Castrop-Rauxeler Trainer: Unser Saisonziel können wir uns von der Backe putzen

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Die Saison ist noch jung, doch bei einem Castrop-Rauxeler Verein ist die Stimmung schon im Keller. Mit hohen Ambitionen ist der Klub gestartet, bereits jetzt befindet er sich aber auf dem Boden der Tatsachen.

Habinghorst

, 15.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte der Castrop-Rauxeler Klub in dieser Saison oben mitspielen, hoffte insgeheim sogar auf den ganz großen (Aufstiegs-)Wurf. Nun sind die ersten sechs Spieltage absolviert - und der Verein ist knallhart auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Darunter leidet auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft.

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„Die Stimmung ist natürlich nicht positiv bei uns, sie ist mies“, gibt Marc Olschewski unumwunden zu. Der 37-Jährige ist Trainer beim Kreisliga-A-Ligisten VfB Habinghorst. Der Klub befindet sich momentan auf Platz 15, hat von fünf Partien vier verloren und nur beim 3:1-Sieg gegen den SuS Merklinde Punkte eingefahren.

Dabei ging Habinghorst mit großen Ambitionen in die neue Spielzeit. „Wir wollten oben mitspielen“, sagt Olschewski, „das können wir uns aber schon von der Backe putzen“. Klare Worte zu einem solch frühen Zeitpunkt in der Saison.

Abstiegskampf statt Gipfelsturm

„Unter Zwang, ganz oben zu landen, standen wir nie. Wir haben auch nie gesagt, dass wir unbedingt aufsteigen wollen“, betont Olschewski. Auf der anderen Seite habe sich der Verein aber ganz gezielt auf einigen Positionen verstärkt - und sich im Vorhinein deswegen auch im oberen Tabellendrittel gesehen.

Davon ist der VfB vorerst weit entfernt. Die Realität sieht aktuell eher nach Abstiegskampf als nach Gipfelsturm aus. An Einsatzbereitschaft oder fehlender Mentalität mangle es grundsätzlich nicht, so Olschewski.

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„Die Spieler wollen, das spreche ich ihnen gar nicht ab“, erklärt der Habinghorster Trainer. Auch die Trainingsbeteiligung sei phänomenal. Woran aber liegt es dann, dass der Verein im Tabellenkeller zu finden ist? „Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden, wir haben einen sehr talentierten und auch in der Breite gut besetzten Kader.“

Trainer Marc Olschewski macht sich Sorgen um sein Team des VfB Habinghorst.

Trainer Marc Olschewski macht sich Sorgen um sein Team des VfB Habinghorst. © Volker Engel

Dass derzeit nur drei magere Zähler auf dem Punkte-Konto stehen, begründet Olschewski so: „Wir hatten häufig Pech im Abschluss. Bis zum Strafraum spielen wir es meist sehr gut, dann aber hapert es.“ Ein weiterer Grund: „In den ersten Spielen haben wir zu oft die falsche Entscheidung getroffen, da müssen wir noch dazu lernen.“

Habinghorst wird eiskalt ausgekontert

Als Beispiel nennt Olschewski das letzte Spiel gegen Frohlinde II, das Habinghorst mit 0:2 verlor. Nachdem der VfB nach einem verwandelten Elfmeter in Rückstand geriet, drängte er auf den Ausgleich - mit zu viel Vehemenz und zu viel Offensivpower. Die Folge: Frohlinde konterte und schoss das entscheidende zweite Tor. „Da fehlt uns ein wenig die Cleverness“, beklagt Olschewski.

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Am Sonntag trifft Habinghorst auf Zonguldakspor Bickern. So richtig hoffnungsvoll klingt Olschewski hinsichtlich des Spiels nicht: „Das ist ein Gegner, der uns nicht so gut liegt. Bickern spielt sehr körperbetont, da müssen wir, was unsere Spielweise betrifft, auf jeden Fall nachsteuern.“ Wenn das gelingt, ist die Stimmung in Habinghorst am Sonntagabend wohl bedeutend besser.

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