieler auf dem Feld ist.“

Torsten Leder, Vorsitzender des SuS Pöppinghausen (Kreisliga C), ist da eher zwiegespalten. Er meint: „Weniger Spielzeit bedeutet auch weniger Einsatzzeit für den einzelnen Spieler und weniger taktische Möglichkeiten.“ Zudem bekämen die Zuschauer weniger Stunden Fußball geboten. Leder: „Wahrscheinlich werden die Begegnungen mit kürzerer Spielzeit deutlich aggressiver geführt und damit die Verletzungsgefahr deutlich steigen. Eventuell wäre eine kurze Halbzeitpause von zwei Minuten ein guter Kompromiss.“

Bastian Niebert, Spieler des SuS Merklinde (Kreisliga A) schlägt in eine ähnliche Kerbe. Er sagte am Samstagabend: „16 Minuten empfinde ich auch als zu lang. Ein Seitenwechsel wäre schon gut. Dann könnte man einmal durchatmen.“

Beispiel Arminia Ickern

Eine andere Beobachtung hat Patrick Stich, der Trainer des Hallen-Vizemeisters FC Castrop-Rauxel gemacht. Er erklärt: „In der Vorrunde hat diesmal Arminia Ickern mit dem Sieg gegen den Bezirksligisten SG Castrop überrascht. Da sind zwei Ickerner Tore kurz vor Schluss der 16 Minuten gefallen. Bei verkürzter Zeit wären die Arminen ausgeschieden.“

Martin Broll, der Sportliche Leiter des SuS Merklinde (Gastgeber der Stadtmeisterschaft 2018), nimmt die Perspektive des Turniergastgebers ein. Er meint: „Wir hatten im vergangenen Jahr schon die 16 Minuten Spielzeit. Ich denke, dass die Underdogs bei einer kürzeren Spielzeit wahrscheinlich mehr Chancen hätten. Aber welche Spielzeit soll man ansetzen? Soll man dann noch einen Seitenwechsel zur Halbzeit durchführen? Ideen gibt es ja immer viele.“

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