Im Jahr 2004 begann der Umbau der Erin-Kampfbahn an der Karlstraße. Doch es gab bei der Planung und Umsetzung immer wieder Probleme. Ursprünglich sollte es gar keinen Kunstrasen geben.

Obercastrop

, 19.07.2019 / Lesedauer: 5 min

Im August 2004 rollten erstmals die Bagger in der Erin-Kampfbahn. Der Abriss des früheren Ascheplatzes der SG Castrop, der seit 1937 an dieser Stelle stand, begann. Acht Monate später bestritt der SV Wacker Obercastrop sein erstes Kreisliga-A-Spiel auf dem neuen Kunstrasen. Doch in dieser Zeit gab es viele Diskussionen rund den Neubau. Wir haben aufgrund der Verlegung des neuen Kunstrasens ab dem 19. August die Renovierung der Erin-Kampfbahn noch einmal chronologisch aufgearbeitet.

14. November 2003: Kunstrasen oder Asche?

Von Gesamtkosten von 1,278 Millionen Euro war im November 2003 für den Umbau der Erin-Kampfbahn die Rede. Ob in einen Asche- oder einen Kunstrasenplatz war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht klar. „Bislang wurde ein Ascheplatz favorisiert, vor allem wegen der vielen Laubbäume rund um die Erin-Kampfbahn“, schrieb diese Zeitung am 14. November 2003. Der Plan zumindest war klar: Der Platz soll an die Stelle des alten Platzes, allerdings fällt die 400-Meter-Rundbahn weg. Zudem wird ein neues Umkleide- und Vereinsgebäude im Eingangsbereich entstehen. Ein Baubeginn stand zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht fest.

16. Januar 2004: Verkauf des Schillerstraße-Sportplatzes beschlossen

Der Betriebsausschuss 2 hatte den Verkauf des früheren Sportplatzes an der Schillerstraße, der bis dato dem SV Wacker Obercastrop als fußballerische Heimat diente, für 2,5 Millionen Euro beschlossen. Damit war der Weg frei für die Sanierung der Erin-Kampfbahn. Ob Asche oder Kunstrasen – die Frage war im Januar 2004 noch nicht geklärt. „Wir haben zwei Pläne in der Schublade“, sagte der Sportamtsleiter Winfried Hetzel damals.

Ein Kunstrasenplatz war eigentlich nicht geplant – Die Chronologie der Erin-Kampfbahn

Die Pläne für die Erin-Kampfbahn sahen zunächst vor, dass an dieser Stelle ein neuer Ascheplatz entstehen sollte. © Jens Lukas

2. März 2004: Die SG Castrop zieht ins Stadion an der Bahnhofstraße

Der Weg war frei für den Umbau der Erin-Kampfbahn. Die SG Castrop hatte ihren Umzug ins Stadion an der Bahnhofstraße vollzogen. Bis dahin hatte aber lediglich nur noch die Jugendabteilung ihre Spiele auf dem Ascheplatz ausgetragen. Die Senioren spielten bereits im Stadion. Zudem war damals noch der mittlerweile aufgelöste Verein Inter Castrop in der Erin-Kampfbahn ansässig.

18. August 2004: Das alte Umkleide-Gebäude wird abgerissen

Endlich kam Bewegung in den Umbau der Erin-Kampfbahn. Der Abriss war im August 2004 in vollem Gange. Mitte August waren schon nur noch die Grundmauern des ehemaligen Umkleide-Gebäudes zu sehen.

Ein Kunstrasenplatz war eigentlich nicht geplant – Die Chronologie der Erin-Kampfbahn

Ein Bagger sorgte im Jahr 2004 dafür, dass das alte Umkleidegebäude der SG Castrop abgerissen wurde. © Volker Engel

30. August 2004: Stadtverwaltung empfiehlt einen Ascheplatz

Die Stadtverwaltung empfiehlt dem Betriebsausschuss 1 die Erin-Kampfbahn mit einem neuen Aschebelag auszustatten. Die Erin-Kampfbahn sei wegen der großen

Zahl an Laubbäumen „als Standort für einen Kunstrasenplatz denkbar ungeeignet“, hieß es in der Vorlage für die Sitzung: „Selbst ein Hersteller von Kunstrasenflächen hat abgewinkt.“ Schließlich müsse ein Kunstrasenplatz ständig aufwendig frei vom Laub gehalten werden.

Allerdings: Die Mehrkosten für einen Kunstrasenplatz (200.000 Euro) und einer 100 Meter langen Kunststoff-Laufbahn (27.500 Euro) würden bei Gesamtkosten von 1,274 Millionen Euro sogar noch unter dem festgelegten Höchstbetrag für die Sanierung von 1,278 Millionen Euro passen. Mit einem Ascheplatz kostet der Umbau 1,046 Millionen Euro.

Der damalige Wacker-Vorsitzende Wilhelm Krumtünger sprach sich übrigens für einen Kunstrasenplatz aus: „Schließlich soll die Erin-Kampfbahn für mindestens die nächsten 20 Jahre unsere Heimat werden.“ Zudem wäre der Verein bereit, die Pflege des Sportplatzes zu übernehmen.

