Der Castroper Torwart-Trainer holt sich Futter aus Büchern und dem Internet

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Einst entlastete Klaus Musielak als Verteidiger seinen Torwart. Jetzt ist es so, dass der ehemalige Landesliga-Kicker die Keeper der SG Castrop mächtig ins Schwitzen bringt.

Castrop

, 23.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wird über den Fußball-Sport geredet, sind die Trainer schnell ein Thema. Je nach Bekanntheitsgrad auch die Co-Trainer. Doch dann gibt es noch diejenigen, die sich um die Torhüter kümmern. Sie stehen nach Außen kaum im Fokus - bis hinauf zur Nationalmannschaft. Trotzdem sind Torwart-Trainer wichtig, damit das Gesamtgefüge eines Teams passt. Einer aus dieser Gilde ist Klaus Musielak, der dafür sorgt, dass beim Bezirksligisten SG Castrop die Schnapper ihre Arbeit auf einem hohen Leistungsniveau erledigen.

Torwarthandschuhe nicht in die Wiege gelegt

Soweit, so gut. Doch Klaus Musielak wurde die Position Torwart-Trainer nicht unbedingt in die fußballerische Wiege gelegt. Als aktiver Spieler war er zwar auch Tore-Verhinderer. Das aber in der Außen- sowie Innen-Verteidigung. „Ich war beidfüßig und habe in der Defensive überall gespielt, wo der Trainer mich gebraucht hat“, umschreibt Musielak seine aktive Laufbahn.

Klaus Musielak war über Jahre beim SuS Merklinde Co-Trainer - sowie an einigen Spieltagen sowie Chef-Coach des einstigen Bezirksligisten.

Klaus Musielak war über Jahre beim SuS Merklinde Co-Trainer - sowie an einigen Spieltagen auch Chef-Coach des einstigen Bezirksligisten. © Jens Lukas

Erfolgreich war die allemal. In vier Jahren SuS Merklinde ist er mit diesem Klub bis in die Landesliga aufgestiegen, hat dort für den SuS noch ein Jahr gespielt. In der folgenden Station VfB Habinghorst kickte Musielak ebenfalls zwei Spielzeiten in der Landesliga - bis zum Abstieg. Konsequent folgte der nächste Schritt. Er wurde zum Habinghorster Co-Trainer. „Da war ich schon 40, habe ab und an aber weiter in der Bezirksliga-Mannschaft ausgeholfen, wenn man mich brauchte.“

Kehrtwende durch Armin Theis

Die Kehrtwende vom Feldspieler und Co-Trainer zum Torwart-Trainer erfolgte wieder bei SuS Merklinde. „Armin Theis war dort Trainer und ich sein Assistent. Eines Tages hat er mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte Torwart-Tainer zu werden“, erklärt Musielak seinen Einstieg. Die Lust darauf war geweckt.

Einen speziellen Lehrgang hat Musielak zwar nie gebucht - doch hat er das vielfältige Torwart-Training im Internet studiert, wie auch mehrere Bücher darüber gelesen. Und je mehr er wusste, je größeren Gefallen fand er an diesem Job. „Das Torwart-Training ist vielfältig und hat mir sofort Spaß gemacht.“ Dass der einstige Abwehrspieler auch ein Freistoß-Spezialist war, half bei der Arbeit. „Ich weiß schließlich aus eigener Erfahrung, in welche Ecke die Jungs aus den verschiedenen Postionen ihre Freistöße schießen und kann den Torhütern daher Tipps geben.“

Dannemann spricht Musielak an

Die Arbeit mit den Keepern erfüllte. Klaus Musielak blieb dabei. Zunächst drei Jahre bei der Spvg Schwerin, als Marco Gruszka dort Cheftrainer war. Als Gruszka freigestellt wurde, musste auch Musielak gehen, da der neue Trainer Dennis Hasecke seinen eigenen Torwart-Trainer mitbrachte.

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„Geht eine Tür zu, tut sich eine andere auf“, verfiel Musielak keineswegs in eine Depression. Und siehe da, alsbald sprach ihn Dennis Dannemann an, ob er Lust hätte, als Torwart-Trainer zur SG Castrop zu kommen. Klaus Musielak hatte Bock auf die neue Aufgabe. Derzeit arbeitet er bei der SG mit den Keepern Pascal Heuser, dem gerade der A-Jugend entwachsenen Fabian Leinhäuser und Marius Menne, der noch A-Jugend spielen kann. „Fabian und Marius sind leider verletzt, sodass ich momentan nur Pascal im Training habe“, so Musielak.

Auf Schwerin fungierte Klaus Musielak (l) als Torwart-Trainer unter Coach Marco Gruszka.  Christian Sehlhorst (r) war der Physiotherapeut des Teams.

Auf Schwerin fungierte Klaus Musielak (l) als Torwart-Trainer unter Coach Marco Gruszka. Christian Sehlhorst (r) war der Physiotherapeut des Teams. © Volker Engel

Arbeit an Stellschrauben

Mit dem Leistungsstand seiner drei Torhüter ist Musielak „sehr zufrieden“, ohne jedoch die Anmerkung zu vergessen, dass „es bei allen Drei weiter Kleinigkeiten zu verbessern gibt“. So hat er bei Pascal Heuser schon an der Stellschraube gearbeitet, dass der sich zu früh hingeworfen hat, wenn ein Stürmer allein auf ihn zulief. „Das ist besser geworden. Pascal wartet nun länger und verunsichert so den Angreifer.“

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Bei den Youngstern Leinhäuser („Fabian arbeitet etwa zu verbissen und muss lockerer werden“) und Menne („Marius lässt den Ball zu oft abklatschen) wird an anderen Baustellen intensiv gewerkelt. Grundsätzlich ist der SG-Mann für die Keeper aber zufrieden mit seinen Jungs: „Meine drei Torhüter arbeiten fleißig, sind wissbegierig und wollen sich unbedingt verbessern.“

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