Ein Trainer der SG Castrop darf betreuen, aber nicht spielen

dzFußball-Bezirksliga

Die Fußballer der SG Castrop braucht aktuell jeden Bezirksliga-Punkt. Ausgerechnet jetzt darf ein erfahrener Akteur nicht eingesetzt werden.

Castrop-Rauxel

, 18.10.2019, 15:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Blick auf die Tabelle der Bezirksliga-Staffel 9 zeigt nach zehn Spieltagen eine Vier-Klassen-Gesellschaft. An der Spitze haben sich der Erler SV, FC Marl und Vestia Disteln abgesetzt. Als Vierter hat die Spvg Schwerin so etwas wie ein „Alleinstellungs-Merkmal“. Mit 10 bis 13 Punkten folgt ein breites Mittelfeld von acht Teams. Das Trio SG Suderwich (5 Punkte), SG Castrop (5) und SV Horst-Emscher II (0) steckt unten fest. Den Verfolgern der Spitze und den Kellerkindern bleibt als Trost: Es gibt noch 18 Spieltage.


Schwerin - SG Suderwich

(So, 15, Grafweg)

Zwei Niederlagen in Folge sind zwar längst noch keine Serie, die Spvg Schwerin sollte trotzdem gegen den Abstiegskandidaten SG Suderwich (14.) tunlichst auf den Erfolgskurs zurückkehren. Alles andere als ein Sieg gegen das „Kellerkind“ aus Recklinghausen wäre eine herbe Enttäuschung.

„Dreimal in Folge verlieren möchte ich nicht“, sagt Trainer Dennis Hasecke, der mit Tabellenplatz vier mit Schlagdistanz zur Spitze gut leben kann. Die Suderwicher haben letztmals am 1. September gepunktet – beim 4:2-Sieg gegen SV Horst-Emscher II. Es folgten fünf zum Teil deftige Niederlagen.

Die Schweriner Personalsituation schaut allerdings nicht gut aus. „Unter der Woche haben sich mehrere Spieler mit Grippe abgemeldet. Wer Sonntag wieder fit ist, müssen wir schauen“, so Hasecke. Trotzdem lautet seine deutlich formulierte Vorgabe: „Wir wollen die drei Punkte.“


VfB Hüls - SG Castrop

(So, 15, Evonik-Sportpark,

Paul-Baumann-Straße, Marl)

Gut gespielt, trotzdem mit 1:4 verloren gegen die SF Stuckenbusch. Der SG Castrop klebt das Pech an den Füßen. Im doppelten Sinn. Neben der Punktlos-Serie kassierten die Europastädter zwei Gelb-Rote Karten. Was die personelle Lage verschärft. Zumal Manuel Backes und Keeper Pascal Heuser zu einem Festival nach Rotterdam (Niederlande) fahren. Nach einer Gelb-Roten Karte ist Abdellatif Chergui gesperrt.

Doch wie sieht es bei Tino Westphal aus, der die Ampelkarte gesehen hat? Westphal hatte im Stuckenbusch-Spiel die erste „Gelbe“ (63.) als Spieler kassiert, zum Zeitpunkt der „Ampelkarte“ (80.) war er bereits ausgewechselt (65.). Er fungierte nur noch als Trainer. Diese Aufgabe zählt hier aber nicht, da er bis zum Abpfiff Spieler bleibt.

Also darf der Trainer die SG zwar betreuen, spielen aber nicht. „Unaufgefordertes Betreten des Platzes“ hat der Schiedsrichter für Westphals Gelb-Rote Karte eingetragen.

Der VfB Hüls hatte zuletzt aufgrund der ungeraden Zahl von Teams in der Liga spielfrei, war aber fleißig und gewann ein Testspiel gegen den Essener Bezirksligisten Vogelheimer SV mit 8:2. Es gab sechs Torschützen, nur Mirco Gries traf zweimal.

Ansonsten hinkt der VfB wie die SG den Erwartungen hinterher. „Für mich geht es in die alte Heimat“, so Westphal, der zu Hülser Oberliga-Zeiten zwei Jahre dort spielte. Wegen der Personalnot lautet die SG-Taktik: „Hinten die Null halten, und vorne mit Glück eine Bude machen.“

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