Herner Kicker klagen die Schiedsrichter des Abbruchspiels an

dzFußball-Kriesliga A

Nach dem Spiel des FC Castrop-Rauxel bei RWT Herne musste die Polizei zwei Anzeigen aufnehmen, von einem Linienrichter und einem Spieler.

Castrop-Rauxel

, 15.10.2019, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht zur Ruhe kommt die Lage nach dem abgebrochenen Kreisliga-A-Spiel der Fußballer des FC Castrop-Rauxel bei RWT Herne. Einem Spieler der Gastgeber wird vorgeworfen, dass er einen Linienrichter gewürgt und ihn zudem in den Bauch geschlagen haben soll.

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Mit drei Streifenwagen war die Polizei nach dem Vorfall zum Kunstrasenplatz an der Horsthauser Straße angerückt. Und nahm die Anzeige des 16-jährigen Schiedsrichter-Assistenten gegen den Fußballer wegen vorsätzlicher Körperverletzung auf. Der Beschuldigte drehte den Spieß vor Ort aber noch um. Er erstattete Gegenanzeige, wie Volker Schütte von der Polizei-Pressestelle Bochum erklärte: „Der Vorwurf lautete: gefährliche Körperverletzung mit der Linienrichter-Fahne sowie vorheriger Beleidigung.“

Zeugen werden gesucht


Laut Schütte werde es nunmehr dazu kommen, dass das Herner Regionalkommissariat 35 in ihren Räumen die Beschuldigten vernehmen werde. Hier werden dann auch drei Augenzeugen des Vorgangs gehört. Die Polizei sucht noch nach weiteren Zeugen, die sich unter der Telefonnummer (02323) 9508505 melden können.

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Unterdessen wartete der Kreisliga-A-Staffelleiter Andreas Pelzing (FC Frohlinde) am Dienstag auf die finale Version des Sonderberichts des Schiedsrichter-Gespanns. In diesem würde Schiedsrichter Dominik Schellung (Dortmund) seine Sicht auf die Ereignisse niederschreiben. Seine Schilderungen sind dann Gegenstand einer sportrechtlichen Verhandlung vor der Kreisspruchkammer (KSK) oder gar einem höheren Gremium – eventuell auf Westfalen-Ebene.

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Offen war am Dienstag auch noch, ob Schellung in seinen Bericht mit einfließen ließ, dass die Herner Fußballer ihren Treffer zur 2:1-Führung mit einem politisch brisanten Militärgruß feierten. Denn nur mit einem Hinweis darauf im Text, kann das Sportgericht auch diesen zum Gegenstand einer Verhandlung machen.

Auf seiner Facebook-Seite im Internet hat der Verein RW Türkspor Herne einen langen Artikel verfasst, in dem er sich in der Opferrolle sieht. Hier ist davon zu lesen, dass sich Trainer und Team vom Schiedsrichter-Gespann grob benachteiligt gefühlt haben. Es ist unter anderem von einer „absichtlichen Fehlentscheidung“ die Rede – und davon, dass der Linienrichter den Spieler in den Bauch geschlagen habe.

Weitere Vorfälle


Auch in Essen gab es am Sonntag Ärger bei Fußball-Spielen: Ein Spieler (21 Jahre) und ein Trainer (41) einer Kreisliga C-Mannschaft aus Altenessen verletzten den Schiedsrichter (40) leicht.

In Mülheim lauerten Spieler einer A-Junioren-Mannschaft dem jungen Schiri (17 Jahre) am Parkplatz auf, bewarfen das Auto, mit dem er abgeholt wurde, mit Steinen.

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