Corona hilft dem Billard-Verband bei der Saison-Reform

Billard

Seit Anfang März ruht nun auch der Spielbetrieb bei den Billardspielern. Was nicht heißen soll, dass es im Hintergrund nicht rumort hätte. Es sind nämlich gravierende Änderungen im Plan.

Castrop-Rauxel

, 15.05.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Billardspieler (v.l.) Markus Dömer, Christian Pöther, Martijn Egbers und Rainer Stecken könnebn sich künftig auf das Kalender-Jahr als ihre Saison einstellen.

Die Billardspieler (v.l.) Markus Dömer, Christian Pöther, Martijn Egbers und Rainer Stecken könnebn sich künftig auf das Kalender-Jahr als ihre Saison einstellen. © Volker Engel

Wegen der Zwangspause hat es drei Video-Konferenzen mit acht Verantwortlichen der Deutschen Billard-Union (DBU) aller Billard-Spielarten gegeben. Als beteiligte Person mit federführend daran beteiligt war (und ist) auch ein Castrop-Rauxeler.

Markus Dömer möchte neue Struktur

Der im Stadtteil Ickern mit seiner Familie lebende Markus Dömer, ist seit letztem Jahr Bundessportwart der Karambolage-Abteilung der Deutschen Billard-Union (DBU) und ein großer Verfechter für eine Umstrukturierung der Spielzeiten. Gingen bisher die Spielzeiten vom jeweiligen Herbst bis in den Sommer des Folgejahres, soll eine Billard-Saison nun von Januar bis Dezember, also in einem Kalenderjahr abgehandelt werden.

Weil es durch die Corona-Krise jetzt einen monatelangen Spielausfall gab, sieht es Dömer so: „Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich halte die geplante Veränderung für gravierend, aber alternativlos!“ Für die Änderung der Saison auf Kalenderjahr hätten sich auch die anderen Teilnehmer aus dem Sportrat der DBU ausgesprochen. Neben Dömer (Sportwart Karambolage) waren dabei: Ralf Souquet (Aktivensprecher), Nico Proboszcz (Vizepräsident Leistungssport), Sebastian Bock (Jugendwart Poolbillard im Jugendvorstand), Lothar Friebel (Sportwart Kegelbillard), Sascha Willms (Sportwart Pool), Thomas Haas (Leistungssportreferent DBU) und Thomas Hein (Sportwart Snooker).

Anpassung an europäische Ligen

Dömer wies darauf hin, dass der Spielbetrieb in den Billardverbänden Europas und der Welt so gehandhabt wird. „So könnten auch wir besser unsere Terminpläne für eine ganz Saison erstellen, die wir sonst nur für eine Hälfte des Jahres planen konnten.“ Ein Nebeneffekt wäre zum Beispiel, dass die Deutsche Meisterschaft in Bad Wildungen, die traditionell im November stattfindet, einen schönen Saisonabschluss für alle Protagonisten bedeuten würde.

Die Entwürfe des Sportrates sind jetzt dem Präsidium der DBU übergeben worden. Dömer sagte: „Wir sind jetzt raus - und können nur abwarten. Es muss eine außerordentliche Mitgliederversammlung aller Landesverbände einberufen werden.“ Eine Entscheidung sollte da schon bis zum 30. Juni (Ende der Saison (2019/20) fallen.

Sollte der Vorschlag durchkommen, würde die abgebrochene Saison, wenn es Corona zulässt, in Ruhe zu Ende gespielt werden. Und wenn nicht? Dazu erwiderte Dömer: „Dann werden wir alles annullieren und womöglich die Hinserien werten. Aber dann wird sich der eine oder andere, der zum Beispiel in der Dreiband-Bundesliga viel Geld in die Hand genommen hat, auf den Schlips getreten fühlen.“

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