Analyse: Was sich aus dem ersten Westfalenliga-Spiel von Wacker Obercastrop ablesen lässt

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Der SV Wacker Obercastrop ist mit einem 1:0-Sieg gegen den FSV Gerlingen gut in die Westfalenliga gestartet. Können die Wackeraner in der neuen Liga mithalten? Eine erste Analyse.

Obercastrop

, 08.09.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man sagt, der erste Eindruck zählt. Der kann sich beim Westfalenliga-Aufsteiger SV Wacker Obercastrop durchaus sehen lassen. Die Mannschaft von der Erin-Kampfbahn hatin einem wahren Verschleißkampf den FSV Gerlingen mit einem 1:0 in die sauerländischen Berge zurückgeschickt. Jedoch besagt ein weiterer Spruch, dass frühe Pflaumen madig sind. Welche stimmt nun? Eine erste Analyse:

Es ist der erste Eindruck, der Mut macht. Wacker-Trainer Aytac Uzunoglu sagte nach dem Spiel am Sonntag: „Wir wissen jetzt wie die Liga tickt.“ Auf der Gegenseite sprach Gerlingens Trainer Stefan Breuer davon, dass seine Mannschaft wieder Lehrgeld zahlen musste.

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Die Sauerländer haben ja schon bis zum Corona-Abbruch eine Saison im Stahlbad der Westfalenliga gespielt. Gerlingen stand allerdings auf dem letzten Tabellenplatz, als die Saison eingefroren wurde. Wegen Corona stieg die Mannschaft nicht ab. Ob sie nun also die Stärke der Liga widerspiegelt, lässt sich nicht sagen. Die Obercastroper werden sich auf viele andere Kämpfe einstellen müssen. Wir haben uns das Personal genauer angeschaut.

Die Torhüter

Stammkeeper David Scholka war in den Flitterwochen, wurde aber von Neuzugang Nils Gehrmann sehr gut vertreten. Ein leichte Schwäche beim Abschlag kompensierte der Keeper mit guten Reflexen. Imposant wie Gehrmann in der Drangphase der Gäste in der Schlussphase im Luftkampf, Gegner, Ball und Mitspieler Julian Ucles Martinez wegrammte.
Nils Gehrmann räumte gründlich auf.

Nils Gehrmann räumte gründlich auf. © Volker Engel

Die Abwehr

Ein defensives Prunkstück der Obercastroper. Dirk Jasmund und Marius Hoffmann ließen in der Innenverteidigung nichts anbrennen und sorgten mit oft gut getimten Diagonal-Pässen immer wieder für Spielverlagerung. Dass Routinier Christian Mengert schon in der 33. Minute verletzt heraus musste, fiel gar nicht so sehr ins Gewicht.

Zu dem Obercastroper „Sahnestück“ zählen natürlich die Außenpositionen mit Kapitän Moritz Budde auf links und dem kraftvollen Yogan Cordero Astacio auf der anderen Seite. Budde, der in der zweiten Halbzeit schwer gefoult wurde, bekam von seinem Trainer noch ein Extralob: „Der Moritz hat sich wieder aufgerappelt und war herausragend.“

Kapitän Moritz Budde rappelte sich nach einem üblen Foul wieder auf und machte ein starkes Spiel.

Kapitän Moritz Budde rappelte sich nach einem üblen Foul wieder auf und machte ein starkes Spiel. © Volker Engel

Das Mittelfeld

Ballsichere und kampfstarke Spieler wie Serhat Can, Julian Ucles Martinez und Robin Franke, machte es Gerlingen schwer, ins Spiel zu kommen. Um das Mittelfeld zu überbrücken arbeiteten die Gerlinger mit langen Bällen, die aber dann auch immer wieder abgelaufen wurden. Große Chancen ließ Wacker nicht zu, sieht man man von einem Lattenknaller ab.

Die Offensive

Vorne ackerte Marc Schröter mit großem körperlichen Einsatz. Das war auch nötig, weil die Gäste ihrerseits den Hausherren keine Pause gönnten. Wo Ball und heimische Spieler waren, hechelten die Gästekicker schon im Nacken. Gut, dass Wirbelwind Elvis Shala die Gegenspieler ein über das andere Mal düpierte. Nicht von ungefähr war es dann Shala, der auf Steilpass von Serhat Can das 1:0-Siegtor schoss.

Als es gegen Ende des Spiels dann doch noch eng wurde, wechselte Wacker. Und mit Sebastian Freyni, Sascha Schröder und Don Schreiber kamen Leute, die sich nahtlos anpassten. Trainer Uzunoglu bilanzierte hinterher: „Es ist gut zu wissen, dass wir auch starke Leute auf der Bank haben.“

Nach dem ersten Spieltag liegt Wacker auf dem sechste Rang in einer Tabelle, die noch keine Aussagekraft besitzt. Nach zehn Spielen wird man sehen, wo sich die Obercastroper einreihen werden. Der erste Auftritt machte aber Mut. Sollte am Ende wirklich ein ähnlicher Tabellenplatz herausspringen wird da sicherlich niemand im Dunstkreis von Wacker etwas gegen haben.

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