Fünf Thesen an Christopher Lammers: Ist es doch nicht so leicht, einen Verein aufzubauen?

dzVfR Rauxel

Der VfR Rauxel fristet ein Schattendasein in der Kreisliga C. Wie lange noch? Wenn es nach Kapitän Christopher Lammers geht, nur noch wenige Monate. Doch der Verein erlitt einen Rückschlag.

Rauxel

, 11.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der VfR Rauxel, ein Kreisliga-B-Team? Lange ist das her. In der Saison 2012/2013 spielten die Rauxeler zuletzt dort.

Neun Siege aus zehn Partien haben die Rauxeler bislang in der Kreisliga C eingefahren. Bedeutet: Platz drei in der Tabelle. Zuletzt gab es jedoch eine 1:2-Niederlage gegen den DSC Wanne III (2.). Nur ein Ausrutscher? Und wie steht es um den Klub von der Voerdestraße insgesamt?

Wir haben VfR-Kapitän Christopher Lammers mit fünf steilen, teils provokanten Thesen konfrontiert.

These 1: Die zweite Mannschaft hat sich in der Sommerpause abgemeldet. Es ist doch gar nicht so leicht, einen Verein aufzubauen, wie Sie es vielleicht gedacht haben.

Lammers: Falsch. Wir haben genug Leute, denen der Verein am Herzen liegt. Es ist natürlich schade, dass es unsere Zweite nun nicht mehr gibt, da hat es sich intern etwas zerschlagen. An unserem Projekt hat sich aber nichts geändert. Den Verein mit Leben zu füllen, ist weiter möglich, wenn wir alle an einem Strang ziehen.

These 2: In der kommenden Saison spielt der VfR Rauxel wieder in der Kreisliga B.

Ja, das ist unser Ziel. Im dritten Jahr in der C-Liga wird es für uns auch mal Zeit. Unser Trainer Stephan Gil bestärkt uns darin. Wir haben uns verbessert und mit Marcel Varbelow, Sebastian Pöther, Dominique Schwarz, Marvin Fritzenkötter und Timothy Omon sind gute Leute dazugekommen. Wir sind außerdem viel geduldiger, wissen, dass wir in 90 Minuten immer für ein Tor gut sind und haben in dieser Saison schon das ein oder andere Spiel gedreht.

Fünf Thesen an Christopher Lammers: Ist es doch nicht so leicht, einen Verein aufzubauen?

Markus Walter (blaues Trikot) steht mit dem VfR Rauxel aktuell auf dem dritten Tabellenrang. © Volker Engel

These 3: Um künftig konkurrenzfähig zu sein, benötigt der VfR eine moderne Sportanlage.

Jein. Wir leiden schon ein wenig unter dem Platz, da ist viel Eigenverantwortung gefragt. Im Sommer hat zum Beispiel die Feuerwehr die Wiese gewässert, weil das die Stadt nicht übernommen hat. Jetzt im Herbst müssen wir schon um 18 Uhr trainieren, weil es sonst zu dunkel wird. Flutlicht haben wir nicht. Das mit der Arbeit unter einen Hut zu bringen, ist schwierig.
Meines Wissens nach haben wir noch keine Ausweichmöglichkeit für den Winter. Man muss das aber von zwei Seiten sehen: Die Stadt hat vielleicht auch andere Prioritäten und wir mit einer Seniorenmannschaft müssen uns hinten anstellen. Das ist verständlich. Daher wollen wir beweisen, dass wir ein nachhaltiges Projekt sind und sich eine Investition lohnt.

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These 4: Bis zum Jahr 2050 bildet die Jugendabteilung des VfR Rauxel nach Marc Kruska, Christopher Nöthe oder Michael Esser wieder einen Profifußballer aus.

(lacht). Das wäre natürlich ein schönes Ziel. Der VfR hat da ja eine gewisse Tradition. Es gibt definitiv Potenzial. Und es ist schade, denn es gibt Eltern, die ihr Kind gerne in Rauxel anmelden würden, aber gezwungen sind, einen Verein mit Jugendabteilung zu finden.

These 5: Einen Traditionsverein wie den VfR Rauxel kann man nur ein mal wiederbeleben. Mit anderen Worten: Das ist die letzte Chance.

Leider sehe ich das auch so. Wir sind aber nach wie vor von diesem Projekt überzeugt und müssen nun schauen, dass wir die Alteingesessenen wieder zum Platz bekommen. Das ist die letzte Chance für den Verein.

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