Ein Castrop-Rauxeler Handball-Verein taucht in den Spielplänen nicht mehr auf

dzHandball

Der Handballkreis Industrie hat Mitte Juli die Spielpläne für seine Kreisligen und Kreisklasse veröffentlicht. Nach einem bestimmten Vereinsnamen sucht man hier vergebens.

Castrop

, 06.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahrzehnten kann man in Castrop-Rauxel in drei Vereinen Handball spielen: bei der HSG Rauxel-Schwerin, beim TuS Ickern und beim Castroper TV. Die Ickerner starteten mit ihrem Männer-Team Ende der 1990er-Jahre bis in die Oberliga durch. Die Frauen eroberten die Verbandsliga. Rauxel-Schwerin ist aktuell Landesligist. So hoch schafften es die CTV-Frauen auch schon. Die Castroper Männer begnügten sich mit Kreisliga-Auftritten.

Routiniers spielten im „Wohnzimmer“

Bei der Veröffentlichung der Spielpläne für die Saison 2020/21 taucht der Castroper TV aber nicht auf. Eigentlich hätten die Frauen nach ihrem Aufstieg in der Kreisliga gespielt. Die Herren, mit vielen Routiniers in ihren Reihen, haben zuletzt einen Aufstieg ausgeschlagen, um in ihrem „Wohnzimmer“ bleiben zu können: in der 4. Kreisklasse.

Die Handball-Abteilung des CTV wurde 1985 gegründet. Sie wird jetzt nicht aufgelöst, wie Thorsten Stiller, Abteilungsleiter und 2. Vorsitzender des Gesamtvereins, betonte. Aber: „Wegen Personalmangels in unseren beiden Mannschaften setzen wir zumindest für die Saison 2020/21 aus.“

Bereits beim Saisonabbruch im März hatten sich Stiller und Frauen-Trainer Carsten Schaepers Gedanken über die Zukunft ihrer Teams gemacht. Die Frauen hatten mit einem Minimal-Kader von acht Spielerinnen die Saison bestritten. Bei den Männern sah es personell auch nicht rosig aus.

Thorsten Stiller (am Ball), Spieler und Leiter der Handballabteilung im Castroper TV, hat mit seinen Mitstreitern eine Lösung für seine Teams gefunden.

Thorsten Stiller (am Ball), Spieler und Leiter der Handballabteilung im Castroper TV, hat mit seinen Mitstreitern eine Lösung für seine Teams gefunden. © Volker Engel

Letztlich war es Heinz-Werner Scheipers, Spieler beim CTV und Schiedsrichter für den TuS Ickern, der den ersten Stein ins Rollen brachte. Er stellte den Kontakt zum TuS her. Die Idee: Die Castroper Männer könnten beim Ü35-Team der Ickerner in der Hobby-Liga unterkommen. Danach wurde das zweite Projekt geboren: Die CTV-Frauen können sich der zweiten Mannschaft des TuS anschließen. Dieses Team war ohnehin auf Spielerinnen-Suche.

Frauen-Tore zählen doppelt

Thorsten Stiller erklärt: „Ickern hatte in der Vergangenheit seine Ü35 mit Datteln auf die Beine gestellt. Ich habe mit Thomas Hengst gesprochen und ihm ein stadtinternes Team vorgeschlagen.“ Diese Mannschaft kann durchaus harmonieren. Denn alle Akteure kennen sich. Einige von ihnen haben im jeweils anderen Club schon gespielt.

Stiller meint, der Modus der Hobbyliga sei sehr attraktiv: „Im Schnitt hat man sieben Spiele pro Jahr. Man kann in gemischten Teams spielen. Tore, die von Frauen erzielt werden, zählen doppelt. Das gefällt mir.“ Allerdings haben nicht alle CTV-Herren bereits das Ü35-Alter erreicht. Weshalb ein Teil von ihnen mit einem Wechsel zu einem neuen Team des DSC Wanne (4. Kreisklasse) liebäugelt. Stiller: „Stefan Kube wird wechseln. Carsten Schaepers möchte es mit einem Doppelspielrecht eventuell auch machen. Er bleibt wie alle anderen Vereinsmitglied.“

Schaepers soll nach dem Rückzug von Uwe Schröder zusammen mit Melanie Katzensteiner das zweite Frauen-Team des TuS Ickern in der Kreisklasse betreuen. Stiller: „Bislang hat es noch kein gemeinsames Training gegeben, sondern nur Austausch per WhatsApp. Schauen wir mal, ob es passt. Ich bin auf jeden Fall ein Freund davon, nicht durch die Vereinsbrille zu schauen, wenn doch man Kräfte bündeln kann.“

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