Die SG Castrop erleidet keinen Schaden nach Karten-Gewitter

dzFußball-Bezirksliga

Ein Gelbe-Karten-Gewitter ist zuletzt über die Bezirksliga-Fußballer des Erler SV (5.) und der SG Castrop (2.) nieder. Von den 27 eingesetzten Akteuren wurden mehr als die Hälfte verwarnt.

03.11.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sechs Gelbe Karten kassierte die SG bei ihrem 2:1-Sieg in Gelsenkirchen durch Abdellatif Chergui, Dominik Schenkel, Timo Springwald, Ingmar Holtkamp, Kevin Wagener und Keeper Pascal Heuser. Diese Karten haben allesamt keine Folgen, wie Castrops Trainer Dennis Hasecke am Montag berichtete: „Wir sind eine der fairsten Mannschaften der gesamten Liga – unsere Leute sind derzeit mit maximal drei Gelben Karten belastet.“ In Erle habe er nicht weiter groß aufpassen müssen. Denn keinem seiner Schützlinge drohte eine Sperre durch eine 5. Gelbe Karte.

Buch führen die Castroper Trainer Dennis Hasecke und Marco Taschke mit der Hilfe einer so genannten App mit dem Namen „SportMember“ in ihren Mobiltelefonen. Dieses dient dadurch als Notizbuch. Hiermit verwalten die Übungsleiter unter anderem den Strafenkatalog und die Mannschaftskasse sowie die Trainingsplanung.

Was in Erle Schiedsrichter Gad geritten haben mag, die faire Partie zum „Kartenspiel“ zu machen, wird sein Geheimnis bleiben. Ein Grund dafür könnte sein, dass er bei der Beobachtung durch Schiedsrichter-Obmann Harald Woller (Recklinghausen) alles besonders gut machen wollte, dabei jedoch heftig daneben griff. So sah es auch Dennis Hasecke. Dieser betonte: „Wenn dieser Schiedsrichter alles richtig machen wollte, weil er unter Beobachtung stand, hat er sich nicht gut präsentiert.“ Wenngleich: Einige Gelbe Karten waren berechtigt. Wohl einige wegen Meckerns nicht. Hier sollte ein souveräner Spielleiter durchaus auch einmal taube Ohren haben.

Gesperrt ohne Auswirkung

Amateurfußballer, die die 5. Gelbe Karte sehen, werden mit einer Sperre von zehn Tagen belegt. Sollte in diesem Zeitraum keine Begegnung stattfinden, kommt der Kicker effektiv ungestraft davon. Das bedeutet zum Beispiel: Fußballer, die eine Woche vor dem spielfreien Totensonntag oder am letzten Spieltag vor Beginn der dreimonatigen Winterpause vier Gelbe Karten auf dem Konto haben, könnten clever sein. Wenn sie sich dann die 5. Gelbe abholen, gehen sie straffrei aus.

Dennis Hasecke meint dazu mit einem Lächeln: „Natürlich ist eine 5. Gelbe Karte ärgerlich. Aber in diesem Fall würden wir dem Spieler nicht böse sein und als Trainer darüber hinwegsehen.“

Schemel wieder entsperrt

In die gleiche Kerbe schlägt Peter Wach, der Geschäftsführer des zweiten Castrop-Rauxeler Bezirksligisten, Spvg Schwerin. Er wacht für seine Trainer Marco Gruszka und Frank Rupieper über die Karten-Konten der Spieler vom Grafweg. Zuletzt warnte er davor, dass David Schemel bald gesperrt werden könnte. Die Sperre kam. Der Youngster kann am Sonntag, 4. November, gegen die SF Stuckenbusch wieder eingesetzt werden.

Aufpassen muss Martin Kapitza, der vier Gelbe Karten verbucht hat. Wach sagte über ihn: „Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist Martin zahm geworden.“ In der alten Saison war Martin Kapitza zweimal durch seine zwölf Gelbe Karten sowie durch zwei Gelb-Rote Karten und eine Rote Karte aus dem Verkehr gezogen.“

Durch seine Aufgabe als Staffelleiter im Fußballkreis Herne/Castrop-Rauxel weiß Peter Wach zu berichten: „Wir beobachten das bereits seit Jahren. Vor dem Totensonntag und am letzten Spieltag des Kalenderjahres gibt es ein Hauen und Stechen auf den Plätzen und es hagelt Sperren.“ Der Funktionär hat aber auch die Vereinsbrille auf und erklärte: „Als Spieler wäre ich ja schön blöd, wenn ich nicht die Chance nutze, die Spielsperre zu umgehen.“ Eine Regeländerung vonseiten des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW) ist nicht in Sicht.

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Nur die Gelben Karten werden gezählt und nach der 5. geahndet, die ein Spieler in einem Meisterschaftsspiel erhalten hat. Gelbe Karten aus einem Pokal- oder Testspiel werden nicht mitgezählt. Ein Spieler, der durch Zeigen der 5. Karte verwarnt wurde, ist automatisch für die nächsten 10 Tage für alle Spiele im Seniorenbereich gesperrt.
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