Ein Trainer muss für die Mannschaft sprinten

dzSportgeschichten

Schnell quer über den Platz musste ein Fußball-Coach laufen. Ein Korfballer hat sich eine neue Trainingsstätte für sein Team einfallen lassen - in unserer Rubrik „Auf der Außenbahn“.

Castrop-Rauxel

, 03.09.2019, 12:51 Uhr / Lesedauer: 3 min

Marco Taschke, Co-Trainer des Bezirksligisten Spvg Schwerin, musste beim Spiel gegen den VfB Hüls im Evonik Sportpark zwei nicht eingeplante Sprints hinlegen. Den ersten, als er, Kollege Hasecke und die Schweriner Spieler zur Halbzeitpause vor der verschlossenen Umkleidekabine standen. Der Schlüssel dafür war auf der Spielerbank vergessen worden. Da diese Bank aber auf der dem Klubheim gegenüberliegenden Platzseite steht, sprintete Taschke los und ließ sich dann auf halber Strecke den Schlüssel zuwerfen. Gefangen hat er ihn nicht. Also hieß es bücken, aufheben und zurück im Sprint zum Clubheim. Schließlich sollten die Schweriner mehr von der Halbzeitpause haben als nur eine verschlossene Kabinentür.


Ein Trainer muss für die Mannschaft sprinten

© privat

Holger Schlösser, F-Junioren-Trainer beim TuS Henrichenburg, wurde am Samstag mit seiner Mannschaft für wichtiger befunden als der Bundesligist Borussia Dortmund. Denn er bekam Besuch von dem aus dem Dortmunder Radio sowie im Internet bei Youtube bekannten Borussen Bernie. Dieser sagte zum Spiel der Borussen bei Union Berlin, dass er seine geplante Reise in die Hauptstadt abgesagt hat, weil „Freund Holger in Henrichenburg und seine Dötzkes besucht“. Er meinte danach, dass die TuS-Kinder besser ausgesehen hätten als der BVB bei der Niederlage in Berlin.


Dieter Schertz, früherer Fußballspieler und heute im Umfeld des SV Wacker Obercastrop zuhause, sorgte am Sonntag beim Bezirksligaspiel der SG Castrop für Lacher hinter der Bande. Als Zuschauer neben Helmut Blanke an der Bande, mit dem er unter anderem an der Renovierung des Vereinshauses in der Erin-Kampfbahn maßgeblich beteiligt war. Schertz erzählte, dass er am Samstagmorgen bei Aufräumarbeiten nach der Feier am Freitag, die Co-Trainer Steffen Golob zu seinem 40. Geburtstag veranstaltete, von einer Sache, die er so noch nicht kannte: „Die hatten sogar eine Jägermeister-Maschine, die aussah wie eine Kaffeemaschine.“


Ein Trainer muss für die Mannschaft sprinten

© Foto Jens Lukas

Daniel Komorek, früher bei der SG Castrop und nun in der Sportlichen Leitung der Spvg Schwerin aktiv, machte sich auf der Tribüne an der Brandheide beim Landesliga-Derby des FC Frohlinde gegen den SV Wacker Obercastrop (0:2) bemerkbar. Bei einer möglich falschen Schiedsrichter-Entscheidung zu einem etwaigen Handspiel im Obercastrop-Strafraum, erinnerte Komorek an die leidigen Fehlszenen in der Fußball-Bundesliga auf seine Art. Als die Frohlinder Szene kochte, weil der Referee keinen Elfmeter gab, zeigte der Neu-Schweriner sein Handy und rief – natürlich – aus Spaß zum Linienrichter: „Prüfe das nach, ich habe hier den Kölner Keller in der Leitung.“


Ein Trainer muss für die Mannschaft sprinten

© Volker Engel

Philipp Kohtz, Tischtennisspieler beim Post SV in der Bezirksklasse, hat sich nach der Meinung seins ehemaligen Vorsitzenden Heinz-Günter Hiller zurecht auf den Trikots des Teams verewigen können. Kohtz, der Grafiker ist, hatte nämlich vor etwa einem Jahr das Vereinswappen des Post SV neu gestaltet. Quasi als Geschenk durfte der Spieler auch auf den Hemden für sich selbst werben. „Zencore Studios“ steht auf den Trikots. Das Vereinswappen ziert die Stadthalle mit drei Sternen. Das goldenes Andreaskreuz des Stadtwappens liegt dahinter. Hiller meint: „Er hat unser Outfit modernisiert. Dieser ist vielleicht das modernste der Stadt.“ Schwierigkeiten machte zunächst aber wohl der Aufdruck auf die Hemden. Denn einige dünne Linien mussten verstärkt werden, damit sie nicht abblättern.


Ein Trainer muss für die Mannschaft sprinten

© Volker Engel

Lennart Schwirtz, ehemaliger Regionalliga-Korfballer des Schweriner KC, 2. Vorsitzender und Nachwuchstrainer, griff zuletzt zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Zum Training seiner F-Jugend lud er in den Garten privaten Garten von Nicole Sprengel und ihm ein. Der ungewöhnliche Trainingsort war eine Notlösung. Seit Anfang Juli wurde die Trainingshalle der kleinen Korbjäger, die Turnhalle an der Bodelschwingher Straße, saniert. Schwirtz berichtete: „Aufgrund der knappen Hallensituation in Castrop-Rauxel gibt es für die F-Jugend noch keine geeignete Hallenzeit, in der ein Training unter guten Bedingungen stattfinden kann.“ Schließlich sei es nicht einfach, bei einer Teilnehmerzahl von 25 bis 30 Kindern allen Kindern gutes Training bieten zu können. Schwirtz: „Dazu braucht es genügend Platz und Zeit.“ Da Lennart Schwirtz und Nicole Sprengel das Training aber auf keinen Fall ausfallen lassen wollten, beschlossen sie: Hof und Rasen werden zum Spielfeld. Abschließend gab es Eis für alle.

Lesen Sie jetzt