Bei den Korfballern wird in der Saison 2020/21 vieles anders

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Die Korfballer mussten wegen der Corona-Krise auf ihre Saisonhöhepunkte verzichten. Die Verantwortlichen steckten aber nicht den Kopf in den Sand und vereinbarten Reformen in ihrem Sport.

Castrop-Rauxel

, 18.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Korfball-Sport wurde in den 1960er-Jahren von Castrop-Rauxeler Grundschul-Lehrern aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht. Seitdem hat es in dem Mannschafts-Sport, in dem Männer und Frauen gemeinsam auflaufen, einige Regeländerungen gegeben. Nach dem Saison-Abbruch wegen der Corona-Krise haben die Verbands-Funktionäre in einer Videokonferenz jetzt wieder einige Reformen auf den Weg gebracht.

Neuerungen stammen aus Workshop

Die Korbjäger, die dem Deutschen Turner Bund (DTB) als Dachverband angeschlossen sind, trafen sich zu ihrer Bundestagung und Liga-Ausschusssitzung im Internet. Jan Weber-Winkels (KC Grün-Weiß), in der DTB-Kommission für den Wettkampf- und Schiedsrichterwesen zuständig, berichtete: „Wir haben die Weichen für die nächste Saison gestellt.“ Dabei wurden auch ein paar Änderungen beschlossen, die im März bei einem Workshop mit 15 Teilnehmern erarbeitet worden waren.

Eine gute Nachricht gibt es für den Schweriner KC. Dessen zweite Mannschaft, die Regionalliga-Letzter der Abbruch-Saison war, muss nicht absteigen. Schwerin 2 läuft in der Saison 2020/21 zusammen mit dem Meister KV Adler Rauxel, dem TuS Schildgen, SG Pegasus Rommerscheid, Schwerin 1, Pegasus 2, dem HKC Albatros und Aufsteiger Schildgen 2 in Deutschlands höchster Spielklasse auf.

Die Schwerinerin Karen Fuchs (am Ball) war federführend bei den aktuellen Reformen im Korfball-Sport.

Die Schwerinerin Karen Fuchs (am Ball) war federführend bei den aktuellen Reformen im Korfball-Sport. © Volker Engel

Schwerin 2 muss nicht absteigen

Das Glück für den SKC 2 hat nichts mit der abgebrochenen Saison zu tun, sondern mit der Liga-Reform. Denn die Vereine hatten - angeführt von Karen Fuchs (Schwerin) - vor geraumer Zeit vorgeschlagen, die Regionalliga von sieben auf acht Teams aufzustocken. Lennart Schwirtz, der 2. Vorsitzende des Schweriner KC, sagt: „Ich denke, dass unsere zweite Mannschaft in der neuen Saison nicht dauernd mit Klatschen nach Hause geht. Der Wettbewerb ist in der unteren Tabellenhälfte mit unserem Team, Albatros, Pegasus 2 und Schildgen 2 größer und auch ausgeglichener als zuvor.“ So sieht es auch Jan Weber-Winkels, der betont: „Wir haben uns das aus sportlicher Sicht gut angeschaut - um nicht in einem Jahr mit der Reform wieder zurückrudern zu müssen.“

Derzeit müssen die Schweriner noch einen Trainer für ihr Reserve-Team finden. Denn die aktuelle Übungsleiterin, Ina Heinzel, schließt sich nach ihrem Wechsel als Spielerin jetzt auch als Coach der SG Pegasus Rommerscheid an. Lennart Schwirtz berichtet: „Bislang sind wir noch nicht fündig geworden. Aber Karen Fuchs kümmert sich darum.“

Die 2. Liga, die Oberliga, geht in der kommenden Saison mit sieben Mannschaften an den Start. Der TV Voiswinkel (Bergisch Gladbach) muss nicht absteigen. Neu ist Phoenix Erkenschwick aus der Verbandsliga, weil Meister Schweriner KC 4 seinen Aufstiegsverzicht erklärt hat, so Weber-Winkels. Weitere Verbandsligisten sollen nicht die Oberliga auffüllen, meint der Castrop-Rauxeler: „Wir wollen die unterste Senioren-Spielklasse ja nicht leersaugen.“

Der Castrop-Rauxeler Jan Weber-Winkels (KC Grün-Weiß) ist in der DTB-Kommission für das Wettkampf- und Schiedsrichterwesen zuständig.

Der Castrop-Rauxeler Jan Weber-Winkels (KC Grün-Weiß) ist in der DTB-Kommission für das Wettkampf- und Schiedsrichterwesen zuständig. © Volker Engel

Spielgemeinschaft der Rivalen geht in die vierte Saison

In der Verbandsliga Westfalen gibt es im vierten Jahr in Serie die Besonderheit einer Spielgemeinschaft der beiden ehemaligen Abonnement-Meister KV Adler Rauxel und KC Grün-Weiß aus Ickern. Angefangen hatte das Projekt sogar mit zwei Teams. Jan Weber-Winkels erklärt: „Da wir auf der Damen-Seite nicht genügend Spielerinnen haben, kommt eine zweite Mannschaft wie schon in der vergangenen Saison nicht zustande.“

Neues gibt es auch im DTB-Pokal-Wettbewerb: Alle Mannschaften aus dem Westfälischen und dem Rheinischen Turnerbund (WTB und RTB) treten weiterhin gegeneinander an. Sie werden allerdings in zwei Pokal-Turniere unterteilt: DTB-Pokal A und B. Im A-Wettbewerb laufen Mannschaften aus der Regionalliga und Oberliga auf. Der B-Pokal ist den Verbandsligen vorbehalten. Jan Weber-Winkels meint: „Damit sollen Duelle wie etwa zwischen dem Schweriner KC 5 und dem TuS Schildgen 1 verhindert werden. Es soll Spiele auf Augenhöhe geben und der Pokal wird dadurch attraktiver.“ Der neue Pokal-Wettbewerb erhält eine eigene Trophäe. Diese soll ebenso 50 Zentimeter groß sein wie der A-Pokal.

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Und: Die Altersklasse der A-Jugendlichen wurde um ein Jahr erweitert. Weber-Winkels: „Ab jetzt ist man erst im Alter von 19 Jahren Senior.“ In der höchsten Junioren-Altersklasse darf zukünftig auch nicht mehr im Turniermodus den Meister ausgespielt werden, sondern mit effektiven Spieltagen. Jan Weber-Winkels betont: „Ziel ist, dass das Spielen in der Jugend wieder attraktiver wird und wir wollen die Lücke zwischen der A- und C-Jugend schließen.“ Zudem würden die Jugendlichen, die bereits bei den Senioren mitwirken, wieder öfter auf Gleichaltrige treffen.

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