Ein Aushängeschild des Frauenfußballs in Castrop-Rauxel tritt in dieser Saison nicht an

Frauenfußball

Die A-Liga-Saison im Frauenfußball des Kreises Herne/Gelsenkirchen beginnt am Sonntag (20.9.). Zum Start wird allerdings eine Castrop-Rauxeler Mannschaft fehlen. Sie tritt nicht an.

Habinghorst

, 19.09.2020, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Denise Mäder (r.) war Leistungsträgerin im Frauen-Team von Victoria Habinghorst. Sie hat sich jetzt dem neu formierten Team des TuS Henrichenburg angeschlossen.

Denise Mäder (r.) war Leistungsträgerin im Frauen-Team von Victoria Habinghorst. Sie hat sich jetzt dem neu formierten Team des TuS Henrichenburg angeschlossen. © Volker Engel

Victoria Habinghorst war über einen langen Zeitraum das Aushängeschild im Castrop-Rauxeler Frauenfußball, später unterstützt vom SC Arminia Ickern und der Spvg Schwerin in der Bezirksliga. Von diesem Glanz ist nicht mehr viel übrig geblieben bei einem Club, der von 2012 bis 2019 sieben Jahre lang ohne Unterbrechung in der Bezirksliga kickte.

Weiter heimsten die Habinghorster Fußballerinnen einen Stadtmeister-Titel unter freiem Himmel (2011) und einen in der Halle im Jahr 2008 bei der Premiere ein. Die abgebrochene Corona-Saison hatte Victoria Habinghorst in der Kreisliga A auf dem guten Tabellenplatz drei beendet. Der Trainer Egon Mäder ist danach ausgeschieden.

Kapitänin verließ das Team

Kapitänin Denise Mäder wechselte zur Frauenteam-Neugründung TuS Henrichenburg in den Fußballkreis Recklinghausen. Christin Brinkmann, ein Fixpunkt der Mannschaft, hörte aus zeitlichen Gründen auf. Hatte der Abgang dieser Spielerinnen so etwas wie eine Sogwirkung? „Nein, ganz bestimmt nicht. Als dann weitere Spielerinnen schwanger wurden, schrumpfte der Kader immer mehr zusammen“, erklärt der Vorsitzende Dirk Konisch.

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Victoria Habinghorst meldete zunächst zwar eine 9er-Mannschaft für die Saison 2020/2021, was sich später als zu optimistisch herausstellte. Beim endgültigen „Kassensturz“ standen nur elf Spielerinnen auf dem Zettel. „Von denen konnten mehrere sogar nicht immer da sein“, so Konisch. Es blieb keine andere Wahl: Victoria Habinghorst musste die Frauen-Mannschaft vom Spielbetrieb abmelden.

„Wir als Vereins-Verantwortliche bedauern diese Entwicklung zwar sehr, sie war aber nicht abzuwenden. Bei uns hat diesmal der allgemein rückläufige Trend im Frauenfußball zugeschlagen“, erklärt der Vorsitzende Konisch, der ebenso wie Abteilungsleiter Oliver Bäcker jedoch guter Hoffnung ist, in der Saison 2021/2022 wieder eine schlagkräftige Victoria-Frauen-Mannschaft stellen zu können.

Hoffnungen werden in die Juniorinnen gesetzt

„Viele der verbliebenen Fußballerinnen haben zugesagt, in der nächsten Saison wieder für uns zu spielen“, so Konisch. Weitere Hoffnung beim Neustart setzt Habinghorst in die eigenen Juniorinnen. „Einige U17-Spielerinnen rücken im nächste Jahr auf in den Frauenbereich, sodass uns dann wieder genug Spielerinnen zur Verfügung stehen werden, um eine Mannschaft in der Kreisliga A zu melden“, bleibt Bäcker optimistisch.

Bei den Juniorinnen ist Victoria Habinghorst ohnehin weiter bestens aufgestellt. In dieser Saison wurden Mannschaften bei den B-, C- und D-Juniorinnen für den Meisterschafts-Spielbetrieb gemeldet. An einem E-Juniorinnen-Team wird noch fleißig „gebastelt“.

Attraktive Gegner hätten gewartet

Nach dem Ausstieg von Victoria Habinghorst gehen neben TuS Henrichenburg (Kreis Recklinghausen) aus Castrop-Rauxel nur noch die SG Castrop und der FC Frohlinde (neu) in die Kreisliga-A-Meisterschaft des Fußballkreises Herne/Gelsenkirchen auf Punktejagd.

Eigentlich gerade jetzt schade für Victoria Habinghorst, da in dieser Saison in der 14er-Kreisliga A mit dem FC Schalke Weiß und FC Schalke Blau gleich zwei attraktive Teams dazu gestoßen sind. Auf Schalke spielt man schließlich im Frauenfußball nicht alle Tage.

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