Bezirksliga-Check: Wen haben die Gegner der Spvg Schwerin und der SG Castrop verpflichtet?

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Können die SG Castrop und die Spvg Schwerin in der Fußball-Bezirksliga um den Aufstieg mitspielen? Wir haben alle Gegner der beiden Castrop-Rauxeler Teams genauer unter die Lupe genommen.

Castrop-Rauxel

, 05.07.2019 / Lesedauer: 5 min

Für viele Experten ist die Favoritenfrage bereits geklärt: Wenn es im August in der 15er-Staffel der Fußball-Bezirksliga 9 um Punkte geht, sehen sie vier heiße Titelanwärter mit FC Marl, SV Vestia Disteln, BV Rentfort und der Spvg Schwerin. Ende Mai 2020 wird sich zeigen, ob die Experten richtig lagen, oder ob ein Klub, den heute noch keiner auf der Rechnung hat, dazwischen gegrätscht ist. Der Blick darauf, was sich bei der Konkurrenz von SG Castrop und Spvg Schwerin verändert hat, lohnt sich allemal.

SV Vestia Disteln: Der Vizemeister nimmt einen neuen Anlauf auf die Landesliga. Zuletzt wurde der Aufstieg ein Spieltag vor Schluss mit der Niederlage bei BWW Langenbochum, und dann endgültig im ersten Spiel der Relegation durch ein 0:2 gegen den späteren Aufsteiger FC Bad Oeynhausen abgehakt. Nur zwei Spieler haben Vestia verlassen. Neu hinzu stießen vier externe Kräfte und mit Torwart Justin Krystek ein eigener U19-Mann. Trainer bleibt Roman Stöckl.

SG Suderwich: Lediglich von einer massiven Welle an Abgängen war lange Zeit zu hören. Dann wurde der Wanne-Eickeler Maik Stocker als Trainer verpflichtet. Am 1. Juli überraschte „Surk“ mit zwölf externen Neuzugängen, die zumeist aber bei unterklassigen Klubs spielten, oder U19-Youngster sind. Prominentester Neuzugang ist Torhüter Marvin Blum von Westfalenligist TuS 05 Sinsen. Weiter wurden drei Spieler aus der zweiten Mannschaft sowie zwei aus der eigenen U19 hochgezogen. Die Aktivitäten auf dem Transfermarkt sind damit wohl noch nicht abgeschlossen.

SF Stuckenbusch: Die Sportfreunde haben ihren Kader von Grund auf umgekrempelt. Elf Spieler sind gegangen oder gegangen worden - 20 neue Kräfte wurden verpflichtet. Elf davon hat der neue Trainer Nassir Malyar mitgebracht vom städtischen Konkurrenten SG Suderwich. Nach dieser personellen Radikalkur wollen die Stuckenbuscher Verantwortlichen ganz oben mitreden, was Castrops Trainer Tino Westphal nicht so sieht: „Diese Stuckenbuscher Neuverpflichtungen flößen keinem Angst ein.“

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FC Marl: Mit zehn Spielern, die zumeist in höheren Ligen gekickt haben, hat sich der FCM bestens verstärkt - und sich so auf den Favoritenschild gehoben. Gegangen sind zwar auch elf Spieler, die meisten davon aber wohl nur, weil sie in der neuen Startruppe keine Einsatz-Chance mehr sahen. Prominenteste Zugänge sind Dario Gdenk, Niklas Baff (beide DSC Wanne-Eickel) und Kim Völkel (RW Ahlen), die alle erste Anfang 20 sind, vor der Insolvenz des TSV Marl-Hüls dort aber Oberliga-Stammspieler waren. Trainer Mani Mulai warnt indes vor einer Euphorie: „Wir sind gut aufgestellt, müssen aber erst noch eine funktionierende Mannschaft werden.“

VfB Hüls: Nach nur einem Jahr Landesliga ist der VfB sang- und klanglos wieder abgestiegen. Sieben der neun Abgänge heuerten danach bei Landesliga-Vereinen an. Ein Blick auf die 13 Neuen lässt kaum darauf schließen, dass der VfB in der Bezirksliga 9 eine überragende Rolle spielen wird. Trainer bleibt Christoph Schlebach. Auf eins darf sich die Konkurrenz aber freuen: Die sportlichen Bedingungen im schmucken Badeweiher-Stadion sind nahezu optimal - die Hülser spielten schließlich vor einigen Jahren noch in der Regionalliga.

Teutonia SuS Waltrop: Schnell den Klassenerhalt sichern will der Aufsteiger aus dem Fußballkreis Recklinghausen, dem der Wunsch nicht erfüllt wurde, in die Staffel 8 mit vielen Dortmunder Vereinen eingruppiert zu werden. Wirklich traurig ist bei Teutonia SuS aber niemand über die Staffel 9. Die personellen Veränderungen halten sich in engen Grenzen mit vier Abgängen und vier Zugängen, die bis auf Klintes Koska von Landesligist Firtinaspor Herne aus der Kreisliga und der eigenen U19 stammen. Trainer bleibt Tim Braun.

