VfB Habinghorst könnte eine neue sportliche Heimat bekommen: Wohnhäuser statt Fußballplatz?

dzSportplatz-Neubau

Wie lange bleibt der VfB Habinghorst noch an der Recklinghauser Straße beheimatet? Auf der Kampfbahn Habichthorst sollen Häuser gebaut werden. Der VfB-Vorsitzende hat dazu eine Meinung.

Habinghorst

, 18.11.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der VfB Habinghorst und die Kampfbahn Habichthorst sind eng miteinander verbunden. Seit 1955 dient sie als Spielstätte des Klubs, der viele Jahre in der Verbands- und Landesliga auflief und derzeit in der Kreisliga A Fußball spielt.

Doch wie lange bleibt dem VfB noch seine Kampfbahn zwischen dem Rewe-Supermarkt an der Ecke zur B235 und dem Nordlager?

Ein Schritt in Richtung Umnutzung des Geländes wird dieser Tage im Umweltausschuss (19. November) und im Betriebsausschuss 3 (21. November) der Stadt Castrop-Rauxel gemacht.

VfB Habinghorst könnte eine neue sportliche Heimat bekommen: Wohnhäuser statt Fußballplatz?

Der Rewe-Markt Habinghorst an der Recklinghauser Straße / B235. © Volker Engel

Auslöser soll eine geplante Modernisierung des Rewe-Supermarktes sein. „Der angrenzende Sportplatz und gegebenenfalls Teile des Nordlagers sollen zudem bedarfsgerecht für eine Wohnnutzung entwickelt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage zur Änderung des Flächennutzungsplanes.

Die Gespräche laufen schon seit vielen Jahren

Dass die Situation des VfB Habinghorst mit dem Rasenplatz nicht optimal ist, das ist bei der Stadtverwaltung seit vielen Jahren bekannt. „Die Gespräche über die Zukunft des Sportplatzes bzw. über einen neuen Sportplatz für den VfB diskutieren wir schon seit vielen Jahren“, sagt Peter Limke, Vorsitzender des Klubs.

VfB Habinghorst könnte eine neue sportliche Heimat bekommen: Wohnhäuser statt Fußballplatz?

Es könnte sein, dass sich hier hinterm Zaun in mittlerer Zukunft keine Fußballspiele mehr abspielen. Hier könnte ein Wohngebiet entstehen, wenn es nach den Ideen der Planer geht. © Volker Engel

2008 ging das Thema durch den Betriebsausschuss 3 (Bauen, Verkehr, Sport). Konkret heißt es dazu in den Ausschuss-Unterlagen: „Im Zusammenhang mit der seinerzeit möglichen Verlagerung der Sportplatznutzung an einen anderen Standort im Stadtteil Habinghorst sah man insbesondere die Chance, auf der Fläche ein neues Wohnquartier entwickeln zu können.“

VfB Habinghorst könnte eine neue sportliche Heimat bekommen: Wohnhäuser statt Fußballplatz?

Der Bolzplatz im Nordlager müsste der Wohnbebauung weichen. © Volker Engel

Allerdings ließ sich damals ein Sportplatz-Neubau nicht realisieren. Das könnte sich aber ändern: Der Flächennutzungsplan für das ehemalige Kraftwerks-Gelände an der B235 in Habinghorst wurde geändert. Neben dem Recyclinghof und einer Feuerwehrwache könnte auch ein Sportplatz das Gelände kommen.

An diesen Platz könnte der Sportplatz entstehen

Laut einer ersten Planung sei das Gelände, auf dem lange Zeit die Flüchtlingsunterkunft stand, für den Recyclinghof und die Feuerwehrwache vorgesehen. Ein Sportplatz könnte etwas südwestlicher entstehen - nahe der stillgelegten Ampel auf der B235.

VfB Habinghorst könnte eine neue sportliche Heimat bekommen: Wohnhäuser statt Fußballplatz?

