Castrop-Rauxeler Fußball-Vereine bangen um ihre Zukunft

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Auf dem alten Kraftwerksgelände in Habinghorst sollen gleich zwei Sportplätze entstehen. Bis es soweit ist, können Jahre vergehen. Bis dahin hängt die Zukunft mehrerer Vereine in der Schwebe.

Castrop-Rauxel

, 22.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem weitläufigen Uniper-Gelände in Habinghorst sollen ein Fußballfeld und ein Kleinfeld entstehen – neben dem EUV-Bringhof und der Feuerwehrwache. Diese Pläne existieren schon lange, aber ob sie Wirklichkeit werden, steht noch nicht fest.

Klar ist: Die Stadtverwaltung hat bei Uniper ein Kaufangebot abgegeben, über das wohl im Frühjahr entschieden wird. Auch wenn es zum Zuschlag kommt, ist es noch Zukunftsmusik, bis die drei Sportvereine VfB Habinghorst, Victoria Habinghorst und VfR Rauxel auf dem Uniper-Gelände zwischen Klöcknerstraße und B 235 in Habinghorst eine neue Heimat gefunden haben.

Für die Zeit bis dahin muss mit vereinten Kräften von der Stadtverwaltung und Politik nach Lösungen gesucht werden. Am Donnerstag (20.2.) erläuterten die drei Vereine ihre Sicht der Dinge. Bürgermeister Rajko Kravanja sowie Dhana Stannek von der Stabsstelle Sport skizzierten Ist-Situation, Vergangenheit, Pläne und Perspektiven.

Der VfR Rauxel (blaue Hemden), hier im Spiel gegen den SC Pantringshof, verfügt mittlerweile nur noch über eine Männer-Mannschaft und hat keine Jugend-Teams.

Der VfR Rauxel (blaue Hemden), hier im Spiel gegen den SC Pantringshof, verfügt mittlerweile nur noch über eine Männer-Mannschaft und hat keine Jugend-Teams. © Volker Engel

Kravanja sagte: „Wenn mehr Platz da wäre, dürften es auch zwei Großspielfelder sein. Das ist aber eher unwahrscheinlich.“

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Schon bevor aus den Plänen bei Uniper etwas, müssen die Vereine möglicherweise enger zusammenrücken. Der Pachtvertrag von Victoria Habinghorst mit Rütgers läuft Ende 2021 aus. Geklärt werden muss, ob der Vertrag für den Sportplatz verlängert wird. Die Vertragsverlängerung gilt nicht als hohe Hürde, allerdings könnte die Laufzeit eine entscheidende Rolle spielen. In der Regel gilt der Kontrakt für 25 Jahre.

Die drei Vereine ziehen an einem Strang

Peter Limke für den VfB Habinghorst, Dirk Konisch für die Victoria Habinghorst und Uwe Esser für den VfR Rauxel versicherten übereinstimmend, bei den Plänen für einen neuen Platz an einem Strang zu ziehen.

Peter Limke verdeutlichte, derzeit mit fast 20 Mannschaften aus den betroffenen Vereinen für den Trainingsbetrieb von Oktober bis Ende März quer durch das Stadtgebiet unterwegs zu sein. Dazu muss man wissen, dass die Kampfbahn Habichthorst (die bebaut werden soll) nicht über Kunstrasen verfügt.

Womit man heute laut Bürgermeister Rajko Kravanja „kaum noch konkurrenzfähig“ sei. Angesichts der demografischen Entwicklung (und der Finanzsituation) könne die Stadt heutzutage aber eben auch nicht jedem Sportverein einen eigenen Platz zur Verfügung stellen.

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„Für unser Vereinsleben bleiben da vielleicht vier Monate im Jahr“, rechnete Limke vor. Erschwerend sei zudem die Zeitverdichtung, Kinder kämen heute schließlich nicht mehr um 14 Uhr nach Hause. Die Folge: Ab 17 Uhr trainieren sechs Mannschaften zeitgleich.

Der Sportplatz, auf dem der Verein Victoria Habinghorst am Gänsebusch beheimatet ist, ist uneben und nicht mehr zeitgemäß.

Der Sportplatz, auf dem der Verein Victoria Habinghorst am Gänsebusch beheimatet ist, ist uneben und nicht mehr zeitgemäß. © Volker Engel

Fußballvereine: Bezirkssportanlage wird dringend gebraucht

Dirk Konisch sagte, man werde sicherlich mit Rütgers über eine Verlängerung der Pachtverträge sprechen. Aber: Selbst wenn sich das Unternehmen bereit erklären sollte, statt der üblichen 25 Jahre vielleicht auf 5 Jahre zu reduzieren, brächte das keinen Durchbruch. Man sei dringend angewiesen auf diese neue Bezirkssportanlage auf dem alten Kraftwerks-Gelände.

Uwe Esser pflichtete seinen Vorrednern bei und betonte angesichts des Umstands, dass der VfR derzeit nur einer Seniorenmannschaft am Start ist: „Ich hoffe, für den VfR gibt es auch mal wieder bessere Zeiten.“

Was wird, wenn die Stadt den Zuschlag für das Grundstück nicht bekommt, ist laut Bürgermeister Kravanja noch unklar. Uli Romahn, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, macht sich allerdings sehr wohl Gedanken über einen Plan B. Er sagte: „Alle Sportvereine rücken zusammen. Ich kann nur an die Politik appellieren, dran zu bleiben, bis der Platz geschafft ist.

Eine Fertigstellung im Jahr 2025 wäre schon ein Erfolg. „Bis dahin müssen wir den VfR Rauxel und die Habinghorster Vereine am Leben halten.“

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