8. September 2004: Die Erin-Kampfbahn bekommt einen Kunstrasenplatz

Es tut sich etwas in der Erin-Kampfbahn. In den vergangenen Tagen begannen Arbeiter damit, den Untergrund für die späteren Umkleide- und Vereinsgebäude vorzubereiten. Doch die viel wichtigere Nachricht aus dem Betriebsausschuss 1: Die Erin-Kampfbahn erhält einen Kunstrasenplatz. Die Mitglieder des B1 sprachen sich einstimmig dafür aus.

Der Umbau der Sportanlage an der Karlstraße wird nun 1,274 Millionen Euro kosten und soeben in den Höchstbetrag von 1,278 Millionen Euro passen. Allerdings werde der SV Wacker Obercastrop keine Leistungen

für sein neues Clubhaus erwarten können, die über die vertraglichen festgelegten bis zum Erstellen des Rohbaus hinaus gingen. Zudem müsse sich der Verein um die Platzpflege selbst kümmern.

Ein Kunstrasenplatz war eigentlich nicht geplant – Die Chronologie der Erin-Kampfbahn

Arbeiter sorgten im September 2004 dafür, den Untergrund für das neue Gebäude in der Erin-Kampfbahn vorzubereiten. © Goldhahn

27. Oktober 2004: Wacker Obercastrop feiert Richtfest in der Erin-Kampfbahn

Das Vereinsheim hatte noch kein Dach, aber der SV Wacker Obercastrop feierte im Oktober 2004 das Richtfest in der Erin-Kampfbahn. Der Kunstrasen war zu diesem Zeitpunkt bereits bestellt: ein 67x108 Meter großer Kunstrasenplatz, Leichathletik-Anlagen mit einer 100-Meter-Laufbahn sowie Weitsprung- und Kugelstoß-

Einrichtungen.

10. November 2004: Die Verlegung des Kunstrasens beginnt

Im November 2004 war es so weit: Der neue Kunstrasen wurde verlegt. Die Flutlichtmasten standen zu diesem Zeitpunkt bereits. Damals ging das Immobilien-Management der Stadt Castrop-Rauxel davon aus, dass der Platz bis Ende November fertig sei. Der Kunstrasen müsse bis dahin ruhen, zudem müssten noch die Außenanlagen rund um die Spielfläche fertig gestellt werden.

Ein Kunstrasenplatz war eigentlich nicht geplant – Die Chronologie der Erin-Kampfbahn

Die Verlegung des Kunstrasens begann im November 2004. Bis das erste Spiel letztlich auf dem neuen Grün stattfinden konnte, vergingen jedoch noch einige Monate. © Stipke

3. Dezember 2004: Die Fertigstellung des Kunstrasens verzögert sich

Aus der Fertigstellung bis Ende November wurde jedoch nichts. Das Einschlämmen des Sandes auf das Kunstrasenareal sei wegen der feuchten

Witterung der letzten Wochen ins Stocken geraten, erklärte der Kaufmännische Leiter des Immobilien-Managements der Stadt Castrop-Rauxel, Wilfried Heyden.

Zudem fehle dem ansonsten fertig gestellten Umkleidegebäude noch der Innenausbau in Umkleide- und Sanitärräumen. Winfried Hetzel vom Sportamt hatte derweil noch ein anderes Probleme ausgemacht. Der Kunstrasen werfe an einer Stelle Falten. „Die herauszuziehen ist kein Problem“, betonte Hetzel, „dazu darf es aber nicht zu kalt sein.“

1. April 2005: SV Wacker Obercastrop muss weiter warten

Lange wurde es ruhig um die Erin-Kampfbahn. Das neue Vereinsheim wurde in der Zwischenzeit fertiggestellt, der SV Wacker hatte es in Eigenregie aufgebaut. Doch der Kunstrasen warf weiterhin Falten. Zudem gab es noch ein anderes Problem, weshalb der SV Wacker noch nicht auf seinem neuen Platz auflief. Sie hatten nämlich den Übernahme-Vertrag mit der Stadtverwaltung noch nicht unterschrieben. Der damalige Sportamts-Leiter Winfried Hetzel sagte: „Die Obercastroper haben ihn schon seit Wochen vorliegen, wollten ihn aber nochmals durch einen Rechtsanwalt prüfen lassen.“

9. Mai 2005: Die Eröffnung mit dem Kreisliga-A-Topspiel

Der Kunstrasenplatz wurde offiziell eröffnet. Den symbolischen Anstoß nahmen die stellvertretende Bürgermeisterin Eva Steininger-Bludau und Obercastrops Angreifer Murat Ucar vor. Die Premiere auf dem neuen Platz bescherte dem SV Wacker jedoch einen Dämpfer im Aufstiegskampf in der Kreisliga A. Obercastrop verlor als Tabellenzweiter mit 2:4 gegen den Spitzenreiter SV Yeni Genclik.

Ein Kunstrasenplatz war eigentlich nicht geplant – Die Chronologie der Erin-Kampfbahn

Kurz nach der Feststellung: Die Erin-Kampfbahn erstrahlt in neuem Glanz – mit einem Kunstrasenplatz. © Archiv

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