Wacker Obercastrop: Corona-Training macht trotz Mindestabstand mächtig Spaß

dzFußball

Nach den Lockerungen der Corona-Schutzverordnung hat Neu-Westfalenligist Wacker Obercastrop mit dem Training eingesetzt. Trainer Aytac Uzunoglu berichtet von seinen Erfahrungen.

Obercastrop

, 06.06.2020, 06:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fußball-Landesligist FC Frohlinde wird am Dienstag (9. Juni) nach der Corona-Pause die ersten Trainings-Schritte unternehmen. Der SV Wacker Obercastrop hat dann schon drei Wochen Erfahrung mit der besonderen Übungs-Krisenzeit. Hans-Jürgen Weiß hat mit Wacker-Trainer Aytac Uzunoglu gesprochen, der dann auch erzählte, wer die Wacker-Hymne getextet und vertont hat.

Besonders ist ja alles in der momentanen Zeit, aber was war denn das Besondere beim Trainingsauftakt?

Das war schon eine eigenartige Situation. Nachdem unser Vorsitzender Martin Janicki das Hygiene-Konzept mit der Stadt abgesprochen hatte, sind wir mit der ersten Gruppe mit sechs Feldspielern und zwei Torhütern angefangen.

Und wie ging es dann weiter?

Beim nächsten Mal haben wir mit acht anderen Spielern Übungen vorgenommen. Eine Woche später dann hatten wir gleichzeitig mit 16 Leuten ohne direkten Kontakt trainiert.

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Wie haben die Spieler das denn aufgenommen, waren die frustriert?

Überhaupt nicht. Dass das eine ungewöhnliche Geschichte für alle ist, war doch klar. Aber alle waren begeistert und positiv bei der Sache und haben sich gefreut, endlich ihre Kameraden wiederzusehen. Wir haben es jedem Spieler selbst überlassen, ob sie mitmachen. Mit der Resonanz bin ich sehr zufrieden.

Ein Teil der Spieler auf dem Platz, der große Rest zu Hause. Oder haben die anderen hinter der Bande zugeschaut?

Nein. Zuschauer waren bekannterweise nicht erlaubt. Wir hatten nur einmal jemanden von außerhalb dabei. Das war der Vater eines 17-jährigen Jungen, der ein Probetraining bei uns machte - und der Vater hatte seinen Sohn zum Platz gefahren.

Wie kann man sich solch ein Training unter diesen Umständen vorstellen. Wettkampfpraxis konnte ohne Kontakt ja nicht nachgestellt werden?

Das ist richtig. Es lief immer wieder nach dem gleichen Muster ab. Mit dem Gebot der Abstandsregel wurden Fitnessübungen, Ausdauer-Einheiten sowie zum Schluss Torschüsse absolviert. Jetzt sind wir schon so weit, dass wir in kleinen 5er-Gruppen spielen, allerdings auf Zweikämpfe und Kopfballduelle verzichten.


Eine längere Saisonvorbereitung auf die Westfalenliga-Spielzeit 2020/21 plant Wacker-Coach Aytac Uzunoglu.

Eine längere Saisonvorbereitung auf die Westfalenliga-Spielzeit 2020/21 plant Wacker-Coach Aytac Uzunoglu. © Jens Lukas


Am 9. Juni soll denn nun endlich vom Westfälischen Fußballverband das letzte Häkchen hinter dem Aufstiegs-Szenario in die Westfalenliga gemacht werden. Wie groß ist die Freude?

Riesengroß. Und wir sind alle sehr stolz. Natürlich hätten wir die Saison gerne zu Ende gespielt. Doch ich glaube, dass wir das auch sportlich geschafft hätten und nicht den Aufstieg zuhause auf dem Sofa erleben müssten. Die neue Spielklasse ist schon außergewöhnlich, denn Wacker Obercastrop hat in diesen Sphären noch nie Fußball gespielt.

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Die Westfalenliga ist schon eine besondere Hausnummer. Wie bereitet ihr euch darauf vor, ist der Kader mit drei Neuzugängen komplett und habt ihr schon Testspiele geplant?

Planen geht ja zurzeit nicht. Vor einiger Zeit hieß es, dass es vielleicht Mitte September weitergehen soll. Wir werden die Vorbereitung auf acht bis neun Wochen ausdehnen, normal war sechs Wochen. Ich habe schon mit zwei Trainern gesprochen, dass wir kurzfristig dann Testspiele abmachen. Und sicherlich halten wir bei neuen Spielern Augen und Ohren offen, aber da muss auch alles passen.

Im Gegensatz zu Wacker beginnt der FC Frohlinde gut drei Wochen später mit dem Training. Was sagen Sie dazu?

Das kann ich gut verstehen, die Sicherheitsbedenken sind doch sehr groß. Das hätten wir auch so machen können, da es ja überhaupt keine Notwendigkeit gibt, weil nicht richtig trainiert werden kann. Aber unser Hygiene-Konzept ist super.

Daniel und André Borgerding (v.l.) sind singen und spielen normalerweise Rock und Pop, aber für den Verein Wacker Obercastrop haben sie eine Hymne im Schlager-Sound komponiert und gesungen. Mit dem Tonmeister Olaf Hemker haben sie in dessen Studio den Song produziert.

Daniel und André Borgerding (v.l.) singen und spielen normalerweise Rock und Pop, aber für den Verein Wacker Obercastrop haben sie eine Hymne im Schlager-Sound komponiert und gesungen. Mit dem Tonmeister Olaf Hemker haben sie in dessen Studio den Song produziert. © Foto: Nico Drimecker

Auf der Internetseite wird die Wacker-Hymne frisch beworben. Am 9. Juni soll sie verstärkt erschallen. Die Zeilen passen zur heutigen Zeit, obwohl es den Text ja schon länger gibt. Eine Zeile heißt: Die beste Fußball-Mannschaft der Stadt. Wer hat das gedichtet?

Das Lied gibt es wirklich schon lange. Die Musiker Andre und Daniel Borgerding hatten da vor vielen Jahren wohl den richtigen Riecher.

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