Ein Castrop-Rauxeler B-Liga-Stürmer hat den Sprung in die Bezirksliga geschafft

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Er hat den Wechsel gewagt, zwei Klassen übersprungen und spielt statt für den B-Kreisligisten TuS Henrichenburg für den Bezirksligisten Teutonia SuS Waltrop. Ein Wechsel nicht ohne Risiko.

Castrop-Rauxel

, 19.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ist ein bisschen wie in der Schule. Wer eine Klasse überspringt, der kann entweder so richtig durchstarten - oder aber auf die Nase fallen. Der Vergleich trifft auch auf einen Fußballer aus Castrop-Rauxel zu.

Julian Niewind (23) hat den Sprung gewagt, von der Kreisliga B in die Bezirksliga, vom TuS Henrichenburg zu Teutonia SuS Waltrop. Sagen wir mal so: Auf die Nase gefallen ist er absolut nicht. „Der Wechsel war die absolut richtige Entscheidung, auch wenn ich zuerst doch einige Zweifel hatte. Ich habe meinen gesamten Freundeskreis in Henrichenburg, wurde aber in Waltrop ganz toll aufgenommen. Da passt einfach alles zusammen. Und sportlich hat es sich natürlich auch gelohnt, auch wenn es nicht ganz einfach war“, zieht Niewind eine erste Zwischenbilanz bei seinem neuen Klub.

Nach acht Spieltagen war Schluss

Angesichts der Spielbeschränkungen wegen der Corona-Krise fiel die Spielzeit 20/21 bislang naturgemäß sehr dürftig aus. Acht Spiele konnte Waltrop bestreiten, dann war Schluss. Drei Siege stehen fünf zum Teil deftige Niederlagen gegenüber.

Julian Niewind (l.) ist bei Waltrop zufrieden.

Julian Niewind (l.) ist bei Waltrop zufrieden. © Michael Steyski

Gleich am ersten Spieltag gab‘s ein 0:5 in Kemminghausen, der dritte Spieltag ging mit einem 1:6 beim FC Nordkirchen zu Ende. Am letzten Spieltag am 25. Oktober verloren die Waltroper mit 1:4 zu Hause gegen den TuS Eichlinghofen.

Ins Loch gefallen und wieder aufgestanden

Fünfmal kam Niewind dabei zum Einsatz. „Zunächst lief es ganz gut, ich habe 100 Prozent Einsatz gezeigt und stand auch in der Startelf, bin dann aber in ein Loch gefallen“, gestand Niewind. „Das Loch“, wie Niewind es nennt, hat er mittlerweile verlassen, seine persönliche Fieberkurve zeigt wieder nach oben.

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„Nach einem Einzelgespräch mit meinem Trainer habe ich verstanden, dass man immer von Anfang an alles geben muss. Die Ansprüche in der Bezirksliga sind einfach höher als in der Kreisliga B. Das habe ich nach den ersten guten Spielen aber nicht immer umgesetzt und bin dann auch sofort leistungsmäßig etwas zurückgefallen“, gestand der 23-Jährige, der eine Ausbildung zum Chemikant bei Rütgers in Castrop-Rauxel absolviert.

Spiel schneller und körperlicher

Auch wenn der Spielbetrieb zunächst bis Ende des Jahres ruht und zudem kein Mannschaftstraining möglich ist, den Unterschied zwischen der Kreisliga B und der Bezirksliga hat Julian Niewind eindrucksvoll zu spüren bekommen. „Es wird einfach schneller gespielt, viel körperlicher und das technische Niveau ist viel, viel höher“, so Niewand: „Zu Beginn hatte ich damit auch ein paar Schwierigkeiten.“

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Apropos Mannschaftstraining. „Das ist natürlich viel anstrengender, macht aber auch viel mehr Spaß, da immer zwischen 20 und 23 Akteure dabei sind“, so Niewind. Doch das ist längst Geschichte, da die Corona-Verordnungen kein Mannschaftstraining zulassen.

Zurück in die Innenverteidigung

„Wir treffen uns dreimal die Woche zum Lauftraining, immer vorschriftsmäßig in Zweiergruppen. Man muss sich halt selbst motivieren in dieser Zeit. Ich schaffe das aber zum Glück“, erklärt Niewind, der in Waltrop nicht nur zwei Klassen höher spielt, sondern auch auf seine ehemalige Position als Innenverteidiger zurückgekehrt ist.

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Kein Wunder angesichts der Größe von 1,94 Meter. In der Innenverteidigung hat er zwar schon früher während seiner Zeit bei Westfalia Herne gespielt, doch seine Lieblingsposition liegt eindeutig im offensiven Mittelfeld. Ein Problem mit der Trainerentscheidung habe er aber absolut nicht: „Wichtig ist für mich, dass ich spielen kann und darf.“

Das Ziel ist klar: nur nicht absteigen

Das ist aktuell natürlich nicht so einfach. Spielpause, Trainingspause, nichts läuft in Zeiten von Corona. Niewind hofft, dass Mitte Februar das Training beginnt, im März dann die Meisterschaftssaison startet. Wohin er mit dem Bezirksligisten Teutonia SuS Waltrop noch hinmöchte, ist auch klar: „Nur nicht aus der Liga absteigen, stattdessen im Mittelfeld etablieren.“

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