Kopfnuss und Ellenbogenstoß: Kreisliga-A-Spiel hat ein Nachspiel vor dem Amtsgericht

dzFouls in der Kreisliga

Der Ball war nicht einmal in der Nähe, als es bei einem Kreisliga-A-Spiel zu Fouls kam. Gleich zweimal hatte es ein Stürmer vom SuS Merklinde auf einen Ickerner Verteidiger abgesehen.

Merklinde

, 19.07.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war der 30. September 2018: Auf dem Sportplatz am Fuchsweg trafen in der Kreisliga A der SuS Merklinde und der SC Arminia Ickern aufeinander. Das Spiel endete 2:1 für die Merklinder, doch die Partie hatte ein Nachspiel - im Amtsgericht Castrop-Rauxel.

Im Gerichtssaal schilderte der 32-jährige Verteidiger des SC Arminia Ickern die beiden schmerzhaften Zusammentreffen mit dem 23-jährigen Stürmer der gegnerischen Mannschaft aus Merklinde. „Ich hatte einen Eckstoß ausgeführt und war auf dem Laufweg zurück zu meiner Position“, sagte er. Dabei habe ihn der angeklagte Stürmer bemerkt, einen Schritt zur Seite getan, um sich ihm in den Weg zu stellen. Sei dann hochgesprungen und habe ihm, der ein Stück größer ist, mit seinem Hinterkopf so eine Kopfnuss verpasst.

Der zweite Angriff erfolgte mit dem Ellenbogen

Gesehen habe das wohl kaum jemand, zumindest der Schiedsrichter nicht. Denn der verfolgte das Geschehen rund um den Ball, weitab von diesem Vorfall.

Wie er auch den zweiten absichtlichen Angriff nicht bemerkte, wieder ohne dass der Ball überhaupt in der Nähe war.

Diesmal lief der Angeklagte vor dem Verteidiger über das Feld und holte mit dem Ellenbogen nach hinten aus, traf den 32-Jährigen wieder am Gesicht. „Er wirkte von Anfang an aggressiv“, erinnerte sich der Verletzte.

Der ging bei dieser Aktion zu Boden, wurde versorgt und spielte nach deiner kurzen Unterbrechung weiter, weil kein Ersatz für ihn da war. „Der Stürmer, der mich grundlos angegriffen hat, wurde direkt danach von seinem Trainer ausgewechselt“, sagte er zum weiteren Spielverlauf.

Das sagt der Richter zur Situation

Der Angeklagte sagte zu all dem gar nichts, ließ ausschließlich seine Anwältin sprechen. Diese hatte zu Verhandlungsbeginn vergebens versucht, das Verfahren zu verhindern, indem sie in einem ausführlichen Bericht darzulegen versuchte, dass in der Anlage keine konkrete Situation beschrieben worden sei. Der Richter wies den Antrag zurück. „Die genannten Fakten reichen aus, alles andere zeigt die Beweisaufnahme“, beschied er.

Der Geschädigte war bemüht, die Sachlage zu rekonstruieren, bediente sich auch der Körpersprache, zeichnete zudem auf Wunsch der Verteidigerin die Szene auf einem Stück Papier auf, während deren Mandant weiterhin schwieg.

Erst nach einer Beratungspause willigte der 23-jährige Stürmer in einen Kompromiss ein. Das Verfahren wurde gegen Zahlung von 300 Euro Schmerzensgeld an den 32-jährigen Verteidiger eingestellt. So wurde ein weiteres Nachspiel - eine Fortsetzung der Hauptverhandlung - vermieden.

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