Der Castrop-Rauxeler Liskunov duellierte sich mit einem Nationalspieler

dzSport-Geschichte

Der heutige Frohlinder Fußballer Dietrich Liskunov spielte einst in der Jugend-Bundesliga von RW Essen gegen den VfL Bochum. Hier traf er auf einen aktuellen Nationalmannschafts-Spieler.

Frohlinde

, 24.04.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

In diesem Frühjahr 2020 ist es genau zehn Jahre her, dass der jetzt 25 Jahre alte Frohlinder Landesliga-Fußballer Dietrich Liskunov, den alle nur „Didi“ rufen, auf dem Weg in die große Fußball-Welt war. Davon zeugte eine Meldung in dieser Zeitung. Hier wurde beschrieben, dass die Schweriner Jugendarbeit Früchte trage und die C-Junioren Fabian Freier (zu RW Essen) sowie Dietrich Liskunov (zu RW Ahlen) zu höherklassigen Clubs wechseln.

Der Zeitungsausschnitt
Im Mai 2010 zeugte ein Artikel in unserer Zeitung vom Wechsel von Dietrich Liskunov von der Spvg Schwerin zu RW Ahlen.

Im Mai 2010 zeugte ein Artikel in unserer Zeitung vom Wechsel von Dietrich Liskunov von der Spvg Schwerin zu RW Ahlen. © Lukas, Jens

Heute ist Liskunov Mannschafts-Kapitän und Leistungsträger des Fußball-Landesligisten FC Frohlinde. Immerhin hat er es in seiner Jugendzeit schon mit späteren Größen der Kicker-Szene zu tun bekommen. Drei Jahre war der kleine „Didi“, als er mit seinen Eltern aus seinem Geburtsort Kustanai aus Kasachstan nach Deutschland kam. Weil die Wohnung in Deininghausen unweit vom Sportplatz des SV Dingen war, lag es nahe, dort auf dem Ascheplatz an der Westheide die ersten Fußball-Schritte zu unternehmen.

Vom SV Dingen zum VfR Rauxel

Liskunov, der wegen der Corona-Krise jetzt mehr Zeit hat, an seiner Bachelor-Arbeit zu schreiben, kramte in der Erinnerung: „Eigentlich war ich F-Junior, aber kam sofort in die höhere Altersklasse.“ Das sollte so bleiben, weil auch sein Talent gleich erkannt wurde.

Als er in der Schule Tim Lüchtemeier kennenlernte, lotste der ihn der Torwart zum VfR Rauxel. Der Weg weiter ging auf den Berg zur Spvg Schwerin. Dort spielte Liskunov bis zur C-Jugend mit Jugendfreund Chris Matuszak - wie auch aktuell beim FC Frohlinde - zusammen. Liskunov erzählte: „Mit Chris bin ich aufgewachsen.“

Scout lotst Liskunov nach Essen

Die Wege trennten sich. RW Ahlen hätte „auf Schwerin angeklopft“ (Liskunov) und der damals 15-jährige wechselte dorthin in die Westfalenliga. In Bericht dieser Zeitung im Jahr 2010 wurde ihm von unserem Redakteur quasi als Begleitschreiben der Titel „Mittelfeldstratege“ mit auf die Reise gegeben. Und was für eine Reise. Denn der junge Kicker war von nun an auf sich allein gestellt. Nicht verwöhnt durch Elterntaxi und Co, schlug sich der junge Liskunov nun mit einem Schoko-Ticket mit Bus und Bahn - auch später nach Essen - durch.

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Lange hielt die Zeit an der Hammer Werse allerdings nicht. Ein Spielerscout hätte ihn angesprochen und gefragt, ob er nicht in die U17 zu RW Essen kommen wollte. Natürlich, da wurde Jugend-Fußball in der Bundesliga gespielt. Liskunov sagt heute noch: „In der U17 - das war meine schönste Junioren-Zeit.“ Er nannte Höhepunkte, wie eine Amerika-Reise und Einsätze in der Westfalenauswahl. Aber hierzulande hätte ihn da keiner auf dem Schirm gehabt, erwähnte der Frohlinder. Weil er nicht mehr im Castrop-Rauxeler Dunstkreis spielte.

23 Spiele in der U17 von RWE folgten. Wobei sein einziger Treffer beim 1:3 gegen den Nachwuchs des VfL Bochum besonders in der Erinnerung bleibt. Bei den Bochumern spielte Nationalspieler Leon Goretzka (heute Bayern München) mit. Den hat er, wie (u.a.) den Schalker Max Meyer, auch bei den Auswahlspielen wiedergetroffen.

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Highlights, die es später bei der U19 nicht mehr gab. Lediglich auf drei Einsätze kam der Europastädter noch, weil er es aus schulischen Gründen die Zeit nicht mehr hatte, vier bis fünfmal in der Woche stundenlang im Bus zu sitzen, um zum Training zu kommen. Dort war nach einem halben Jahr Schluss. Vorrangig war für Liskunov, das Abitur zu machen. Er erzählte: „Zwei Monate habe ich dann im Fußball nichts mehr getan. Bis mich Torwart Bayran Arslan, der in Frohlinde spielte, sagte, ich sollte doch mal dort vorbeikommen.“

Zu den Frohlinder Senioren befördert

Kurios: Wieder war ein Torwart der Lockvogel. Damit begann die Laufbahn an der Brandheide. Weil es in der Liskunov-Ära schon üblich war, dass der Junge immer eine Altersklasse übersprang, war es nicht verwunderlich, dass FCF-Trainer Jürgen Litzmanski ihn in die Bezirksliga-Mannschaft zu den Senioren holte.

Mit RW Essen unternahm Dietrich Liskunov (unten, Mitte) eine USA-Reise und spielte mit seinem Team bei einem Turnier.

Mit RW Essen unternahm Dietrich Liskunov (unten, Mitte) eine USA-Reise und spielte mit seinem Team bei einem Turnier. © privat

Auch danach mit dem Trainer-Duo Stefan Hoffmann und Michael Wurst „verstehe er sich prächtig“, betonte der Stürmer. Nur einmal büxte er aus, weil ihn sein vormaliger Trainer aus Essener Zeiten, Marco Rudnik, für die Saison 2016/17 zum DSC Wanne holte. Als Liskunov kam, war der Trainer allerdings schon entlassen. Nach einem halben Jahr kam „Didi“ wieder nach Frohlinde zurück - und war froh, dass ihn der Verein mit offenen Armen wieder empfing. Weggehen will er, der heute in Dortmund-Nette wohnt, nicht: „Ich fühle mich in Frohlinde wohl.“

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