Anstatt aufzuhören hängt ein Frohlinder noch ein Jahr dran - und steigt auf

dzFußball-Landesliga

Einen weiteren Abgang zur Saison 2020/21 muss der Fußball-Landesligist FC Frohlinde kompensieren. Dadurch wird eine Familienzusammenführung aus dem Jahr 2018 wieder gesprengt.

Frohlinde

, 02.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor einem Jahr, im Sommer 2019, hatte der FC Frohlinde trotz deutlicher Tabellenführung in den Monaten zuvor den Aufstieg in die Westfalenliga verpasst. Ein Spieler, der damals dabei war, steigt jetzt quasi mit Verspätung auf den Westfalenliga-Zug auf.

Nötig dazu war natürlich ein Tapetenwechsel. Denn die Frohlinder haben in der aktuellen Saison und vor der Absetzung der gesamten Saison wegen der Corona-Krise überhaupt nicht um den „Jackpot“ an der Spitze in der Fußball-Landesliga mitspielen können. Kurios ist es, dass der routinierte Kicker eigentlich nach dieser Serie seine Laufbahn beenden wollte.

Doch jetzt hängt Dustin Wurst noch ein Jahr dran. Der FC Iserlohn aus der Westfalenliga hat beim 35-jährigen Wurst in Bochum angeklopft. Sehr schmackhaft haben die Verantwortlichen ihm den Wechsel gemacht. Denn auch drei ehemalige Spieler und Freunde aus der gemeinsamen Regionalligazeit in Hamm kommen ebenfalls zu dem Sauerland-Club am Seiler See.

Dustin Wurst (l.) spielt künftig für den FC Iserlohn.

Dustin Wurst (l.) spielt künftig für den FC Iserlohn. © Marcel Witte

„Stark lädierter Körper“

Das bestätigte jetzt Michael Wurst, neben Stefan Hoffmann Trainer beim FC Frohlinde und Cousin von Dustin Wurst: „Eigentlich wollte Dustin tatsächlich aufhören, weil sein Körper schon stark lädiert ist.“ Doch die Iserlohner freuen sich, solch einen erfahrenen Abwehrstrategen, der auch in seinen zwei Jahren an der Brandheide den Status eines Publikums-Lieblings erreichte, zu bekommen. So schrieb Dominik Lipki aus der sportlichen Leitung des FCI auf der Vereins-Internetseite: „Es ist genau der erfahrene Spieler, der uns in der letzten Saison gefehlt hat.“

Dustin Wurst war vor zwei Jahren von Westfalia Rhynern aus der Regionalliga seinem Cousin Michael nach Frohlinde gefolgt. Er brachte jede Menge höherklassige Erfahrungen mit. Einst hatte er mit seinem Vetter, dem Stadionsprecher des VfL Bochum, in Rüdinghausen und Herbede zusammengespielt. Von Herbede ging es dann für den Verteidiger auf Empfehlung von Michael Wurst nach Rhynern.

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Diese Phase nennt Dustin Wurst seine schönste Fußballzeit. Cousin Michael hatte den Kontakt damals vermittelt. Und erinnert sich im Gespräch mit dem Autor dieser Zeilen: „Der Verein hatte einen offensiven Spieler für die Zukunft gesucht. Da habe ich gesagt, die Verantwortlichen sollten sich mal meinen Cousin ansehen. Der ist mit seiner Spielweise der Traum eines jeden Trainers.“ Und weiter: „Der Offensive war nach zwei Jahren weg, Dustin blieb sieben Jahre.“

Auch als Trainer bei Regionalliga-Frauen aktiv

Und Michael Wurst erzählte zudem, dass Dustin Wurst seit vergangenem Sommer Co-Trainer bei der Frauen-Regionalliga-Mannschaft des SV Berghofen ist. Was wahrscheinlich hierzulande nur wenige wissen. Das Team aus dem Süden Dortmunds hatte vorher nur knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst. Vor der Absetzung der Saison hatte sich das Team auch diesmal auf Platz drei in eine gute Position bugsiert. Als Co-Trainer und sogar kurzzeitig als Interimscoach, hatte Dustin Wurst schon in Rhynern agiert. Denn fälligen Trainerschein, um auch mal als Chef an der Linie stehen zu können. Den will er in naher Zukunft machen, betonte Cousin Michael.

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Vor der Nachricht vom Abgang von Dustin Wurst wurden die Wechsel von Marc Flaczek (FC Castrop), Marc Kruska (Ziel unbekannt), Leon Wohlfarth (Nijmwegen/Niederlande), Dominik Behrend (Karriere beendet), Samet Yildirim und Vassilios Jossifidis (beide Ziel unbekannt) bekannt.

Auf der Habenseite können die FCF-Trainer Stefan Hoffmann und Michael Wurst eine Reihe von Neuzugängen verbuchen: Kerem Kalan (TuS Rahm), Muhammad Kurt (beideTuS Rahm), Linus Budde (SuS Merklinde), Emirhan Danerbas (DJK Wiemelhausen), Dominik Grgic (TuS Haltern), Jonathan Marzok (SV Bommern), Mehmet Ayaz, Bekir Kilabas (beide Türkspor Dortmund) und Marvin Schmidtkötter (TSC Eintracht Dortmund, A-Junioren).

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