Die Fangemeinde von Wacker Obercastrop wächst gewaltig an in der Westfalenliga

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Die Fans werden gegenüber den Landesliga-Zeiten immer mehr. Im ersten Westfalenliga-Auswärtsspiel beim TuS Hordel wurde der Aufsteiger Wacker Obercastrop von 70 Fans lautstark unterstützt.

Obercastrop

, 17.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ausgerechnet am 13. September musste Aufsteiger Wacker Obercastrop zum ersten Auswärtsspiel in der Westfalenliga 2 antreten bei der von allen Experten hoch eingeschätzten DJK TuS Hordel. Sollte allein der 13. ein schlechtes Omen sein? Nein! Das 0:0 bei der fußballerischen Topvorstellung der Wacker-Fußballer schmeichelt Hordel, was bereits hinlänglich gelobt wurde. Doch es fiel Weiteres höchst positiv auf: Die zahlreichen Obercastroper Fans im Stadion Hordeler Heide!

Wacker-Fans in der Überzahl

Gut 70 Wacker-Sympathisanten waren in Bochum unter den knapp über 200 Zuschauern, um beim ersten Auswärtsauftritt ihres Klubs in der zweithöchsten westfälischen Liga live dabei zu sein. Mit blau-weißen Schals zeigten viele optisch, für wen ihr Fußball-Herz schlägt. Einige trugen als Spitze drauf ein Wacker-Trikot. Mittendrin der Vorsitzende Martin Janicki: „Es war klasse, das so viele Fans unsere Jungs in Bochum unterstützt haben. Das macht richtig Spaß. Es war eine zahlenmäßig klare Steigerung gegenüber unseren Landesliga-Zeiten.“

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Diese Frage sei jedoch gestattet: Ist das nur der ersten Euphorie und Neugier auf die Westfalenliga geschuldet? Oder wird diese Begeisterung zum Dauerzustand? „Schön wäre, wenn es so bleiben würde. Ich denke, wenn wir weiter so tollen Fußball spielen wie in Hordel, ist die Chance da, dass auch in Zukunft wieder viele Fans zu den Auswärtsspielen mitfahren“, freut sich Janicki, dass sein Klub mit dem Aufstieg in die Westfalenliga offenbar den Nerv der Castrop-Rauxeler getroffen hat. Was sich auch beim Dauerkarten-Verkauf positiv gestaltet: „Ich hatte zuletzt Urlaub und kenne die genauen Zahlen nicht, gehört habe ich aber, dass es beim Verkauf unserer Dauerkarten einen klaren Trend nach oben gibt“, erklärt Janicki höchst erfreut. Laut Vereinskassierer Uwe Banach soll das erste Kontingent für alle Heimspiele bereits komplett ausverkauft sein - zu den Preisen 105 Euro (Vollzahler), 75 Euro (Rentner, Schwerbehinderte sowie Vereins-Mitglieder) und 30 Euro (Frauen).

Der Wacker-Vorsitzende Martin Janicki freut sich über die wachsende Fan-Gemeinde seines Westfalenliga-Teams.

Der Wacker-Vorsitzende Martin Janicki freut sich über die wachsende Fan-Gemeinde seines Westfalenliga-Teams. © Volker Engel

Ein Fan kam aus Seppenrade angefahren

Der Vorsitzende Janicki hatte in Hordel festgestellt, dass „nicht wie früher, fast nur Mamas, Papas und Freundinnen der Spieler mitgereist sind, sondern viele, die man lange nicht mehr bei unseren Spielen gesehen hat“. Mit einem Freund des leider verstorbenen Geschäftsführers Theo Schürhoff wurde in Bochum sogar ein Wacker-Fan begrüßt, der in Seppenrade wohnt.

Dass der Vorsitzende auch ein Mann der Tat ist, unterstrich Janicki, als im DFB-Net nichts mehr ging. Ein Hordeler Verantwortlicher hatte über Lautsprecher nur die eigene Mannschafts-Aufstellung verkündet. Daraufhin „sprintete“ Janicki spontan zum Mikro und gab als Service auch Obercastrops Aufstellung preis. Quittiert mit tosendem Applaus der Wacker-Gruppe. „Es ist toll zu sehen, welche Lust unsere Fans auf uns haben. Da macht es als Vorsitzender riesigen Spaß, unter diesen Leuten zu stehen und mit ihnen ein kleines Pläuschchen zu halten“, sagt Janicki.

200 Zuschauer waren bei der Premiere

Beim Saisoneinstieg im Heimspiel gegen Gerlingen (1:0) waren 200 Zuschauer in der Erin-Kampfbahn. Das gilt es am Sonntag, 20 September, zu toppen. Mit dem SV Hohenlimburg erscheint ein Sechs-Punkte-Klub. Wichtig für Obercastrop wäre eine zahlenmäßig höhere Unterstützung. „Gegen ein Topteam wie Hohenlimburg sollten schon ein paar Zuschauer mehr kommen als 200“, baut Janicki auf eine Sogwirkung des eigenen guten Saisonstarts und auch auf die Politik, die aktuell über mehr als die bisher erlaubten 300 Fans nachdenkt.

Die Hoffnung auf ein „volles Haus“ kommt nicht von ungefähr: Landesligist FC Frohlinde spielt auswärts. Und mit der SG Castrop genießt nur ein Bezirksligist Heimrecht. Ein Dank des Wacker-Vorsitzenden geht Richtung Staffelleiter Klaus Overwien, der bei den Spielplänen der Landesliga 3 und Bezirksliga 9 mit den anderen überkreislich spielenden Castrop-Rauxeler Vereinen darauf geachtet hat, dass Wacker Obercastrop bei Heimspielen möglichst wenig heimische Konkurrenz hat, die Zuschauer kosten könnten.

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