Bezirksliga-Check: Wen haben die Gegner der Spvg Schwerin und der SG Castrop verpflichtet?

Tim Braun war einst Jugendtrainer bei der Spvg Schwerin. Nun coacht er die Bezirksliga-Mannschaft von Teutonia SuS Waltrop. © Volker Engel

BV Rentfort: Trainer Marcel Lehmann freut sich besonders auf Aufsteiger Kirchhellen, da er dort wohnt und 25 Jahre lang als Spieler und Trainer beim VfB aktiv war. Beim BV sind drei Spieler gegangen. Neu zum Kader stießen nur U19-Eigengewächse und A-Jugendliche aus Langenbochum. „Unser Kader war schon in der vorigen Saison gut und breit aufgestellt. Durch viele Verletzungen landeten wir unter Wert“, so Lehmann. Dazu, dass seine Mannschaft bei den Experten zu den Titelfavoriten zählt, merkt der Trainer an: „Das ist schön, schaun wir mal, welche Möglichkeiten sich schließlich für uns ergeben.“

SV Zweckel: Erst im letzten Saisonspiel mit dem 3:2 in der Nachspielzeit (92.) beim SV Horst-Emscher II hat Zweckel den Abstieg abgewendet. Das soll diesmal anders werden. Angestrebt wird ein einstelliger Tabellenplatz. Zehn neue Spieler, darunter zwei aus der eigenen U19, befinden sich im Kader. Das Transferfenster ist damit nicht geschlossen. Einen Mittelstürmer, der für 15 Tore gut ist, sucht Trainer Michael Pannenbecker weiter. Mit Mikola Makarchuk stieß ein Pannenbecker-Spezi aus Stuckenbuscher Zeiten als spielender Co-Trainer hinzu. Der Techniker ist zwar bereits 36 Jahre alt, bringt aber Riesenerfahrung mit aus der NRW-Liga und Oberliga.

SV Horst-Emscher 08 II: Bei einer Zweitmannschaft ist die endgültige Personalsituation zu diesem Zeitpunkt immer schwer zu beurteilen. Fakt beim SV 08 II ist laut Sport-Verstand Willi Schmalz lediglich, dass vier Spieler abgegeben wurden in den eigenen Landesliga-Kader. „Diese Lücken haben wir mit externen Zugängen und eigenen A-Jugendlichen geschlossen“, so Schmalz, der in der Saison 2019/2020 einen Mittelfeldplatz anstrebt.

VfB Kirchhellen: Der Aufsteiger aus dem Fußballkreis Gelsenkirchen kam im Entscheidungsspiel zweier Gruppen-Meister hauchdünn mit 7:5 nach Elfmeterschießen gegen Eintracht Gelsenkirchen in die Bezirksliga. Abgänge verzeichnet der VfB keine. Aufgestockt wurde der Kader mit vier externen Spielern und fünf eigenen A-Jugendlichen. „Wir gehen unseren Weg mit talentierten Jugendlichen weiter - mehr können wir uns auch nicht leisten“, sagt der Sportliche Leiter Bastian Averesch. Sportlich gibt es allein die Vorgabe in der Bezirksliga bleiben.

Westfalia Gelsenkirchen: Zwei Spieler sind gegangen, sieben neue Leute zumeist aus der Kreisliga gekommen. „Wir wollen Platz neun aus der vorigen Saison verbessern“, nennt der Vorsitzende Mirko Lange die Vorgabe von Trainer Niklas Zacharias.

SC Hassel: Keine großen personellen Sprünge gibt es beim Tabellendritten der vorigen Saison. „Drei Spieler sind gegangen, jeweils zwei vom SSV Buer und SV Zweckel sind neu bei uns“, sagt Abteilungsleiter Jörg Böving. Tim Kochanetzki bleibt Trainer. Man müsse nicht ganz oben spielen, sollte sich die Chance auf Platz eins jedoch bieten, werde man sie nicht ablehnen, so Böving weiter.

Erler SV: Nach den Rängen 13, 9 und 5 strebt Trainer Hartmut Scholz in dieser Saison den Angriff auf die ersten drei Plätze an. Mit Leonado Tonjic, Julian Jürgensen und Nico Dziabel sind zwar wichtige Spieler zum Landesligisten SSV Buer gewechselt, die glaubt man aber am Erler Forsthaus besonders durch die Routiniers Bünyam Karagülmez und Jerome Juskowiak ersetzt zu haben, die beide höherklassige Erfahrung mitbringen. Auch sieht Trainer Scholz gutes Potenzial in den eigenen U19-Kräften und den A-Jugendlichen, die vom SV Horst-Emscher 08 gekommen sind.

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