Eine komplette Aufstiegsmannschaft aus Castrop-Rauxel wechselt den Verein

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Wacker Obercastrop, der FC Castrop-Rauxel, Eintracht Ickern, Victoria Habinghorst, VfB Habinghorst und VfR Rauxel sind mit je einem Team aufgestiegen. Eines davon kehrt dem Club den Rücken.

Habinghorst, Obercastrop

, 02.06.2020, 05:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Abbruch der Saison 2019/20 dürfen sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sechs Castrop-Rauxeler Mannschaften über Aufstiege freuen: der SV Wacker Obercastrop in die Westfalenliga, der FC Castrop-Rauxel in die Bezirksliga, Eintracht Ickern in die Kreisliga A sowie Victoria Habinghorst III, VfB Habinghorst II und VfR Rauxel in die Kreisliga B. Das Kuriose ist: Eine dieser Mannschaften möchte den Aufstieg nicht auskosten, wechselt komplett den Verein und läuft erneut in der Spielklasse auf, in der sie 2019/20 kickte.

Nachricht kam vor dem Pfingst-Wochenende

Dirk Konisch, der Vorsitzende von Victoria Habinghorst, bekam am Freitag vor Pfingsten die Nachricht, dass sich seine Dritte Mannschaft komplett dem SV Wacker Obercastrop anschließen möchte. An der Karlstraße möchte sich das Team um Organisator Almir Ahmetovic erneut als Dritte Mannschaft aufstellen - und wieder in der Kreisliga C antreten.

Almir Ahmetovic (weißes Hemd) und sein Team, das in der Saison 2019/20 für Victoria Habinghorst Meister wurde, schließt sich jetzt Wacker Obercastrop an.

Almir Ahmetovic (weißes Hemd) und sein Team, das in der Saison 2019/20 für Victoria Habinghorst Meister wurde, schließt sich jetzt Wacker Obercastrop an. © Volker Engel

Vor rund zwölf Monaten hatten die Fußballer, die überwiegend bosnische Wurzeln haben, quasi als Betriebssportmannschaft der Victoria Habinghorst angeschlossen. Denn die Akteure des Teams rund um Trainer Huso Ahmetovic arbeiten auch zusammen in der Firma von Almir Ahmetovic. Dirk Konisch erklärt: „Es war eine schöne Idee von ihnen, für uns zu spielen. Schließlich hatten sie auch als Option den Gedanken gehabt, selbst einen Verein zu gründen.“

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Almir Ahmetovic und Leistungsträger Sencer Özbek hatten Dirk Konisch berichtet, dass sie in ihrer Mannschaft darüber abgestimmt hätten. Und die nahezu einstimmige Wahl fiel auf einen Wechsel zum SV Wacker. Konisch: „Ich hatte wirklich ein sehr vernünftiges Gespräch mit Almir und Sencer. Wir gehen nicht im Groll auseinander. Es ist schade, denn ich glaube, dass diese Mannschaft eine gute Rolle in der Kreisliga B gespielt hätte. Die Spieler haben sich auch nicht über uns beschwert. Wir haben sie in Watte gepackt - mit Trikots und Trainingsanzügen ausgestattet.“ Die Truppe sei auch recht besonnen gewesen. Nur eine Rote Karte kassierte Victoria III - und wurde mit mit 43 von 48 Punkten sowie 71:20 Punkten Meister der Abbruch-Saison 2019/20.

Denn die Akteure des Teams von Victoria III rund um Trainer Huso Ahmetovic (l) arbeiten auch zusammen in der Firma von Almir Ahmetovic (3.v.l.).

Denn die Akteure des Teams von Victoria III rund um Trainer Huso Ahmetovic (l) arbeiten auch zusammen in der Firma von Almir Ahmetovic (3.v.l.). © Volker Engel

Ahmetovic möchte an einer Vision mitwirken

Dirk Konisch erklärte: „Almir hat mir gesagt, dass der Hauptgrund für den Wechsel sei, dass er an einer Vision im Castrop-Rauxeler Fußball mitwirken wolle.“ Das bestätigte auch der Wacker-Vorsitzende Martin Janicki. Er sagte: „Almir und ich sind befreundet. Wir haben Anfang der 2000er-Jahre zusammen für den SV Wacker gespielt - der Kontakt ist nie abgebrochen.“

Mit seiner Firma Opti-Run werde Ahmetovic bald als Premium-Sponsor bei den Wackeranern einsteigen und möchte das mit seiner Betriebssport-Mannschaft gerne verbinden. Er sei dankbar gewesen, dass Victoria Habinghorst ihn und sein Team aufgenommen hätten, möchte allerdings nunmehr den nächsten Schritt gehen. Ahmetovic möchte durchaus daran teilhaben, dass sein Ex-Club mit der ersten Mannschaft den Sprung in die Westfalenliga geschafft hat.

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Bei Victoria Habinghorst gibt es nunmehr Überlegungen, was mit dem Kreisliga-B-Startplatz werden soll. Dirk Konisch betont: „Für unsere aktuelle Zweite Mannschaft, in der ich auch mitspiele, wäre der Sprung zu groß. Wir möchten uns nicht abschlachten lassen.“ Daher stehen aktuell noch die Zeichen auf „Verzicht“ durch Victoria II mit Trainer Patrick Kangowski und Co-Trainer Michael Völkert.

Konisch erklärt: „Wir schauen uns nach einer Lösung um. Diese könnte so aussehen, dass sich eine Mannschaft komplett unserem Verein anschließt und somit in der Kreisliga B spielen kann.“ Lose Gespräche hat es bereits gegeben. Diese sind allerdings noch in den Anfängen.

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Von Victoria-Seite konnte aufgrund der Corona-Krise keine Aufstiegsfeier für die Dritte Mannschaft auf die Beine gestellt werden. Auch kam es jetzt nicht mehr zu einer Trainingseinheit der Dritten. Konisch: „Ich denke, da wird auch bezüglich einer Feier nichts mehr passieren. Die Spieler haben mit dem Projekt bei Victoria gewiss schon abgeschlossen.“

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