Die SG Castrop hofft im Abstiegskampf auf einen Rückkehrer und einen Comebacker

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Die Bezirksliga-Fußballer der SG Castrop haben Neuzugänge an der Angel. Zudem positionieren sich ihre Konkurrenten im Abstiegskampf.

Castrop

, 21.11.2019, 16:24 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Fußball gibt es die Binsenweisheit, dass sich die tatsächlichen Absteiger erst nach der Winterpause wirklich herauskristallisieren. In der Fußball-Bezirksliga 9 zeichnet sich jedoch bereits nach Abschluss der Hinserie ab, wer am Ende die Gefahren-Plätze belegen könnte.

Nur zwei Abstiegsplätze

Mittendrin ist auch die SG Castrop (13.). Ihre sportliche Leistungskurve zeigte allerdings nicht nur zuletzt beim jüngsten 4:2-Sieg über Teutonia SuS Waltrop nach oben. Zum Vorteil könnte für die SG werden, dass die Staffel 9 in diesem Jahr mit nur 15 anstatt 16 Mannschaften bestückt ist. Das bedeutet, dass es zwei anstatt drei Absteiger geben wird.

Realistisch betrachtet kommen nur noch fünf Vereine für die beiden Abstiegsplätze in Frage: Schlusslicht SV Horst-Emscher 08 II (0 Punkt), der Vorletzte SG Suderwich (6), SG Castrop (11) als Drittletzter sowie Teutonia SuS Waltrop (12) und VfB Kirchhellen (15). Der VfB Hüls (10.) dürfte mit seinen 21 Zählern nicht mehr in die Gefahrenzone geraten.

Die SG Castrop hofft im Abstiegskampf auf einen Rückkehrer und einen Comebacker

Andre Muth (r) möchte wie hier im Jahr 2017 wieder für die SG Castrop auf Torejagd gehen. Aktuell steht allerdings nicht fest, ob sich sein aktueller Verein, der FC Frohlinde, auf einen Wechsel im Winter einlässt. © Jens Lukas

Der VfB Kirchhellen hat am Donnerstagabend noch im eigenen Stadion an der Loewenfeldstraße das Nachholspiel gegen den souveränen Spitzenreiter Erler SV zu bestreiten. Das ist eigentlich eine klare Angelegenheit – wenn nicht Kirchhellen 13 seiner 15 Punkte in Heimspielen eingefahren hätte.

Als Frage nach der Hinrunde bleibt: Was machen die Abstiegskandidaten? Rüsten sie in der Winterpause personell nach? Oder versuchen alle, mit dem vorhandenen Personal die Kurve zu kriegen?

SG Castrop: Der Tabellen-Drittletzte will einen Stürmer verpflichten, um die magere Bilanz von 20 Toren aufzumöbeln. „Das gestaltet sich schwieriger als erwartet, da der abgebende Verein auf Anfrage nicht einmal eine konkrete Ablösesumme nennt“, so Castrops Trainer Dennis Dannemann.

Muth möchte kommen

Bei diesem Stürmer handelt es sich um Andre Muth vom FC Frohlinde, der laut Dannemann gerne zur SG Castrop zurückkehren würde. „Eine Option für Andre wäre eine Abmeldung mit anschließender Wartezeit. Was für alle Beteiligten nicht optimal wäre“, so Dannemann.

Zudem trainiert Christof Luka (vormals Spvg Schwerin, Wacker Obercastrop, Mengede) seit einigen Wochen bei der SG. Er hat seit Jahren nicht gespielt und könnte vor einem Comeback stehen.

„Mit zwei weiteren Spielern stehen wir in Kontakt. Da gibt es aber nichts Konkretes“, so Dannemann, der die unbefriedigende Tabellensituation auch am Verletzungspech festmacht. „Häuptlinge“ wie Ingmar Holtkamp, Devin Helmig und er selbst konnten nur selten spielen wegen Verletzungen.

Die Ausrede, dass es mit ihnen besser aussehen könnte, lässt Dannemann allerdings auch nicht gelten: „Alle Spieler im Kader nehmen für sich in Anspruch, in der Bezirksliga spielen zu können.“

SV Horst-Emscher 08 II: Vermisste Dortmunds Manager Michael Zorc bei der München-Pleite des BVB den „Männerfußball“, verhalf dem Tabellenletzten SV Horst-Emscher 08 II im Hinrunden-Abschluss-Spiel der eigene Männerrasen – sprich Ascheplatz – auch nicht zum ersten Punkt. Mit 1:5 kassierte der Tabellenletzte gegen den SV Zweckel die 14. Niederlage im 14. Saisonspiel. Das verhindern konnten selbst drei Verstärkungen aus dem Landesliga-Kader nicht.

Dass ein Klub in der Bezirksliga 9 nach der Hinserie ohne Punkt und mit einem Torverhältnis von 15:65 geführt wird, ist außergewöhnlich, wenn nicht gar einmalig. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Zieht der SV Horst-Emscher 08 II die Saison überhaupt durch? „Ein frühzeitiges Abmelden kommt für uns nicht in Frage. Wir reagieren in der Winterpause personell. Diese Saison wird auf jeden Fall zu Ende gespielt“, versichert Willi Schmalz, der aus Castrop-Rauxel stammt, aus dem Vorstand von Horst-Emscher.

SG Suderwich: Beim Vorletzten aus Recklinghausen sei „die Mannschaft einfach zu jung“, sagt Vorstand Bastian Leonhard. „Wir werden folglich in der Winterpause Gespräche mit Spielern führen, um mehr Erfahrung ins Team zu bringen. Ob es mit Neuzugängen klappt, müssen wir abwarten. Unsere finanzielle Lage ist nicht so, dass wir unbegrenzt auf Einkaufstour gehen können“, so Leonhard.

Trainer Maik Stocker stehe nicht zu Disposition. Suderwichs Fußballer können übrigens für sich in Anspruch nehmen, dass sie Spitzenreiter Erler SV beim 1:1 ein Unentschieden abgetrotzt haben, was in der Hinrunde ansonsten nur Teutonia SuS Waltrop (1:1) gelungen ist.

Teutonia SuS Waltrop: Trainer Tim Braun sieht in dem zwölften Tabellenplatz lediglich in der Ergebnis-Krise. Er baut jedoch weiter auf die vorhandenen spielerischen Qualitäten seines Kaders, wie die Christine Horn von der Waltroper Zeitung weiß. Der Trainer selbst stehe bei Teutonia SuS keinesfalls infrage. Sven Beckmann ist nach längerem Ausfall durch Krankheit demnächst wieder ein Hoffnungsträger. Dass sich in der Winterpause personell etwas tut, ist eher unwahrscheinlich.

VfB Kirchhellen: Beim Tabellen-Elften setzt der Sportliche Leiter Bastian Averesch auf die eigene Stärke: „Unser Kader ist groß, wir werden in der Winterpause keine Spieler verpflichten.“ Der VfB bleibe seiner Linie treu und baue auf die Jugend. „90 Prozent unseres Kaders sind Eigengewächse. Ich bin guter Dinge, dass wir mit der Philosophie den Klassenerhalt schaffen“, so Averesch.

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