Wird auf dieser Fläche ein neuer Sportplatz in Habinghorst gebaut? Links die B235. © Jens Lukas

Dieser würde dann ein Kunstrasen-Geläuf bekommen. „Wir haben schon immer das Problem gehabt, dass wir im Herbst bzw spätestens im Winter auf andere Plätze ausweichen müssen“, so der VfB-Vorsitzende Peter Limke. Die erste Mannschaft trainiert beispielsweise derzeit dienstags auf dem Sportplatz an der Uferstraße in Ickern und freitags am Fuchsweg in Merklinde.

Weitere Vereine haben ein ähnliche Probleme

Das ist übrigens kein reines VfB-Problem. Auch die Victoria ist mit ihrem Rasenplatz am Gänsebusch betroffen. „Die Habinghorster Klubs sind nur am Reisen“, sagt Peter Limke. Und auch der VfR Rauxel kann an der Vördestraße, ebenfalls ein Rasenplatz, nicht richtig trainieren.

Den Rauxeler Sportplatz und die Kampfbahn Habichthorst trennen lediglich vier Kilometer. Dazwischen liegt der Victoria-Platz am Gänsebusch. Kunstrasenplätze lassen sich auf ihren derzeitigen Sportplätzen nicht realisieren.

Diese Gründe sprechen gegen den Umbau der bestehenden Plätze

„Bei Victoria Habinghorst ist es so, dass uns der Platz nicht gehört, sondern den Rütgers-Werken. Daher können wir hier nicht bauen“, sagte Bürgermeister Rajko Kravanja bereits vor einigen Monaten. Ein Umbau der Kampfbahn Habichthorst wäre aufgrund von Schallschutzbestimmungen zu aufwendig und zu teuer.

VfB Habinghorst könnte eine neue sportliche Heimat bekommen: Wohnhäuser statt Fußballplatz?

Das Nordlager: eine Parkanlage mit Spielplätzen, einem Bolzplatz, dem VfB-Sportplatz zwischen der Kleingartenanlage Nord, der Recklinghauser Straße mit Awo-Kita und Rewe und der Merowinger Straße. © Volker Engel

Der VfR Rauxel hat im Gegensatz zum VfB und zur Victoria ein anderes Problem: Der Klub besteht nur aus einer einzigen Mannschaft. Demnach wäre ein Umbau an der Vördestraße wohl die am wenigsten wahrscheinliche Option.

Doch auch der VfR könnte vom Sportplatz-Neubau an der B235 profitieren, zumindest, wenn es nach Peter Limke geht: „Die Victoria Habinghorst war in die Gespräche immer involviert. Von meiner Seite aus steht die Tür für den VfR Rauxel offen.“

Bis es überhaupt in die Planung eines neues Sportplatzes gehen kann, dürften noch Monate vergehen. Die Stadt Castrop-Rauxel befindet sich aktuell in Verhandlungen mit Uniper, einer Abspaltung des Energiekonzerns Eon. Uniper gehört noch das Gelände des ehemaligen Kraftwerks.

Ausweichmöglichkeit für Recyclinghof nahe XXL-Garagen

Daher sucht der EUV-Stadtbetrieb auch nach einer Ausweichmöglichkeit für den Recyclinghof. Er hat diesen womöglich nahe der XXL-Garagen am Deininghauser Weg gefunden.

Der VfB-Vorsitzende Peter Limke rechnet damit, dass der gesamte Prozess bis zu einer möglichen Fertigstellung eines neuen Sportplatzes sich noch lange hinzieht. Limke sagt: „Ich gehe von vier bis fünf Jahren aus.“

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Zumal der Vorsitzende vorrechnet: „VfB und Victoria haben fünf Männer-Mannschaften, dazu die Damen-Mannschaft der Victoria. Der VfR hat ein Team. Das wären sechs Senioren-Teams, dazu kommen zahlreiche Jugend-Mannschaften. Ein einzelner Sportplatz würde nicht ausreichen. Wir bräuchten eigentlich eher anderthalb oder besser zwei neue Plätze.“

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